Zunahme der Scheidungen in Griechenland wegen … Überbesteuerung

9. November 2017 / Aufrufe: 203
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In Griechenland trennen sich immer mehr Ehepaare um Steuern, Pfändungen und Versteigerungen zu entgehen.

Die Überbesteuerung, aber auch der dramatische Rückgang der Einkommen, den Griechenlands Bürger und Haushalte erlitten haben, haben zu einem steilen Anstieg der Scheidungen geführt.

Laut einem am 07 November 2017 publizierten  Artikel der griechischen Tageszeitung „Ta Nea“ erklären immer mehr Paare, in Trennung zu leben, während die Anzahl der Scheidungen um 20% gestiegen ist.

Scheidungen und Trennungen als (Not-) Lösung

Viele dieser Trennungen und Scheidungen sind eine Folge der Krise, da die Paare sich nur auf dem Papier trennen um dem Finanzamt und den Banken zu entkommen und sogar auch, um Sozialleistungen zu erhalten, 50% Ermäßigung bei der Immobiliensteuer (ENFIA) zu haben oder einen ermäßigten Tarif für den elektrischen Strom zu bekommen. Fiktive oder „weiße“ Scheidungen „blühen“ hauptsächlich dort, wo Unternehmen im Spiel sind, die sich an der Schwelle zum Bankrott befinden, mit hohen Steuer- und Versicherungsverpflichtungen belastet sind und große Beträge an Finanzamt und Versicherungskassen schulden. In diesem Fall stellt die Scheidung praktisch den anderen Ehepartner frei und bewahrt ihn beispielsweise vor der Blockierung seines Bankkontos oder der Verweigerung der Erteilung einer steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Während Ehepaare in Griechenland im Regelfall zur Abgabe einer gemeinsamen Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, geben sie nach einer Scheidung oder Trennung separate Steuererklärungen ab. Damit ändert sich zwar an der persönlichen steuerlichen Veranlagung praktisch kaum etwas, da Eheleute trotz gemeinsamer Steuererklärungen grundsätzlich separat veranlagt werden. Wo immer jedoch das gesamte Familieneinkommen  oder -vermögen zur Berücksichtigung kommt (wie beispielsweise in Zusammenhang mit Berechtigungsgrenzen), ist dieses dann nicht mehr einheitlich und „splittet“ sich in zwei Teile. In einem solchen Fall übernimmt üblicherweise die Ehefrau die Fürsorge für die Kinder und weist in ihrer Steuererklärung aus, ein oder zwei Kinder unter ihrem Schutz stehend und ein niedriges oder sogar auch gar kein Einkommen zu haben. Mit einem niedrigen Einkommen erwirbt sie wiederum Zugang zu Sozialleistungen, eventuell sogar zu dem sogenannten „garantierten Mindesteinkommen“, aber auch Ermäßigungen auf die Stromrechnungen mittels des Sozialtarifs und bei der ENFIA.

Eine Scheidung oder auch nur eine Trennung kann sich in Griechenland somit aus vielen Gründen als interessante Lösungen erweisen, wie beispielsweise zum Schutz der Wohnung vor Pfändungen und Zwangsversteigerungen oder zur Erlangung von Ansprüchen auf Familienleistungen oder der Ermäßigung bei der ENFIA. Ergänzend sei angemerkt, dass gegenüber dem Finanzamt der Nachweis einer getrennten Lebensführung ausreicht, also nicht unbedingt eine Scheidung beantragt oder gar rechtskräftig vollzogen worden sein muss.

(Quelle: parapolitika.gr)

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