Griechenland erstickt in Asylanträgen

16. Dezember 2017 / Aufrufe: 408

In Griechenland werden allein auf den 5 Inseln in der Ägäis, auf denen sogenannte Hot Spots existieren,  jede Woche durchschnittlich 750 Asylanträge bearbeitet.

Wie Griechenlands Asylbehörde in einer Bekanntmachung auf Äußerungen und Publikationen bezüglich „der angeblichen Verzögerungen und der Anzahl der anhängigen Asylanträge“ antwortend anführt, betrug im November 2017 die durchschnittliche Bearbeitungszeit der Anträge in erster Instanz 72 Tage.

Die Asylbehörde wickelt auf den fünf griechischen Ägäis-Inseln, auf denen es Auffang- und Identifizierungszentren (sprich sogenannte „Hot Spots“) gibt, jede Woche mehr als 750 Asylanträge in erster Instanz ab.

Griechenlands Asylbehörde führt einen ungleichen Kampf

Die auf den griechischen Ägäis-Inseln bearbeiteten Asylanträge resultierten während der laufenden Periode entweder in der Erteilung eines Asylanten-Ausweises oder in 16% der Fälle in einem ablehnenden Bescheid oder in einem Aussetzungsbeschluss. Seit März 2016 und bis zum 10 Dezember 2017 sind auf den besagten fünf Inseln 33.021 Anträge bearbeitet worden.

Was die Resultate der Anträge auf diesen Inseln betrifft, wurden die Anträge in 2.220 Fällen infolge der Anwendung des Begriffs des „sicheren Drittlands“ als unschlüssig abgewiesen und 17.471 Fälle an das im Hinterland erfolgende reguläre Asylverfahren weitergeleitet wobei es in 4.458 Fällen um sogenannten „verletzlichen“ Kategorien angehörende Antragsteller  und in 4.458 Fällen um eine familiärer Zusammenführung ging, die zur Fortführung des Verfahrens ebenfalls in das Hinterland weitergeleitet wurden.

Ebenfalls wurden 4.155 Anträge als unschlüssig abgewiesen, weil erachtet wurde, dass die Antragsteller in ihrem Herkunftsland nicht gefährdet sind, auf 7.159 Anträge wurde (hauptsächlich von den Stellen des Hinterlandes nach Weiterleitung an das reguläre Verfahren) internationaler Schutzstatus gewährt, während es auch 1.138 Rücktritte von dem jeweils gestellten Asylantrag gab.

Die hauptsächlichen Herkunftsländer der Personen, die auf den in Rede stehenden fünf Ägäis-Inseln während der laufenden Periode einen Asylantrag stellten, sind Syrien, Afghanistan und der Irak. Es gibt ebenfalls eine große Anzahl an Familien und Kindern Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren. Die in erster Instanz anhängigen Asylanträge belaufen sich auf 7.716 und konkret auf 4.454 für Lesbos, 1.019 für Chios, 1.022 für Samos, 846 für Kos und 375 für Leros.

Abschließend wird in der Bekanntmachung unterstrichen, „die Asylbehörde und ihr Personal führen einen ungleichen Kampf, damit die sehr große und für das Land unverhältnismäßige Anzahl an Asylanträgen nicht nur auf den Inseln, sondern auch im Hinterland auf rechtskonforme, gerechte und effiziente Weise abgewickelt wird„.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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