Griechenland bleibt Primus bei Reformen

15. September 2017 / Aufrufe: 512

Laut dem Bericht Euro Monitor Plus war Griechenland bei Reformen und wirtschaftlicher Angleichung auch 2016 Primus, der jedoch noch eine Menge Hausaufgaben schuldet.

Dem von der „Denkfabrik“ Lisbon Council in Zusammenarbeit mit der Berenberg Bank erstellten Bericht „Euro Plus Monitor“ zufolge war Griechenland unter den Ländern der EU auch 2016 Primus bei Reformen und Anpassung seiner Wirtschaft nach der großen Finanzkrise.

Der zur Klassifizierung der Länder angewendete Index bezüglich des Fortschritts der Angleichung berücksichtigt vier Kriterien:

  • Fiskalische Angleichung
  • Angleichung der Exporte im Verhältnis zu den Importen
  • Angleichung der Arbeitskosten im Verhältnis zum Durchschnitt der Eurozone
  • Forcierung von Reformen

Griechenland bleibt Primus … weil es noch viel aufzuholen hat

Dieser Index gestaltete sich dem in Rede stehenden Bericht zufolge für Griechenland auf 7,6 Punkte (von maximal 10), gegenüber 7,7 Punkten im Jahr 2015. Auf dem zweiten Platz der Rangliste liegt Irland mit 6,9 Punkten (gegenüber 7,0 im Jahr 2015) und es folgen Lettland, Spanien, Rumänien und Portugal, während Zypern sich auf Platz 9 befindet.

Auf den letzten Plätzen der Rangliste der 28 Länder liegen Schweden (Platz 28), Finnland (Platz 27), Deutschland (Platz 26) und Frankreich (Platz 25). Der Bericht betont allerdings, das niedrige Ergebnis bestimmter Länder wie beispielsweise Deutschlands reflektiere die Tatsache, dass sie keiner Angleichung bedürfen.

Griechenland bleibt Primus bei der fiskalischen Gesamtangleichung für die Periode 2009 – 2016 mit 7,7 Punkten, gegenüber 7,5 Punkten im Jahr 2015. Auch bei der Größe der fiskalischen Angleichung in der selben Periode bleibt es mit 9,7 Punkten Champion, gegenüber 2015 einen Anstieg um 0,4 Punkte verzeichnend.

Lockerung des Reformeifers in Griechenland erscheint gefährlich

Was die Qualität der fiskalischen Angleichung betrifft, liegt Griechenland auf Platz 7 (gegenüber Platz 5 im Jahr 2015), wobei seine Benotung stabil bei 5,6 Punkten verbleibt. Die Qualität der fiskalischen Angleichung wird auf Basis dreier Kriterien bewertet::

  • Reduzierung des öffentlichen Sektors
  • Erhöhung der Besteuerung der Unternehmen anstatt der Konsumsteuern
  • Steigerung der öffentlichen Investitionen für Infrastrukturen und Bildungswesen

In dem Bericht wird angemerkt: „Hauptsächlich wegen des Zusammenbruchs des Brutto-Inlandsprodukts (BIP) schaffte Griechenland nicht, seinen öffentlichen Sektor zu reduzieren, […] aber mithilfe der EU-Mittel für öffentliche Investitionen und weil es sich im Rahmen der fiskalischen Angleichung auf die Erhöhung der Steuern auf Konsum und Erdöl fokussierte, hat es bei den beiden anderen Kriterien ein gutes Ergebnis.

Griechenland blieb Primus auch hinsichtlich der Forcierung von Reformen in der Periode 2009 – 2016 mit – wie auch 2015 – 7,7 Punkten. Weiter wird notiert, der Gegensatz zwischen den von Ländern der EU zu Beginn dieser Periode erfolgten großen Reformen und dem sehr viel lockereren Rhythmus zusätzlicher Reformen in den beiden Jahren 2015 – 2016 sei in Portugal besonders stark.

Der Rückgang ist für Griechenland, Spanien und – in geringerem Grad – Irland ebenfalls reichlich spürbar„, führt der Bricht an und ergänzt: „Für die sehr viel mehr Probleme habende griechische Wirtschaft und in einem gewissen Grad auch für Portugal erscheint die Lockerung der Fortschritts der strukturellen Reformen gefährlich (Griechenland) oder zumindest verfrüht (Portugal).

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Jan
    15. September 2017, 16:29 | #1

    Endlich mal ein positiver Artikel über Griechenland. Dachte schon es gibt gar nichts gutes.

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