Griechenland verschärft Straßenverkehrsordnung

16. März 2018 / Aufrufe: 1.187

Was sich in Griechenland bei Bußgeldern und Sanktionen für Verletzungen für Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung ändern soll.

Der am 13 März 2018 dem zuständigen parlamentarischen Ausschuss zur Debatte vorgelegte Gesetzentwurf des griechischen Ministeriums für Infrastrukturen sieht unter anderem signifikante Änderungen bei Geldstrafen und sonstigen Sanktionen für Verletzungen der Straßenverkehrsordnung (StVO bzw. in Griechenland KOK) vor.

Was die für Verstöße gegen die StVO vorgesehenen Bußgelder betrifft, sollen diese – unter Ausnahme der nachstehend aufgeführten Verstöße – nominal um 40% gesenkt werden. (Warum sich unter dem Strich trotzdem eine happige Erhöhung ergibt, wird ebenfalls nachstehend ersichtlich.)

Höhere Bußgelder und lebenslanger Führerscheinentzug

Wie gesagt sind von der nominalen Senkung der Bußgelder eine Reihe als besonders schwerwiegend eingestufter Verstöße ausgenommen, nämlich konkret:

  • Fahren unter Alkoholeinfluss
  • Beteiligung an improvisierten Rennen
  • Missachtung des Rotlichts einer Lichtzeichenanlage (Ampel)
  • Missachtung des Stoppschilds
  • Demonstration von Können, Imponiergehabe, Wettbewerb
  • irreguläres Überholen

In den vorstehenden Fälle werden die Bußgelder sogar erhöht, und wenn ein Fahrer einen dieser Verstöße innerhalb von fünf Jahren dreimal begeht, soll ihm die Fahrerlaubnis für immer entzogen werden.

Außerdem sieht besagter Gesetzentwurf die Streichung einer bisher geltenden Bestimmung vor, gemäß der festgestellte / verhängte Bußgelder sich bei (unter anderem eine Anerkennung implizierender …) Bezahlung innerhalb von 10 Tagen auf die Hälfte reduzieren. In der Praxis resultieren also die propagierten nominalen „Senkungen“ in einer globalen Erhöhung aller Bußgelder um wenigstens 20%!

5 Kategorien, gestaffelte Bußgelder und Verwaltungsstrafen

Mit der neuen StVO werden in Griechenland die Verkehrsverstöße in drei Kategorien eingeteilt:

  • Verstöße niedriger Gefährlichkeit (Bußgelder bis 100 Euro)
  • Verstöße mittlerer Gefährlichkeit (Bußgelder ab 101 bis 300 Euro)
  • Verstöße hoher Gefährlichkeit (Bußgelder ab 301 bis 600 Euro).

Zusätzlich sieht der Gesetzentwurf zwei weitere Kategorien vor:

  • Verstöße hoher Häufigkeit
  • Fälle asozialen Verhaltens

die jeweils mit dem Entzug des Führerscheins für 60 Tage geahndet werden. Ebenfalls sind bei Verstößen wie

  • Nutzung des Mobiltelefons ohne Kopfhörer
  • Missachtung der Anschnallpflicht
  • Missachtung der Helmpflicht
  • Beförderung von Kindern ohne Absicherung

Verwaltungsmaßnahmen vorgesehen, nämlich konkret die Einziehung der Fahrerlaubnis sowie auch der Zulassung des Fahrzeugs – also seine (Zwangs-) Stilllegung – für 60 Tage (womit Griechenland weiterhin das wohl einzige Land bleibt, in dem nicht nur Personen, sondern auch Gegenstände / Sachen bestraft werden!).

Hinsichtlich der Mobiltelefon-Nutzung und (un-) sicheren Beförderung von Kindern wiederum wird der Zuwiderhandelnde im Fall einer innerhalb von sechs Monaten festgestellten „Rückfälligkeit“ die Führerscheinprüfung wiederholen müssen.

Abschließend sei angemerkt, dass für den Verstoß des regelwidrigen Überholens von Lastwagen beim ersten Mal die vorgesehene Verwaltungsstrafe 30 Tage Führerscheinentzug ohne Einziehung der Zulassung bzw. Zwangsstilllegung des Fahrzeugs ist.

(Quellen: iefimerida.gr, Medienberichte)

Kommentare sind geschlossen