Drei verlorene Jahre für Griechenland

25. Dezember 2017 / Aufrufe: 780

Griechenland bedarf eines politischen Wechsels, weil es nicht verdient, weitere Gelegenheiten zu verpassen.

Der Eintritt in die Periode der Fest- und Feiertage bietet sich für eine erste Bilanzierung des verstrichenen Jahres 2017 an.

2017 war für Griechenland leider kein Jahr des „Abhebens“ der Wirtschaft und auch kein Jahr der großen Reformen, derer das Land bedarf, damit sich das Lebensniveau der Bürger verbessert, unternehmerische Gelegenheiten geschaffen werden und sich die geeigneten Umstände für die Rückkehr der hunderttausende zählenden Griechen gestalten, die wegen der wirtschaftlichen Krise gezwungen wurden, ins Ausland auszuwandern.

Griechenland birgt ungeheure Möglichkeiten und Gelegenheiten

Es ist ganz klar, dass Griechenland ungeheure Möglichkeiten hat und große Gelegenheiten birgt, die das Land in der weiteren Region des südöstlichen Europa stärken könnten. Leider zeigt die Regierung SYRIZA – ANEL sich jedoch den Umständen nicht gewachsen. Die übrigen Länder der Europäischen Union galoppieren konjunkturell und sind bereits wieder auf den Niveaus vor der Krise des Jahres 2008 angelangt.

Dagegen tritt Griechenland in das neunte Jahr der „memorandischen“ Periode ein und seine Wirtschaft befindet sich weiterhin in einem Sumpf. Der Aufschwung, der 2014 unter der Regierung der Nea Dimokratia (ND) begonnen hatte, wurde in den letzten drei Jahren von der SYRIZA zum Stillstand gebracht. Der Abstand zum übrigen Europa vergrößerte sich, während Griechenlands Bürger mit einer harten Austerität, aber auch der Abwertung der öffentlichen Dienste konfrontiert sind.

Die Regierung versucht, die öffentliche Meinung davon zu überzeugen, die Qualen werden im Sommer 2018 zum Abschluss kommen, wenn das Finanzierungsprogramm endet, die Wahrheit ist jedoch völlig anders. Die memorandischen Maßnahmen werden im Jahr 2019 heftiger werden, während Griechenland sich bis wenigstens 2022 zu hohen Primärüberschüssen verpflichtet hat.

Griechenland verdient nicht, weitere Chancen zu verlieren

Die griechische Regierung setzt nicht nur nicht die produktiven Kräfte des Landes frei, sondern erschwert dagegen mit der Überbesteuerung, der Bürokratie und ihrer ideologischen Abscheu hinsichtlich der Investitionen das Wachstum der Wirtschaft. Das Selbe gilt leider auch auf grundlegenden Sektoren des öffentlichen Lebens, wie Bildungswesen, Gesundheitswesen und öffentliche Sicherheit.

All dies zeigt, dass ein politischer Wechsel notwendig ist. Die Regierung SYRIZA – ANEL erhielt von dem Volk genug Gelegenheiten, die sie jedoch nicht nutzte. Nun versucht sie, einen weiteren Mythos bezüglich eines Ausgangs aus den Memoranden gestaltend, auf jedwede Weise an der Macht zu bleiben. Sie überzeugt jedoch niemanden und hauptsächlich nicht die Bürger, die kontinuierlich aufgefordert werden, hohe „Abzocken“ zu zahlen.

Offiziell läuft die Legislaturperiode der Regierung unter SYRIZA – ANEL im September 2019 aus. Ihre niedrigen Leistungen, in Kombination mit der Stagnation der Wirtschaft und dem gesellschaftlichen Missfallen, können sie jedoch dazu führen, viel baldiger Entscheidungen zu treffen, möglicherweise innerhalb der ersten neuen Monate des Jahres 2018.

Jedenfalls verdient Griechenland nicht, weitere Chancen zu verpassen, weil die internationalen Umstände sich ohne weiteres ändern und die Bedingungen für einen Aufschwung noch schwieriger werden können.

(Quelle: eleftherostypos.gr)

  1. Kleoni
    26. Dezember 2017, 09:34 | #1

    Die ND sollte sich einmal fragen, wer den Karren in den Dreck gefahren hat. Hr. Varoufakis hat schon 2010 gewarnt. Er wurde deshalb als Landesverräter von den neoliberalen Kräften (Banken, Oligarchen und Politdronen) beschimpft bis hin zu massiven Bedrohungen, so dass er es 2010 vorzog das Land zu verlassen. Genau diese Leute haben es geschafft, die aktuelle Regierung in Ketten zu legen und jetzt der Unfähigkeit zu beschimpfen.

  2. Alfons
    26. Dezember 2017, 16:59 | #2

    Warum hat damals die ND jene Politik unterstützt, die sie jetzt kritisiert?

Kommentare sind geschlossen