Griechenland zockt Gelegenheitsarbeiter ab

20. Dezember 2017 / Aufrufe: 680

Ab 2018 werden in Griechenland gelegentliche Beschäftigungen und Minijobs ausnahmslos sozialversicherungspflichtig.

Eine „Abzocke“ von 26,95% für Hauptversicherung und Gesundheit (sprich gesetzliche Rentenversicherung und Krankenversicherung) werden ab dem 01 Januar 2018 in Griechenland auch all jene zahlen, die nur gelegentlich jobben und mittels sogenannter Kostenquittungen („Erwerbstitel“) entlohnt werden.

Die Gläubiger des Landes scheinen diesbezüglich „grünes Licht“ gegeben haben und in den kommenden Tagen soll dem Parlament von Arbeitsministerin Efi Achtsioglou die umstrittene einschlägige Novelle vorgelegt werden.

„Jobbende“ Rentner verlieren in Griechenland 60% ihrer Rente

Informationen zufolge sollen die Abgaben in Höhe von 26,95% von dem Aussteller des Belegs einbehalten und von ihm selbst an den „Einheitlichen Träger für Sozialversicherungen“ (EFKA) entrichtet werden. Dies bedeutet, dass der Aussteller des Belegs die alleinige Verantwortung für die Abführung der Sozialbeiträge trägt. Gemäß der Novelle werden die Sozialabgaben auf den Nettowert des Belegs erhoben werden, nachdem vorher die sich auf pauschal 20% belaufende Einkommensteuer abgezogen worden ist.

Im Fall der Ausgabenquittung wird es keinen Mindestplafond für die Beiträge geben, wie es bei den übrigen Versicherten der Fall ist. Die Entrichtung der Beiträge betrifft jedoch alle, es gibt also keinerlei Ausnahme, und sie gilt sogar auch für Rentner, Arbeitslose, Hausfrauen, Schüler, Studenten usw., die möglicherweise gelegentlich irgend eine Beschäftigung haben und dafür mittels „Erwerbstiteln“ entlohnt werden.

Die Erhebung der Sozialabgaben verpflichtet beide Seiten (Arbeitgeber und Arbeitnehmer), fortan einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Falls der Beschäftigte nicht anderweitig (z. B. als Arbeitnehmer) sozialversichert ist, wird dieser Vertrag ein wertvolles „Werkzeug“ sein, damit der EFKA exakt die persönlichen Versicherungszeiten bestimmen kann. (Anmerkung: Ob sich aus derartigen gelegentlichen Beschäftigungen und Minijobs letztendlich auch irgendein Anspruch fundamentiert werden kann, mag dahingestellt bleiben … .)

Andererseits ist zu unterstreichen, das speziell Rentner, die mittels Kostenquittungen bezahlt werden, ab dem 01 Januar 2018 und nachfolgend zusätzlich unter die gesetzlich vorgesehene Kürzung ihrer Rente um 60% fallen werden. Diese Kürzung erfolgt für den Zeitraum der Beschäftigung und unabhängig von der Höhe des damit erzielten (Zusatz-) Einkommens.

(Quellen: euro2day.gr, Medienberichte)

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