Griechenland führt Abgabe auf Plastiktüten ein

14. August 2017 / Aufrufe: 640

Auf Einwegtüten aus Plastik soll in Griechenland ab 2018 eine Gebühr von 3 Cent und ab 2019 von 7 Cent erhoben werden.

Gemäß einem im Regierungsanzeiger publizierten gemeinsamen Ministerialbeschluss (KYA) wird in Griechenland ab dem 01.01.2018 auf alle dünnen Einwegplastiktüten (mit einer Stärke von 0 – 50 µm) eine Gebühr „abgeltenden Charakters“ festgesetzt.

Von der Gebühr ausgenommen sind die Plastik-Tragetaschen mit einer Stärke von unter 15 µm, die aus hygienischen Gründen erforderlich sind oder als Erstverpackung für lose Lebensmittel bereitgestellt werden. Ebenfalls ausgenommen sind auch die Plastiktüten, die von Kiosken und im sogenannten „nicht stationären Handel“ ausgegeben werden.

Plastiktüten-Gebühr soll Konsumenten in Griechenland „erziehen“

Spezieller wird die Höhe der Gebühr für 2018 je Tüte 3 Cent (0,03 €) und ab dem 01.01.2019 je Tüte 7 Cent (0,07 €) betragen. Wie in dem gemeinsamen Ministerialbeschluss betont wird, soll die Gebühr absolut „gegenseitigkeitsbasiert“ sein und von dem „Griechischen Träger für Recycling“ in Zusammenarbeit mit den Kommunen für die kostenlose Bereitstellung den Verbrauch reduzierender und die Mehrfachbenutzung und das Recycling fördernder alternativer Mittel (Mehrweg-Plastiktüte, Stofftasche, Einkaufsnetz, biologisch abbaubare Tüte) an die Bürger aufgewendet werden.

Allgemeine Ziele des Ministerialbeschlusses sind die Reduzierung der umweltbezogenen Auswirkungen aus der Verwendung der dünnen Plastik-Tragtasche, die Ermunterung zur Vermeidung der Schaffung irreversibel das maritime Ökosystem schädigenden Mülls und die effizientere Nutzung der Ressourcen unter Einschränkung der negativen sozialwirtschaftlichen Folgen. Zusätzliches Ziel der Regelung ist die Änderung der Mentalität der Konsumenten hinsichtlich der Verwendung von Mehrweg- und nicht Einweg-Tragetaschen.

Griechenland führt Kennzeichnungspflicht für Plastiktüten ein

Die in dem besagten Ministerialbeschluss vorgesehenen grundlegenden Regelungen sind:

  • Ab dem 01.01.2018 wird auf alle dünnen Einweg-Plastiktüten (mit einer Stärke von 0 – 50 µm) eine Gebühr abgeltenden Charakters erhoben, unter Ausnahme der Plastiktüten mit einer Stärke von unter 15 µm, die aus hygienischen Gründen erforderlich sind oder als Erstverpackung für „lose“ (verkaufte) Lebensmittel bereitgestellt werden.
  • Die Gebühr in Höhe von 3 Cent (für 2018) und 7 Cent ab dem 01.01.2019 wird absolut „gegenseitigkeitsbasiert“ sein und von dem „Griechischen Träger für Recycling“ in Zusammenarbeit mit den Kommunen für die kostenlose Bereitstellung den Verbrauch reduzierender und die Mehrfachbenutzung und das Recycling fördernder alternativer Mittel (Mehrweg-Plastiktüte, Stofftüte, Einkaufsnetz, biologisch abbaubare Tüte) an die Bürger aufgewendet werden.
  • Von der Gebühr ausgenommen sind die (Plastik-) Tüten, die von Kiosken und im nicht stationären Handel ausgegeben werden.

Parallel werden obligatorisch eingeführt:

  • die „namhafte“ Tüte mit Register-Nr. des Produzenten, Produktionsdatum und Produktionsort,
  • die erkennbar ausgewiesene Belastung für Tüten mit einer Stärke von 50 – 70 µm (ohne Gebühr) durch die Geschäfte,
  • die Promotion von Mehrwegtüten oder biologisch abbaubaren Tüten, kostenlos oder nicht oder im Tausch gegen dem Recycling zuzuführender benutzter Plastiktüten,
  • die Ausweisung der Verkaufskosten der Tüte sowie auch der Gebühr auf den Belegen (Quittungen).

Schließlich werden, damit Mehrfachnutzung und Recycling ermuntert werden, folgende Verpflichtungen etabliert:

  • die Hersteller von Plastiktüten haben sich einem Recycling-System anzuschließen;
  • die Supermärkte haben zur Mehrfachnutzung zu ermuntern und mit diversen Anreizen an ihre Kunden das Recycling der Plastiktüte zu unterstützen;
  • der „Griechische Träger für Recycling“ hat die Bürger zu informieren und Produktion, Handel und Verkauf von (Plastik-) Tüten in Zusammenarbeit mit der „Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen“ und dem „Generalsekretariat für Handel“ zu beobachten.

Besagte Regelungen wurden mit der Richtschnur adoptiert, dass die Einschränkung der umweltbezogenen Auswirkung und gleichzeitig die allmähliche und stufenweise Anpassung der industriellen Plastiktüten-Produzenten in Griechenland notwendig ist.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Auszug)

  1. kokkinos vrachos
    17. August 2017, 12:36 | #1

    Bei 3 Cent (0,03 €) bzw. 7 Cent (0,07 €) wird es kein Umdenken bei der Bevölkerung geben. Der Betrag ist einfach viel zu niedrig, und tut niemanden weh. Das beste wäre, die Plastik-Einkaufstüten ganz aus dem Verkehr zu ziehen. Nur so würde wirklich ein Umdenken in der Bevölkerung stattfinden.

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