Griechenlands Gläubiger fordern mehr Zwangsversteigerungen

22. Februar 2018 / Aufrufe: 758

EZB-Chef Mario Draghi lastet Griechenland Verzögerungen bei der Realisierung elektronischer Zwangsversteigerung von Immobilien an.

Unter dem Druck der „hier und jetzt“ Resultate fordernden Institutionen (sprich Gläubiger des Landes) steigen in Griechenland die auf der elektronischen Versteigerungs-Plattform eingestellten Auktionen mit geometrischem Zuwachs an.

Bei der Eurogruppe des Montags bezeichnend war der zwischen EZB-Präsident Mario Draghi und Finanzminister Evklidis Tsakalotos verzeichnete „hitzige Zwischenfall“, als ersterer die Verzögerungen im Verfahren der elektronischen Versteigerungen ansprach.

Griechenlands Gläubiger wollen „Blut“ fließen sehen

Wie zuverlässige europäische Quellen gegenüber insider.gr anführen, unterstrich der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), es sei „sehr signifikant„, dass die elektronischen Versteigerungen ungehindert und ohne Verzögerungen durchgeführt werden. Geschehe dies nicht, werden die Organe der EZB, welche die Stress-Test für die griechischen Banken durchführen, erhöhte Rückstellungen bezüglich der mit Immobilien besicherten „roten Kredite“ verlangen, da eine (Be- / Ver-) Hinderung der (Zwangs-) Versteigerungen auch eine eingeschränkte Möglichkeit zur Verflüssigung der in den Bilanzen der griechischen Banken verzeichneten Sicherheiten bedeutet.

Die „Institutionen“ haben von den griechischen Behörden wiederholt verlangt, Wege zu finden, die sich insbesondere bei den Notarkammern der Peripherie Zwangsversteigerungen zu vollstrecken weigernden Notare zu umgehen. Wie insider.gr berichtet hat, wird Dem mit der Verlagerung der Versteigerungen von der Provinz nach Athen begegnet, wie im übrigen auch von der Multi-Gesetzvorlage vorgesehen ist, die im Januar 2018 verabschiedet wurde und die Durchführung der Versteigerungen ausschließlich in elektronischer Form etablierte. Wie darin vorgesehen ist, „schuldet der Betreiber, die Möglichkeit des Bezirks der Notarkammer am Ort der Vollstreckung auszuschöpfen und sich schließlich – also in Ermangelung einer anderen Möglichkeit – an die Hauptstadt des Staates und konkret deren Notarkammer zu wenden„.

Zwangsversteigerungen in Griechenland vervierfachen sich

Für den 21 Februar 2018 mögen gerade einmal 70 Versteigerungen mittels der speziellen Plattform angesetzt worden sein, ab kommendem Dienstag (28 Februar 2018) wird jedoch „Gas gegeben“ und erwartet, dass rund 260 Versteigerungen vollstreckt werden. Mittlerweile ist bereits ein großer Teil der Versteigerungen von der Liste der Amtsgerichte auf die elektronische Plattform verlagert worden, welcher Umstand den zügigen Übergang von den physischen zu den elektronischen Versteigerungen signalisiert. (Siehe auch: Versteigerungen drohen Griechenlands Wohnungsmarkt zu sprengen)

Wie der besagte Multi-Gesetzentwurf anführt, kann sogar der anfängliche Termin für die Vollstreckung der Versteigerung beibehalten werden und es reicht aus, dass dem Schuldner eine 20-tägige Bekanntgabe bezüglich der Änderung des Prozedere gewährt worden ist. Wie aus den letzten Angaben hervorgeht, sind tatsächlich dutzende Versteigerungen von den Amtsgerichten mit dem selben Datum, also zum 28 Februar 2018 auf die elektronische Plattform verlagert worden.

Jedenfalls sei angemerkt, dass bis jüngst ausschließlich gewerbliche Immobilien unter den „elektronischen Hammer“ kamen, während die physischen Versteigerungen auch gegen Privatleute betrieben werden, welcher Umstand eine essentielle Beschleunigung und Änderung bei der Natur der Versteigerungen signalisieren wird, die auch den „Schlüssel“ für die Freigabe der Teilrate von 5,7 Mrd. Euro im März 2018 darstellen.

(Quelle: insider.gr, Autorin: Vasso Aggeletou)

  1. Kleoni
    22. Februar 2018, 09:43 | #1

    Die Wirtschaftsbesatzer wollen zwei Fliegen auf einen Schlag erreichen: 1. dass vielen nicht nur hungern, sondern man nimmt ihnen auch noch ihr Obdach, damit die neoliberalen Profiteure sich noch mehr auf Kosten der Armen bereichern. Und 2. will man für die neoliberalen, konservativen Seilschaften einen fruchtbaren Boden für die kommenden Wahlen schaffen, denn bis dann hat eine in die Knie gezwungene linke Regierung die gesamte Drecksarbeit und Versäumnisse der letzten 40 Jahre geleistet und soll deshalb mit Schimpf und Schande davon gejagt werden. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, jetzt kann er gehen.

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