Griechenlands Banken versteigern Immobilien an sich selbst

25. März 2018 / Aufrufe: 1.297

In Ermangelung interessierter Käufer ersteigern die Banken in Griechenland 7 von 10 der von ihnen zur Zwangsversteigerung gebrachten Immobilien selbst.

Wie aus den Fakten hervorgeht, die von das Prozedere eng verfolgenden Quellen übermittelt werden, kaufen in Griechenland die Banken 7 – 8 von 10 Immobilien, die sie selbst unter den „elektronischen Hammer“ bringen.

Einer der Hauptgründe ist das mangelnde Kaufinteresse zu den konkreten Preisen, was die Finanzinstitute zwingt, die Immobilien selbst zu ersteigern um den Wert ihrer Pfänder und somit Bilanzen zu schützen, auf dass sie keine Verluste verbuchen, wenn die Stunde kommt, diese Immobilien zu verkaufen.

Griechenlands Banken hoffen auf steigende Immobilienpreise

Würden die Banken nicht auf die Immobilien bieten, für welche kein Interesse besteht und die Ausschreibung als fruchtlos erklärt wird, würden anderenfalls die Objekte dann bei der zweiten oder dritten Versteigerungsrunde um bis zu 40% unter ihrem heutigen Marktwert zum Angebot kommen, der wohl bemerkt auf Basis der Fakten der Griechischen Bank seit 2008 bis heute bereits um über 40% gesunken ist.

Es ist offensichtlich, dass die Finanzinstitute auf diese Weise die Veräußerungen der Immobilien auf später zu verschieben anstreben und dabei auf den Aufschwung der Wirtschaft und des Immobilienmarkts „setzen“. Diese Praxis hat auch den Segen der Europäer erhalten, die vertreten, die wie auch immer gearteten in diese Richtung erfolgenden Züge haben untrennbar an den Verlauf der Wirtschaft gekoppelt zu sein.

Bankfunktionäre betonen gegenüber „moneypro“, wenn der Kurs der Wirtschaft gut verläuft, werden sich auch die notleidenden Kredite (NLP) signifikant reduzieren. Als charakteristisches Beispiel führen sie die Hotelbranche an. Viele Große Hotels, die bei diversen „roten“ Krediten als Pfand eingesetzt worden sind, wären vor wenigen Jahren für ein Stück Brot verkauft worden. Mit dem Aufschwung des Tourismus können nun jedoch viele Unternehmer wieder Kreditraten tilgen. Diese selben Hotels sind in den Büchern der Banken mit anderen Werten verbucht (und erfordern somit weniger Rücklagen ), und sollten sie am Ende des Tages verkauft werden, werden die Preise, zu denen der Verkauf erfolgen wird, sicherlich höher sein.

Andererseits „laufen“ natürlich nicht alle produktiven Sektoren mit der selben Geschwindigkeit. Deshalb halten die Banken für notwendig, dass auch andere Werkzeuge zum Einsatz kommen, wie beispielsweise außergerichtliche Vergleiche usw. Jedenfalls werden die Banken, sofern es einen Aufschwung der Wirtschaft gibt, davon positiv beeinflusst werden.

Enthüllende Zahlen zu Immobilien-Versteigerungen in Griechenland

Wie auch immer, die Zahlen sind enthüllend. Von den ungefähr 1.350 elektronischen Versteigerungen, die seit dem 28 Februar 2018 mit der Inbetriebnahme der entsprechenden Plattform bis zum 22 März 2018 durchgeführt worden sind, sind rund 400 mit Erfolg vollendet worden, waren also fruchtbar, während auch die Anzahl der unfruchtbaren entsprechend war. Die übrigen Versteigerungen wurden wegen einer Regulierung der Schuld oder nach Verständigung zwischen Schuldnern und Betreibern aufgeschoben oder annulliert.

Und all dies geschieht zu einer Stunde, wo in wenigen Wochen ab heute, konkret ab dem 01 Mai 2018, für das Finanzministerium und die „Unabhängige Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE) wie in dem revidierten Memorandum vorgesehen eine explizite Verpflichtung besteht, dass die elektronischen Versteigerungen auch auf den öffentlichen Sektor ausgeweitet werden. Die Verordnung zur Beitreibung öffentlicher Einnahmen nimmt keinerlei Immobilie von der Versteigerung aus, womit sehr wahrscheinlich ist, dass jemand, wenn er keine Schutzverfahren (im Grunde genommen mittels der die letzte … Zuflucht darstellende „Lex Katseli“) in Gang setzt, sogar auch seine Hauptwohnung verliert.

Außerdem fällt das konkrete Datum auch mit dem Eintreffen der Leiter der sogenannten Institutionen in Athen zwecks technischer Vollendung der vierten Bewertung zusammen. Wie „moneypro“ am 03 März 2018 enthüllt hatte, war die Anweisung der Institutionen an die Funktionäre der Steuerverwaltung klar: „Hört mit den Kontopfändungen auf und fokussiert Euch auf die Immobilien der Schuldner.“ Was dies bedeutet? Es bedeutet, dass die Anzahl der unter den E-Hammer kommenden Immobilien signifikant steigen wird, da in Griechenland die fälligen Verbindlichkeiten an Fiskus – Finanzamt – Kassen 120 Milliarden Euro übersteigen.

Zwangsversteigerungen als Druckmittel gegen Großschuldner

Jedenfalls scheinen die Banken nicht bereit zu sein, zu massenhaften Versteigerungen von Immobilien geringen Wertes zu schreiten, da Instandhaltung, Bewachung, aber auch Entrichtung der steuerlichen Lasten wie der ENFIA die Ansammlung von Immobilien besonders schadensträchtig machen, zumal zur selben Stunde, wo es sehr wahrscheinlich ist, dass sie in einer Periode, in der die Immobilientransaktionen „mit der Pipette“ erfolgen, die Preise noch weiter drücken werden.

Somit ziehen die Banken vor, solche Immobilien „unberührt“ zu lassen, bis sich die Lage klären wird. Dagegen versteigern sie aber sogar auch Immobilien mit geringen Werten in einer Größenordnung von nur 6.000 – 7.000 Euro, die jedoch Schuldnern mit großen fälligen Verbindlichkeiten gehören, um sie dazu zu bringen, für Regulierungen an den … Schaltern vorstellig zu werden.

(Quelle: fpress.gr, basierend auf einer Reportage der Zeitung Parapolitika)

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