Die großen Opfer der ENFIA in Griechenland

31. August 2017 / Aufrufe: 1.773

Die großen Verlierer bei der Immobilienbesitzsteuer ENFIA in Griechenland sind auch 2017 die Eigentümer von Immobilien in sogenannten großbürgerlichen Regionen.

Alle, die das Unglück hatten, in Griechenland in einer der sogenannten großbürgerlichen Regionen eine Immobilie zu erben oder auch einfach nur ein „Dach über dem Kopf“ zu kaufen, sind diejenigen, welche die größte „Liebkosung“ der sogenannten Einheitlichen Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA) verspüren werden,

Dies trotz der Tatsache, dass speziell in diesen Lagen die Marktpreise um bis zu 40% abgestürzt sind und mittlerweile in keinerlei Zusammenhang mehr mit den fiktiven Einheitswerten stehen, mit denen sie besteuert werden.

Griechenland zockt Eigentümer von Immobilien weiterhin brutal ab

Laut der Reportage von Giorgos Pappous bei der griechischen Zeitung „Eleftheria tou Typou“ sind Eigentümer von Immobilien in den Athener (Vor-) Stadtbezirken Palio Faliro, Chalandri, Marousi, Cholargos, Agia Paraskevi aufgefordert, eine ENFIA von über 650 zu zahlen, während die „Rechnung“ in den Gebieten rund um Exarchia (Lykavittos), in Glyfada, Kifisia, Psychiko, aber auch auf Santorin und Mykonos auf über 1.000 Euro steigt. Dass die Berechnung der ENFIA weiterhin auf Basis … nicht existenter Preise erfolgt, ist etwas, das die ungerechteste Immobiliensteuer charakterisiert, während zweifellos Eindruck hervorruft, dass das griechische Finanzministerium in Abstimmung mit den Gläubigern des Landes trotz der wiederholten Urteile des Obersten Verwaltungsgerichtshofs (StE) die Angleichung der Preise (sprich sogenannten Einheitswerte) an die Gegebenheiten des Marktes oder sei es auch deren Rationalisierung kontinuierlich verschleppt.

Außerdem zeigt allein nur der Umstand, dass die Eigentümer aufgefordert sind, die ENFIA zu zahlen, ohne dass untersucht wird, ob ihr Einkommen der Höhe der Steuer angemessen ist (also eine – sogar in der Verfassung verankerte! – Besteuerungsfähigkeit besteht), deren steuer-abzockenden Charakter auf. Die große Masse der (zur ENFIA) veranlagten Steuerpflichtigen – ungefähr 1.600.000 Eigentümer – bewegt sich zwischen 250 und 500 Euro, jedoch erhalten auch über 1.000.000 „Billets“ zwischen 500 und 1.000 Euro. Was wiederum jene betrifft, die sich aufmachen und eine Steuer von über 1.000 Euro bezahlen müssen, übersteigt ihre Anzahl 430.000.

Mehr als 1,5 Mio. Eigentümer werden um je über 500 Euro „gemolken“

Die „Charta“ der ENFIA enthüllt also, dass ungefähr 1,5 Millionen Steuerpflichtige von insgesamt 6,3 Millionen Veranlagten ab September 2017 und mit der letzten Rate im Januar 2018 eine Steuer von über 500 Euro zu zahlen haben. Der „Frevel“ auch der diesjährigen ENFIA ist die sogenannte Zusatzsteuer. Obwohl der Gesamtwert der Immobilien, auf die sie zur Anwendung kommt, im Verhältnis zu 2015 geringer ausfiel, ist die Anzahl der Veranlagten um ungefähr 160.000 und die Steuer insgesamt um 80 Millionen Euro höher und tangiert somit 650 Millionen Euro!

Worauf dieser … Zaubertrick beruht? Darauf, dass das griechische Finanzministerium seit dem vergangenen Jahr den einschlägigen Steuerfreibetrag um 100.000 Euro gesenkt und an den Steuersätzen „geschraubt“ hat und sich dabei nicht darum kümmerte, dass es in der Praxis auf Vermögen „zielt“, die in den Jahren der Krise dramatisch an Wert verloren haben.

Alle, die ein oder mehrere Landstücke – sogar auch in Filet-Gebieten wie am Meer gelegenen Zonen auf den touristischen Inseln – besitzen, bleiben dagegen für ein weiteres Jahr von der Zusatzsteuer ausgenommen, weil das Finanzministerium vorzog, das Problem der zigtausend Fehler in den Immobilien-Deklarationen E9 unter den Teppich zu kehren anstatt herauszufinden, wer (und) was besitzt um wie die anderen besteuert zu werden.

(Quelle: parapolitika.gr)

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