Griechenlands Bürger bunkern wieder Matratzengeld

12. August 2017 / Aufrufe: 607
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Der Orkan der Kontopfändungen in Griechenland hat zur Folge, dass viele Steuerpflichtige ihr Geld wieder von den Banken abziehen und unter der Matratze verstecken.

Aus Angst vor dem … Sturmangriff des Finanzamts auf ihre Sparkonten sputen sich in Griechenland die Steuerpflichtigen, ihr Geld von den Banken abzuziehen.

Bis vor wenigen Jahren wendeten dagegen in Griechenland die Sparer den Bankeinlagen den Rücken rein aus Reaktion auf das Umfeld der Ungewissheit zu, das sich auf politischer und wirtschaftlicher Ebene gestaltet hatte.

Pfändungswahn des griechischen Fiskus löst neue Einlagenflucht aus

Damals lösten Begriffe wie „offene Verhandlung“, „(Neu-) Wahlen“ und „Grexit“ usw. „roten Alarm“ bei den Sparern aus, die sich beeilten, ihre Guthaben von den Banken abzuziehen. Die Sparer hoben ihr Geld von den Banken ab und platzierten es unter der „Matratze“, in Schließfächern und sogar auch in … Blumentöpfen. Heutzutage sind die Gegebenheiten jedoch anders. Die Gefahr des Grexit mag – zumindest bis auf weiteres – weggefallen sein, jedoch ist die Gefahr der Pfändungen (durch den Fiskus) in Erscheinung getreten.

Die (neuen) fälligen Verbindlichkeiten der Steuerpflichtigen an den Fiskus schossen im ersten Halbjahr 2017 auf 5,47 Mrd. Euro empor, noch bevor überhaupt die harten steuerlichen Verpflichtungen des laufenden begannen. Im selben Moment schreitet der Kontrollapparat mit dem Ziel, die Interessen des Fiskus sicherzustellen, auf alltäglicher Basis zu Pfändungen und Sperrungen von Bankkonten.

Im Juni 2017 erfolgten in Griechenland 20.954 Pfändungen wegen Schulden an das Finanzamt. In den ersten 6 Monaten seit Beginn des Jahres 2017 haben sie bereits 112.058 erreicht, während im „Wartezimmer“ der Beitreibungs-Zwangsmaßnahmen wegen Schulden 1.608.263 Steuerpflichtige darauf warten, an die Reihe zu kommen. Allein jedem der 21 Werktage des Juni 2017 entsprachen somit 1.000 Pfändungen.

Crashtest für Guthaben bei den Banken in Griechenland

Bei der „Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE) wird eine intensive Beunruhigung zum Ausdruck gebracht, weil eine große Anzahl von Pfändungen auf … leere Bankkonten trifft, die von ihren Inhabern aus Angst vor den Pfändungen vorsorglich „abgeräumt“ wurden. Diese Tatsache bestätigt gegenüber parapolitika.gr ein Steuertechniker, der berichtet, dass die Steuerpflichtigen sich zur Bank begeben und ihre Konten leer räumen oder – wenn das Konto pfändungsgeschützt ist – bis zu 1.250 Euro darauf lassen.

Der August 2017 wird als Crashtest für die „Kondition“ der Guthaben bei den griechischen Banken betrachtet. In den beiden vorherigen Monaten mag den Banken Liquidität zugeflossen sein, in dem Monat (August 2017), den wir nun durchleben, sind jedoch viele Steuerpflichtige zu den Finanzinstituten geeilt und haben ihre Guthaben abgezogen. Hauptthema bleibt deswegen, ob im Juli und August 2017 ein Zufluss neuer Einlagen wie im Juni 2017 (in dem rund 1 Mrd. Euro eingingen) verzeichnet werden wird oder nicht.

(Quelle: parapolitika.gr)

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