Besteuerung von Mietforderungen in Griechenland

18. Februar 2018 / Aufrufe: 820

Um der Besteuerung nicht realisierter Mieteinnahmen zu entgehen, sind Eigentümer von Immobilien gezwungen, gutes Geld schlechtem hinterherwerfen.

Für die Eigentümer von Immobilien in Griechenland, die im Jahr 2017 nicht eingenommene Mietzahlungen hatten, gibt es einen Weg, dem Finanzamt zu entkommen und nicht für Einkommen besteuert zu werden, die sie niemals erhielten.

Erklärend sei angemerkt, dass im Fall der Nichtbefolgung des obligatorischen Prozedere auch nicht realisierte Mieteinnahmen als reguläres Einkommen behandelt und sogar ab dem ersten Euro pauschal mit Sätzen von neuerdings 15% – 45% besteuert werden!

Geprellte Vermieter müssen schlechtem Geld gutes hinterherwerfen …

Die Mietzahlungen, die der Eigentümer während der Dauer des Jahres 2017 nicht von seinem Mieter beizutreiben vermochte, kann er in diesem Jahr (sprich in der Steuererklärung 2018 für Einkommen des Jahres 2017) in separaten Feldern sowohl im Formular E2 als auch im Formular E1 angeben. Konkret sind die nicht eingenommenen Mietzahlungen im Formular E2 in Spalte 16 der ersten Seite und im Formular E1 in den Feldern 125 – 126 der Tabelle 4D2 auf der dritten Seite zu deklarieren.

Damit diese Einkommen nicht besteuert werden, muss jedoch zu Lasten des Mieters bis zur Abgabefrist der Steuererklärung ein Zahlungsbefehl oder eine Anordnung auf Herausgabe der Nutzung eines Mietobjekts oder ein gerichtlicher Beschluss zur Räumung oder Zusprechung von Mietzahlungen ergangen oder gegen den Mieter eine Klage auf Räumung oder Zusprechung von Mietzahlungen ausgeübt worden sein. Weiter hat der Eigentümer der Immobilie ebenfalls vor der Abgabe seiner Steuererklärung beim Finanzamt Photokopien der Anordnungen, ergangenen gerichtlichen Beschlüsse oder ausgeübten Klagen einzureichen.

Angesichts des Umstands, dass abgesehen von dem allgemeinen Aufwand und Stress die Gerichts- und Anwaltskosten für die Betreibung der geforderten gerichtlichen Maßnahmen oder / und Erwirkung entsprechender Beschlüsse und Urteile in Griechenland schnell die Höhe der ursprünglichen Forderung übersteigen können, werden schließlich wieder zahlreiche geprellte Vermieter die bittere Pille schlucken und Steuern auf inexistente Einkommen zahlen anstatt „gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen„.

Für etliche Vermieter kann sich aber auch dies als böser Bumerang erweisen, da sie damit ein reales (!) Einkommen aus Mieteinnahmen eingestehen, das abgesehen von der pauschalen (sprich eigenständigen) Besteuerung ihrem Gesamteinkommen hinzugerechnet wird. Letzteres kann sich wiederum fatal auf kritische Bemessungsgrenzen wie beispielsweise in Zusammenhang mit der Veranlagung zur (in Griechenland bis zu 10% gestaffelten!) „Solidaritätsabgabe“, Bewilligung / Bemessung von Kindergeld, Sozialleistungen, Steuerermäßgungen usw. auswirken und unter dem Strich noch teurer zu stehen kommen als die geforderten vorstehenden juristischen Maßnahmen zu betreiben … .

(Quellen: dikaiologitika.gr, Medienberichte)

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