Griechenland kriminalisiert Barzahler

21. Februar 2018 / Aufrufe: 1.698

Käufe im Wert von über 500 Euro bar bezahlenden Privatleuten droht in Griechenland eine Geldstrafe von jeweils 100 Euro.

Nach den in den beiden letzten Jahren erfolgten Änderungen bei den gesetzlichen Bestimmungen gab die sogenannte „Unabhängige Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE) die Liste der fallweise bis zu 20000 Euro erreichenden Geldstrafen bekannt, die beispielsweise gegen keine oder inkorrekte Zahlungsbelege ausstellende Ärzte und Nachhilfeschulen, aber auch in Fällen „frisierter“ Registrierkassen verhängt werden.

Im Bestreben nach einer totalen Kontrolle des Finanzverkehrs werden in Griechenland mittlerweile auch Barzahler „kriminalisiert“, denen abgesehen von allen übrigen Konsequenzen nunmehr bereits ab relativ belanglosen Barkäufen eine empfindliche Geldstrafe droht.

100 Euro Strafe für private Barkäufe ab 500 Euro in Griechenland

Gemäß den aktuellen Bestimmungen ist unter anderem vorgesehen:

„Wenn im Fall eines Kaufs von Dienstleistungen oder Waren im Wert von über 500 Euro die Bezahlung mit Geld in physischer Form und nicht mit „Plastikgeld“ erfolgt, wird gegen den Käufer eine Geldstrafe von 100 Euro je Verstoß (!) verhängt.

Für die Anwendung der konkreten Bestimmung gilt als Nichtbefolgung von Verpflichtungen die Begleichung steuerlicher Belege (Rechnung, Quittung usw.) im Nennwert von 500 Euro und mehr durch den Empfänger (privaten Käufer) der Güter oder Dienstleistungen nicht unter Nutzung sogenannter „Karten-Zahlungsmittel“ (wie Kredit-, Debit-, Prepaid-Karten usw.) oder anderer „elektronischer Zahlungsmittel“ (wie Banküberweisung, per Zahlungskonto usw.).“

Effizienz und Realisierbarkeit solcher – angeblich auf Bekämpfung der Geldwäsche und Steuerhinterziehung absehender – hirnverbrannter Bestimmungen und Maßnahmen (siehe auch die berüchtigten Taschenkontrollen) zu beurteilen, bleibt Jedem selbst überlassen. Dem gesunden Menschenverstand und letztendlich auch den einschlägigen Erfahrungen zufolge bewirken sie jedoch in der Regel ein völlig diametrales Resultat …

[Quellen: newsbeast.gr (Auszug), Medienberichte]

  1. Stavros-Schweiz
    21. Februar 2018, 10:49 | #1

    Genug ist jetzt aber GENUG !! Was erlauben sich diese Angestellten des Volkes überhaupt noch alles? Die wollen die totale Kontrolle wie in Russland und Nordkorea, damit sie die leidende Bevölkerung jederzeit noch mehr schröpfen können.Pfui Teufel an diese Regierung; knechten können sie und die Hilfe wird verweigert.Diese Regierung ist der EU hörig und darum sollte man sie in die Wüste schicken.

  2. Manfred Gante
    21. Februar 2018, 13:10 | #2

    Wieviel kranke Hirne geistern in der griechischen Finanzverwaltung herum und sehen in jedem Bürger einen potentionellen Steuerbetrüger !!!

  3. GR-Block
    21. Februar 2018, 23:16 | #3

    Die Rücknahme des Bargelds ist keine griechische Erfindung. Der gläserne Konsument ist eher eine EUrotische Phantasie des „Investors“. Der Kapitalismus möchte jegliche Aktivität des Menschen vollständig erfassen und durch eine Messgröße, genannt Währung, quantifizieren. Dann muss man nur noch den Geldströmen folgen und erreicht jeden einzelnen Konsumenten und kontrolliert ihn. So eine marktkonforme, „ideale“ Gesellschaft wäre an Effizienz nicht zu schlagen und auf den Weltmärkten entwicklungsfähig wie ein Krebsgeschwür. Allerdings kann man Geldströmen nicht folgen, nachdem sie bar ausgezahlt wurden. Deshalb sollen zunächst große Beträge nur noch bargeldlos transferiert werden, dann werden die großen Scheine abgeschafft und schließlich auch das Kleingeld.
    Der gläserne Konsument wird kapitalistisch so optimiert, dass er voll versorgt wird. Keine Hamsterkäufe, keine Immobilien oder konservative Geldanlagen für die Zukunft, kein Sparbuch. Nein, der Konsument soll sein Monatsgehalt offen – und vom Investor messbar – verkonsumieren, quasi von der Hand in den Mund leben, aber ja keine Unabhängigkeit vom System erreichen.
    Damit sich der Mensch kein Hab und Gut aneignen kann, wird sein Einkommen (mit seiner Duldung, z.B. mittels Agenda 2010, Memoranden …) beschnitten und ihm gleichzeitig eingeredet, dass trotz Vollbeschäftigung, er eigentlich mehr Arbeit haben wollte. Selbst wenn in einem Land weit mehr als 50% der Bevölkerung fremdbestimmt arbeiten (müssen), spricht man von „Arbeitslosigkeit“; welch ein Wahnsinn!
    Damit also noch mehr Menschen den Feudalherren dienen müssen, wird ihnen der Wohlstand genommen und stattdessen Arbeit angeboten. Aber nur zu Bedingungen, dass dabei kein Wohlstand / Vermögen, also Freiheit erzeugt werden kann. Dieses „Herren-Untertanen-Konzept“ einer „idealen“ Gesellschaft nennen Historiker Feudalismus. Für Biologen ist es schlichtweg ein Termitenbau.

    Ich würde gar zu gerne die Mitschnitte des Herrn Varoufakis aus den Konferenzen der EURO-Group hören. Wer hatte vorgeschlagen, dass ausgerechnet GR das Versuchskaninchen spielen sollte? Warum wollten es sich „Investoren“ nicht stattdessen mit ihren eigenen Völkern verderben? Es kann nicht an der Steuerhinterziehung liegen, die ist in Industriestaaten pro Kopf deutlich höher als in GR. Das gleiche gilt natürlich auch für die Kontrolle des Individuums. Das wird weder im kleinen Hellas noch in der Weite Sibiriens je funktionieren. Perfekte Kontrolle gibt es nur in Industriestaaten und im Termitenbau.

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