Immobiliensteuer 2017 in Griechenland

24. August 2017 / Aufrufe: 1.816

Bis Ende August 2017 sollen in Griechenland über 7 Millionen Steuerpflichtigen die Bescheide zur diesjährigen Immobiliensteuer ENFIA zugehen.

In Griechenland werden ungefähr 7,4 Millionen natürliche und juristische Personen ab dem Herbst aufgefordert sein, die Einheitliche Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA) für das Jahr 2017 an den Fiskus zu entrichten.

Besagte Steuer wird in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr ohne Änderungen bei dem Modus ihrer Berechnung erhoben werden. Informationen zufolge hätte die Unabhängige Behörde für Öffentliche Einnahmen (AADE) bereits vor einigen Tagen damit beginnen sollen, schrittweise die Feststellungsbescheide – Benachrichtigungen zur Zahlung der ENFIA des Jahres 2017 in den Konten einzustellen, die ungefähr 7,35 Millionen natürliche Personen und 55.000 juristische Personen im TAXISNET-System führen.

Immobilien-Abzocke soll Griechenlands Fiskus 3,2 Mrd. Euro einbringen

Jedenfalls wird fest damit gerechnet, dass die Bescheide zur diesjährigen ENFIA bis Ende August 2017 auf obige Weise den Steuerpflichtigen zugehen werden, und sowohl die natürlichen als auch die juristischen haben die Steuer in fünf Monatsraten während des Zeitraums ab September 2017 bis Januar 2018 zu zahlen. Der Gesamtbetrag der ENFIA, den sie zu entrichten aufgefordert sein werden, übersteigt 3,2 Mrd. Euro.

Die Berechnung der ENFIA 2017 wird auf genau die selbe Weise wie auch 2016 erfolgen:

1) Mit einer in diesem Jahr von dem Parlament verabschiedeten gesetzlichen Regelung wird die für die Jahre 2014 – 2016 angewendete Befreiung der Landparzellen und sonstigen Bodenflächen außerhalb von urbanen Bebauungsplänen oder Ansiedlungen von der Zusatz-ENFIA (die von allen Personen erhoben wird, die ein Immobilienvermögen im sogenannten Einheitswert von insgesamt über 200.000 Euro haben) auch im Jahr 2017 gelten.

2) Letztendlich gilt nicht das von Premierminister Alexis Tsipras vom „Podium“ der Internationalen Messe (DETH) 2016 geleistete Versprechen, dass ab 2017 eine 100%ige (anstatt bisher 50%igen) Befreiung von der ENFIA für jeden Steuerpflichtigen gelten wird, der kumulativ (!) folgende Einkommens- und Vermögenskriterien erfüllt:

  • Das „gesamte Netto-Familieneinkommen“ des vorherigen Steuerjahrs darf 9.000 Euro plus jeweils 1.000 Euro für den Ehepartner und jedes (im steuerrechtlichen Sinn) finanziell abhängige Familienmitglied nicht übersteigen.
  • Die Gesamtfläche der im Besitz des Steuerpflichtigen und der übrigen Mitglieder seiner Familie darf 150 Quadratmeter nicht übersteigen.
  • Der Einheitswert der Gebäude und der Grundstücke innerhalb von urbanen Bebauungsplänen, die der Steuerpflichtige bzw. seine Familie besitzt, darf insgesamt im Fall eines Ledigen 85.000 Euro, im Fall eines Ehepaars ohne Kinder 150.000 und im Fall eines Ehepaars mit einem oder zwei wirtschaftlich abhängigen Kindern 200.000 Euro nicht übersteigen.

3) Die ENFIA des Jahres 2017 wird auf Basis der selben Einheitswerte berechnet werden, die auch für die Berechnung der ENFIA des Jahres 2016 herangezogen wurden. Konkret werden gemäß Gesetz N. 4223/2013 für die Berechnung der ENFIA jedes Jahr die Steuerwerte der Immobilien berücksichtigt, die am 01 Januar des konkreten Jahres gelten. Am 01/01/2017 galten die Immobilien-Einheitswerte, die auch im vergangenen Jahr bei der Berechnung der ENFIA angewendet wurden, womit auch in diesem Jahr die ENFIA auf Basis der selben Werte wie im vergangenen Jahr berechnet werden wird.

4) Der Modus zur Ermittlung der Einkommensgrenzen für die Gewährung der Befreiung von 50% der ENFIA an Steuerpflichtige mit niedrigen Einkommen und der völligen Befreiung von der ENFIA an Kinderreiche mit niedrigen Einkommen wird sich auch 2017 nicht ändern um gerechter zu werden.

Dies bedeutet in der Praxis, dass hunderttausende arbeitslose, (schwer-) behinderte und kinderreiche Steuerpflichtige mit sehr niedrigen realen (!) Einkommen auch in diesem Jahr ungerecht mit ENFIA belastet werden, da die „Tricks“ zwecks ihres Ausschlusses von dem Anspruch auf Ermäßigung oder Befreiung von der ENFIA, die in den drei Jahren 2014 – 2016 von dem Generalsekretariat für Öffentliche Einnahmen (GGDE) angewendet wurden (Addition steuerfreier und außerordentlicher Einkommen zu dem familiären Gesamteinkommen, willkürliche Hinzurechnung des sich aus den sogenannten Lebenshaltungsindizien ergebenden zusätzlichen fiktiven Einkommens zur Summe aller Einkommen), auch im Jahr 2017 – diesmal von der AADE – zur Anwendung kommen werden!

(Quellen: dikaiologitika.gr, Medienberichte)

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