EU schickt Asylanten nach Griechenland zurück

27. August 2017 / Aufrufe: 1.238

Deutschland und andere Länder der EU wollen Asylbewerber zurück nach Griechenland schicken, das jedoch nicht weiß, wo sie bleiben sollen.

Griechenland ist mit der Rückführung von Flüchtlingen aus europäischen Ländern konfrontiert, da demnächst das Programm zur Rückkehr von Asylbewerbern auf griechischen Boden anläuft.

Einem Artikel der britischen Zeitung „Guardian“ zufolge bezieht das Programm sich auf Flüchtlinge, die erstmalig in Griechenland registriert wurden und sich im weiteren Verlauf in andere Staaten der EU begaben, nun jedoch zurückkehren werden. Deutschland hat bereits 400 Anträge gestellt und auch von England, Frankreich und Norwegen sind etliche erfolgt.

Mouzalas: „Wir wissen nicht, wohin mit ihnen

Zu der britischen Zeitung sprechend gestand Griechenlands Minister für Migrationspolitik Giannis Mouzalas ein, die Regierung wisse nicht, wo genau die zurück geschickten Asylanten platziert werden. „Ich weiß nicht, wo sie hingehen werden. Möglicherweise nach Athen, möglicherweise nach Theben, …. sie werden in Wohnungen untergebracht werden„, betonte Giannis Mouzalas und meinte: „Wie auch immer, die Bedingungen werden gut sein, sie haben sich signifikant geändert und werden die Kriterien der EU erfüllen.

Die britische Zeitung bezieht sich weiter auf die Tatsache, dass in den letzten Tagen die Immigrantenströme wieder gestiegen sind und eingeschätzt wird, dass sich allein auf den Inseln Griechenlands insgesamt 14.335 Flüchtlinge und Immigranten befinden. (Anmerkung: Nachdem die türkische Küstenwacht eigenen Angaben zufolge die einschlägigen Patrouillen jüngst praktisch eingestellt hat, treffen auf den griechischen Ägäis-Inseln alltäglich wieder hunderte Flüchtlinge und illegale Immigranten ein.)

Erbärmliche Zustände in den Flüchtlingslagern auf den Inseln

Parallel ruft die „Guardian“ die in den Flüchtlingszentren herrschenden Umstände in Erinnerung und charakterisiert sie als erbärmlich. Die Organisation „Human Rights Watch“ erklärte neulich, in den Auffanglagern und Zentren nehmen Selbstmordversuche, Aggressivität, Stress und Depression immer mehr zu.

Es ist unfassbar, dass ein Land wie Deutschland, das wegen des Rückgangs der Ankunftszahlen (nach der Vereinbarung zwischen EU und Türkei) nun so viele leer stehende Beherbergungszentren für Flüchtlinge hat, die Rücksendung von Menschen nach Griechenland fordert„, erklärte Salinia Stroux, Leiterin der NGO „Unterstützung für Flüchtlinge in der Ägäis“ (RSPA). „Das Argument, sie haben sehr viele (Flüchtlinge) oder sie seien nicht vorbereit, noch mehr aufzunehmen, ist haltlos, wenn es Lokalitäten gibt, die fertig sind und darauf warten, Menschen zu beherbergen, und für welche die Miete bereits gedeckt worden und von dem deutschen Staat entrichtet worden ist.

(Quellen: parapolitika.gr, theguardian.com)

  1. windjob
    27. August 2017, 14:18 | #1

    Hierzu kann ich nur eines sagen. Ich schäme mich Deutscher zu sein. Das Dublin Abkommen war von Anfang an darauf ausgerichtet die Länder mit Aussengrenzen allein zu lassen. Italien und Griechenland. Griechenland hätte dieses Abkommen nie unterschreiben dürfen. Aber wir haben ja eine „europäische Wertegemeinschaft“. Merkel hat vor kurzem noch getönt, wir könnten auch 400.000 Migranten verkraften. Diese Frau sollte sich schämen aber dies passt nicht in ihre Politik. Pfui Teufel. Ich hoffe inständig, sie wird nicht nochmals gewählt. Leider ist dieser Wunsch vermutlich Illusion.Schade.

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