Kalte Dusche für Griechenlands Immobilienmarkt

2. Februar 2018 / Aufrufe: 1.362

Dem ungünstigsten Szenarium der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zufolge droht dem Immobilienmarkt in Griechenland ein neuer Absturz der Preise.

In Erwartung der (Banken-) Stresstests mögen die Lichter der Öffentlichkeit auf das ungünstige Szenarium bezüglich der fundamentalen Größen der Wirtschaft Griechenlands gerichtet sein, die wirklich unangenehme Überraschung brachten jedoch die Prognosen der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) bezüglich der Immobilienpreise.

Dem wie an Bloomberg durchgesickerten ungünstigen Szenarium der EBA zufolge werden in Griechenland die Wohnungspreise in diesem Jahr (2018) um 7,3%, im nächsten Jahr um 6,7% und 2020 um 3,6%, also in den kommenden drei Jahren kumulativ um 17,6% sinken.

Griechenlands Immobilienmarkt wird lange brauchen um sich aufzurappeln

Entsprechend wird prognostiziert, dass in Griechenland die Preise der gewerblichen Immobilien 2018 um 9,2%, 2019 um 6,1% und 2020 um 2,2%, also kumulativ um 17,5% weiter zurückgehen werden. Und all dies zur Stunde, wo Griechenlands BIP – immer gemäß dem ungünstigen Szenarium der BEA – in den drei Jahren 2018 – 2020 einen Rückgang um 3,2% verzeichnen werden wird.

Aber auch das Basisszenarium lässt nicht das geringste zuversichtliche Lächeln zu. Auch wenn so prognostiziert wird, dass Griechenlands BIP bis Ende 2020 kumulativ um 7,3% steigen wird, werden die Preise der Wohnimmobilien um 1% (bei einem Rückgang um 0,5% im Jahr 2018) und der Gewerbeimmobilien um gerade einmal 0,9% steigen!

Marktfaktoren schätzen ein, dass diese Unheil verkündenden Prognosen der EBA anfänglich auch die Einschätzungen bezüglich des Drucks einbeziehen, den die Marktpreise der Immobilien aus der Welle der (Zwangs-) Versteigerungen erfahren werden, die den verbindlichen Zusagen der griechischen Banken allein in diesem Jahr 10.000 erreichen werden (siehe auch Versteigerungen drohen Griechenlands Wohnungsmarkt zu sprengen). Jedoch einzig und allein der Umstand, dass sogar auch in diesem Basisszenarium die Immobilienpreise im Verhältnis zu der Dynamik des BIP zurückbleiben, zeigt, dass Griechenlands Immobilienmarkt noch sehr lange brauchen wird um wieder auf die Beine zu kommen.

Griechische Bank fordert Maßnahmen zur Stärkung des Immobilienmarkts

Vor dem Hintergrund der kalten Dusche von der EBA wurde inzwischen das Prozedere der Suche nach (Immobilien-) Schätzern vollendet, die auf dem gesamten griechischen Staatsgebiet die Marktpreise bestimmen und dem Finanzministerium die neuen Einheitswerte vorschlagen werden sollen. Diese Vorschläge werden mit Interesse auch von den (Führungs-) Stäben der Banken erwartet.

Laut der Griechischen Bank wird die negative Auswirkung auf die Immobilienpreisen aus dem Verkäufen an Funds und den (Zwangs-) Versteigerungen kurzfristig sein und Immobilien mit „unterlegeneren Charakteristika“ – sprich niedrigerer Standards – betreffen. Langfristig wird erwartet, dass die Anheizung des Marktes die Marktnachfrage nach Immobilien hoher Standards und mit investiven Charakteristika stärken und letztendlich die Nachfrage auf der gesamten Bandbreite des Marktes mitziehen wird.

Die Griechische Bank merkt jedoch auch an, es sei notwendig, dass konkrete Schritte zur Verstärkung der Nachfrage erfolgen, die unter anderem die Rationalisierung der Besteuerung der Immobilien, die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren, aber auch die Bereitstellung für die Ausarbeitung der Business-Pläne erforderlicher frei zugänglicher öffentlicher Fakten an die potentiellen Investoren umfassen.

(Quelle: iefimerida.gr, Autor: Giorgos Pappous)

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