Griechenlands Bürger beharren auf Bargeld

28. November 2017 / Aufrufe: 347
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Einer Studie der EZB zufolge zählte Griechenland 2016 in der Eurozone zu den Ländern mit den höchsten Quoten bei der Verwendung von Bargeld.

Einer von Mitarbeitern der Europäischen Zentralbank (EZB) erstellten Studie zufolge befindet sich Griechenland unter den Ländern der Eurozone, in denen 2016 Bargeld das Hauptzahlungsmittel darstellte.

Die Studie mit Titel: „Die Verwendung vor Bargeld von Haushalten in der Eurozone“ ist von Henk Esselink und Lola Hernandez ausgearbeitet und auch auf der Internet-Präsenz der EZB eingestellt worden.

In Griechenland gilt weiterhin vorzugsweise „nur Bares als Wahres“

Wie die Autoren der Studie anführen, handelt es sich um die erste Erhebung, welche die Nachfrage nach Bargeld für Geschäftsvorgänge in der Eurozone misst. Die Ergebnisse zeigen, dass 2016 an den Verkaufsstellen ungefähr 79% aller Zahlungsvorgänge in bar, 19% mit (Debit-, Kredit-, Prepaid-) Karten und 2% mit anderen Zahlungsmitteln erfolgten. Auf den Zahlungswert bzw. das Zahlungsvolumen bezogen entsprachen 54% der Verwendung von Bargeld, 39% von Karten und 7% von anderen Zahlungsmitteln. Die Unterschiede zwischen den Ländern der Eurozone sind jedoch groß.

Was die Anzahl der Geschäftsvorgänge betrifft, wird Bargeld mehr in den südlichen Ländern sowie auch in Deutschland, Österreich und Slowenien verwendet, wo 80% oder mehr der Geschäftsvorgänge an den Verkaufsstellen in bar erfolgten. Auf den Wert bezogen am höchsten war der Bargeldanteil in Griechenland, Zypern und Malta (von 72% bis 75%), während er in den Benelux-Ländern (Belgien, Holland, Luxemburg), Estland, Frankreich und Finnland mit 27% – 33% am niedrigsten lag.

2016 tätigten die Konsumenten der Eurozone durchschnittlich 1,6 Zahlungsvorgänge am Tag bzw. 11 Zahlungsvorgänge in der Woche, wovon 1,2 Zahlungen am Tag bzw. 9 Zahlungen in der Woche in bar erfolgten. In Italien, Spanien und Griechenland tätigten die Konsumenten im Durchschnitt 1,7 Geschäftsvorgänge bzw. 12 in der Woche in bar, was auch die meisten in der Eurozone waren.

Obwohl der Anteil der Barzahlungen für Transaktionen im Wert von über 100 Euro klein war, entsprach er auf Wert / Volumen bezogen 10% aller Barzahlungen in der Eurozone. Und wieder sind die Unterschiede zwischen den Ländern hinsichtlich dieser Quoten erheblich, da sie sich von 3% in Frankreich und 5% in Belgien bis hin zu 21% in Irland und Slowenien und 26% in Griechenland bewegten.

Griechenland hat die höchste Quote in bar gezahlter Arbeitslöhne

Hoch sind auch die Anteile der Haushalte in Griechenland, die Bargeld verwenden um die Miete oder die Stromrechnungen zu bezahlen. Im Durchschnitt werden in der Eurozone (unter Ausnahme Deutschlands) nur 6% der Mietzahlungen in bar getätigt, während der entsprechende Anteil in Griechenland 26% und in Slowenien und Malta ungefähr 15% betrug. 56% der Griechen und 25% der Italiener, die an der Untersuchung teilnahmen, bezahlte die Stromrechnung in bar.

Durchschnittlich 24% der an der Untersuchung teilnehmenden Konsumenten der Eurozone erklärten, vorsichtshalber Bargeld außerhalb von Bankkonten verfügbar gehalten zu haben. In Griechenland belief sich der gemittelte Anteil der an der Untersuchung Teilnehmenden, die vorsichtshalber Bargeld aufbewahrten, auf 22%. Allerdings bewahrten nur 9% der Konsumenten der Eurozone Bargeldbeträge von 1.000 – 5.000 Euro und 2% von über 5.000 Euro zu Hause und in Bankschließfächern auf. Die beiden Länder, in denen die Haushalte mehr als 1.000 Euro in bar aufbewahren, sind Slowenien (23%) und Litauen (20%). Der entsprechende Anteil war für Griechenland 18% und für Italien 19%.

Zypern ist der Studie zufolge das einzige Land, wo die Mehrheit der Konsumenten erklärte, die Zahlungen in bar vorzuziehen, wenn es ihnen freisteht, zwischen Bargeld und anderen Zahlungsmitteln zu wählen. Hoch ist der entsprechende Anteil auch in Griechenland, da 43% die Zahlung in bar und 39% auf andere Zahlungsweisen vorziehen.

Last but not least wurde laut der EZB-Studie in Griechenland im Vergleich zu den übrigen Ländern der Eurozone der höchste Anteil in bar gezahlter Vergütungen (sprich Löhne) für die Erbringung von Arbeitsleistungen verzeichnet.

(Quelle: iefimerida.gr)

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