Zwangsversteigerungen in Griechenland nur noch elektronisch

24. Februar 2018 / Aufrufe: 1.053

Mit der fortan obligatorisch elektronischen Abwicklung von Zwangsversteigerungen gehört das bisherige Prozedere im Zuständigkeitsbereich der Amtsgerichte der Vergangenheit an.

In Griechenland traten ab dem 21 Februar 2018 die (Zwangs-) Versteigerungen in die neue elektronische Epoche ein, da das nunmehr ausschließlich elektronische Prozedere eingeläutet wurde und fortan alle einschlägigen Verfahren „digital“ durchgeführt werden.

Zu dieser „Premiere“ sollten 70 Immobilien unter den „elektronischen Hammer“ kommen, während auf der einschlägigen Plattform bis zum vergangenen Dienstag (20 Februar 2018) bereits 1.784 Versteigerung eingestellt worden waren. Ziel ist, dass bis April 2018 rund 3.000 (Zwangs-) Versteigerungen dieser Art realisiert worden sind.

Elektronische Zwangsversteigerungen setzen Schuldner unter Druck

Laut dem Präsidenten der (Kammer der) Notare in Athen – Piräus, Giorgos Rouskas, lassen sich mittlerweile alltäglich Notare aus ganz Griechenland auf der entsprechenden elektronischen Plattform registrieren / zertifizieren.

Zur selben Stunde hatte die Partei „Volksunion“ den 21 Februar 2018 zum „Aktionstag gegen die Versteigerungen“ erklärt und zu einer (Protest-) Versammlung auf dem Korais-Platz (in Athen) um 18:00 Uhr aufgerufen, während die Gewerkschaft „PAME“ zu einer entsprechenden Versammlung an der Omonia-Straße um 18:30 Uhr aufrief.

Die Banken, aber auch Privatleute glauben, dass sich, sofern das System in Schwung kommt, viele Schuldner sputen werden, ihre Schuld – sofern sie die Möglichkeit dazu haben – zu regulieren, um die (ihre) Immobilie nicht zu verlieren.

Es sei in Erinnerung gerufen, dass die elektronischen Versteigerungen eine der beiden anhängigen vorab zu erfüllenden Voraussetzungen, aber auch der hauptsächliche Anlass dafür sind, dass die Rate der 5,7 Mrd. Euro bis in den März 2018 eingefroren wurde. Die andere ist das Urteil des Obersten Rechnungshofs (StE) bezüglich der Investition auf dem Elliniko-Areal, mit dessen Verkündung bis Ende des Monats gerechnet wird.

Griechenlands Gläubiger fordern jährlich 40.000 Zwangsversteigerungen

Der mit dem Konvergenzbericht der Europäischen Kommission gesetzte Zeitplan sieht jährlich 40.000 (Zwangs-) Versteigerungen in den kommenden drei Jahren vor. Aus dem erfolgreichen Ausgang der Versteigerungen wird beurteilt werden, ob die griechischen Banken das von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Ziel bezüglich mindestens 3.000 Vorgänge bis April 2018 tangieren.

Das griechische Finanzamt schickt sich derweilen an, ab Mai 2018 zu 17.000 Versteigerungen immobiler und mobiler Vermögenselemente zu schreiten und 73.000 Steuerpflichtige „an die Wand zu“ stellen. Es handelt sich um natürliche Personen und Unternehmen, die jeweils Steuern, Abgaben und Steuerstrafen von insgesamt über 50.000 Euro schulden. Sie sind die Ersten, die in den Rahmen der elektronischen Versteigerungen geraten und bereits spüren, wie sich die Schlinge des Steuerbeitreibungsmechanismus rund um sie bedrohlich zuzieht.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Giorgos Antonopoulos)

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