Warum in Griechenland nicht investiert wird

1. Februar 2018 / Aufrufe: 1.041

Aus welchen Gründen in Griechenland keine industriellen Investitionen erfolgen.

Im Rahmen der Tagung des Industrieausschusses von BusinessEurope in Athen wurden die Hauptgründe präsentiert, welche die industriellen Investitionen in Griechenland verhindern.

Es wurde betont, die hauptsächlichen investitionshemmenden Gründe seien die Energiekosten und die hohen Lohnnebenkosten der Beschäftigung (Abgaben). Der Vorsitzende des Ausschusses, Gerhard Koch, sprach ebenfalls das Thema der hohen Finanzierungskosten sowie auch die Notwendigkeit zur Wiederherstellung des Vertrauens an.

Ohne starke Produktivität kann es in Griechenland kein Wachstum geben

Was die Energie betrifft, führte Gerhard Koch an, die Produktionskosten in den Mitgliedsländern der Europäischen Union zeigen keine signifikanten Unterschiede, die Endpreise haben jedoch große Abweichungen, die auf Steuern, Abgaben und sonstigen Belastungen beruhen, darunter auch die Subventionen für die regenerativen Energiequellen.

Wie er anmerkte, liegt der Preis der Kilowattstunde in Griechenland um 30% höher als der EU-Durchschnittswert, der wiederum doppelt so hoch ist wie die Preise in den USA. Sich andererseits auf die Kosten des Geldes beziehend betonte er, die Zinssätze in Griechenland bewegen sich auf dem Niveau von 7%, gegenüber 2% – 3% in der Europäischen Union. Solange dieser Abstand existiert, sei es schwierig, dass jemand in Griechenland investiert und wettbewerbsfähig ist, merkte er an.

Der Unternehmens- und Industrieverband Griechenlands (SEV) spricht sich für die Etablierung einer nationalen Zielvorgabe für die Steigerung des Anteil der Industrie auf 12% am BIP bis 2020 aus, gegenüber 8,6%, die er 2016 betrug. Das europäische Ziel ist entsprechend die Erzielung eines Anteils von 20% bis zum selben Jahr. Wie der Vorsitzende des Industrieausschusses von BusinessEurope diesbezüglich unterstrich, kann es ohne starke Produktivität kein Wachstum, keine Schaffung von Arbeitsplätzen, keine Investitionen und keine Innovation geben.

Den präsentierten Angaben zufolge sind 87,7% der Güterexporte Griechenlands Industrieprodukte im Wert von 22,3 Mrd. Euro. Ebenfalls schritt die Industrie während der Dauer der Krise (2009 – 2015) zu Investitionen in Höhe von 23 Milliarden Euro, während sie mit 40% zu dem gesamten Aufkommen der Einkommensteuer juristischer Personen beiträgt.

(Quelle: iefimerida.gr)

  1. BravoZulu
    1. Februar 2018, 16:55 | #1

    Der Hauptgrund warum keiner investiert, ist die sehr große Planungsunsicherheit Die Investoren befürchten, dass jede Woche neue ungünstige Bestimmungen verabschiedet werden.

  2. Jorgo Benth
    1. Februar 2018, 22:31 | #2

    Nur wenn es sich für die „Europäische Industrie- und Finanzgesellschaft“ lohnt, wird auch in Griechenland investiert. Mann muß sich schämen, dass Griechenland immer mehr nur abgeben soll. Gleichzeitig wird weiter auf Griechenland herum gehackt. Wer an den „großzügigen Hilfsgeldern“ für Ellada verdient? Es sind jene, die angeblich investieren wollen und gleichzeitig auch die hohen Zinsen für die Kredite kassieren. Wo gibt es momentan so viele Zinsen für geliehenes Geld?

  3. Cyr
    2. Februar 2018, 10:43 | #3

    Eine Firma investiert nur, wenn die Aussicht auf Gewinn groß ist. Welche und was soll denn in Griechenland produzieren? Die Bevölkerung ist zu veramt und für den Export fehlt es in Griechenland einfach an Manpower und Knowhow.

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