Was das Geschrei gegen Steueroasen verbirgt

25. November 2017 / Aufrufe: 800

Was wirklich hinter dem Geschrei und Gezeter gegen sogenannte Steuerparadiese steckt.

Mit den „Paradise Papers“ zum Anlass fanden auch in Griechenland manche wieder die Gelegenheit, die Säbel gegen die sogenannten „Steuerparadiese“ zu zücken.

Sie wollen uns weismachen, wenn es diese Steueroasen nicht gäbe, würden die Einnahmen des Staats steigen, die öffentliche Verschuldung würde sinken, hätten wir die Krise vermieden – um nicht zu sagen, dass Griechenland sogar zum Dänemark des Südens geworden wäre.

Steueroasen erbringen gebeutelten Steuerzahlern einen riesigen Dienst

In Wirklichkeit erbringen besagte Länder den gebeutelten Steuerzahlern des Westens einen riesigen Dienst. In einem Umfeld unbarmherziger Steuerabzocke sind die „Steuerparadiese“ und die steuerliche Konkurrenz zwischen den Staaten die letzten Hindernisse in den Plänen der Regierungen bezüglich einer Politik immer höherer Steuern. Die Angst, die Firmen und wohlhabenden Bürger werden ihre Gelder nach Panama oder auf die Bermudas lenken, macht die Regierungen etwas zurückhaltender, wenn sie überlegen, die Steuern zu erhöhen, wobei sie in vielen Fällen gezwungen worden sind, die steuerlichen Lasten sogar zu reduzieren.

Es ist kein Zufall, dass die Abschaffung der „Steuerparadiese“ hauptsächlich mächtige Länder mit hoher Besteuerung wollen, die auf diese Weise beabsichtigen, jegliche steuerliche Konkurrenz zu eliminieren und den Planeten zu einem riesigen Gulag unerträglicher Steuern zu machen, denen niemand entkommen können wird, und in dem unser Vermögen ein Spielball der raubgierigen Gelüste des Staates ist.

Für Jedermann zugängliche Steuerparadiese … gegen den Steuerwahn

Die Ansicht wiederum, wenn wir die verdammten „Steuerparadiese“ abschaffen würden, dann würden die staatlichen Einnahmen steigen und die öffentlichen Finanzen in Ordnung gebracht werden, ist zumindest naiv. Wie der Ökonom Daniel J. Mitchell schrieb, „so, wie man einen Alkoholiker nicht therapiert, indem man ihm die Schlüssel des benachbarten Spirituosenladens gibt, so forciert man auch nicht die wirtschaftliche Verantwortlichkeit, indem man der Regierung eine neue Einnahmequell gibt„.

Die neuen Gelder, die in die Hände der Mandarine der Macht gelängen, würden unsere wirtschaftlichen Probleme nicht lösen. Ganz im Gegenteil, wir würden noch mehr Einstellungen auf dem öffentlichen Sektor, noch mehr Typen wie Tsochatzopoulos (sprich Veruntreuung öffentlicher Gelder), eine noch größere Verschuldung haben. Hören Sie also nicht auf das Geschrei der Presse des Establishments und die neidischen Delirien der marxistischen Linken.

Was wir heutzutage brauchen, ist nicht, den „Steuerparadiesen“ ein Ende zu setzen. Was wir brauchen, sind noch mehr „Steueroasen“, die für immer mehr Menschen aller Einkommensschichten zugänglich sind. Nur so kann dem Besteuerungswahn unserer Regierungen eine Bremse gesetzt werden.

(Quelle: euro2day.gr, Autor: Tilemachos Chormovitis, Jurist)

  1. Alfons
    25. November 2017, 13:45 | #1

    Denkfehler: Um von Steuerparadiesen zu profitieren, müsste man überhaupt etwas transferieren können. Dies ist für die Mehrheit der Menschen (Lohnabhängige) gar nicht möglich. Deshalb läuft das Argument des Beitragsverfassers schlicht auf die Behauptung hinaus, dass die Nichtvermögenden möglichst allein für staatliche Ausgaben aufkommen sollen, während die reicheren Teile völlig kostenlos von staatlichen Leistungen profitieren dürfen.

  2. Habnix
    25. November 2017, 14:21 | #2

    Staaten sind untereinander Wirtschaftskonkurrenten und die Wirtschaftslenker, also die Konzerne werden immer um Steuernachlas betteln, um angeblich der Ausländischen Konkurrenz Paroli bieten zu können. Man läuft immer hinterher.

  3. Roland Wolf
    25. November 2017, 16:10 | #3

    Und hier haben wir vermutlich eine der Ursachen für die Misere in Griechenland. Unbestritten ist, das Staaten in vielen Dingen zu viel Geld ausgeben. Projekte werden zu teuer, sind reine Prestigeprojekte oder schlecht überwacht. Behörden haben zu viele Mitarbeiter, Dinge werden zu teuer eingekauft.

    Steuern könnten immer niedriger sein wenn der Staat sorgsamer wirtschaften würde. Ein gutes Parlament, eine freie Presse und NGOs sollten den Staat dazu anhalten. Unbestritten ist aber auch das ein Staat Geld ausgeben muss. Pensionen wollen bezahlt, eine Armee unterhalten, ein Staßennetz gebaut und eine Eisenbahn betrieben werden. Und all das muss sich aus den Steuern eines Staates ergeben, zumindestens in etwa.

    Wenn Bürger meinen das sie die Vorteile des Staats gern entgegennehmen, das Steuernzahlen aber anderen überlassen wird es über kurz oder lang eng. Und das wird die ärmsten am meisten treffen. Sie sind auf Leistungen des Staates angewiesen. Schlimmer noch, der Staat wird die Steuern erheben die sich nicht ins Ausland verschieben lassen: Verbrauchssteuern z.B. Und diese Treffen die Armen mehr als die Reichen.

    Die Aussage die Steuern steigen immer weiter ist zumindest weltweit so nicht haltbar. In vielen Staaten betrug in den 50-er Jahren die Einkommenssteuer so um die 90% in oberen Lohngruppen, sie liegt heute deutlich darunter.

    Wenn zu viele Bürger so handeln wie in dem Artikel gutgeheißt brechen Staaten zusammen oder jemand anderes muss zahlen. Gar nicht gut.

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