Schrumpfung der arbeitsfähigen Bevölkerung in Griechenland

14. Juli 2017 / Aufrufe: 487

In Griechenland kommt eine große Schrumpfung der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, während die Anteile der über 65 und 85 Jahre alten Personen signifikant steigen werden.

Griechenland ist derzeit von der Überkonzentrierung seiner Bevölkerung auf einem außerordentlich beschränkten Teil des Staatsgebiets (Resultat der aufeinanderfolgenden Wellen der Binnenwanderung der vorherigen Jahrzehnte) und dem nach 2010 verzeichneten Auftreten einer neuen Fluchtwelle hauptsächlich junger Griechen im reproduktionsfähigen Alter ins Ausland gekennzeichnet, von der nicht zu erwarten ist, dass sie bald stoppen wird, und die das Auftreten negativer Migrationsbilanzen zum Resultat hat.

Dies betont unter anderem der Professor und Leiter des Labors für demoskopische und gesellschaftliche Analysen der Thessalischen Universität, Vyronas Kotzamanis, anlässlich des Internationalen Weltbevölkerungstags (11 Juni 2017) gegenüber der Athener – Makedonischen Nachrichtenagentur (ANA-MNA).

Niedrige Fertilität und Geburtenraten plus Alterung der Bevölkerung Griechenlands werden vielfältige Auswirkungen haben

Weiter fügt Professor Kotzamanis an, Griechenland sei heute von einer niedrigen Fertilität und beschränkten Anzahl von Geburten (rund 90.000 / Jahr) gekennzeichnet, was in Kombination mit dem hohen Rhythmus der Todesfälle (rund 120.000 / Jahr) negative Bilanzen ergibt, welche Tendenz sich im nächsten Jahrzehnt nicht umkehren wird. Ebenfalls ein grundlegendes Charakteristikum ist laut ihm auch die Alterung der Bevölkerung Griechenlands (also die Zunahme des Bevölkerungsanteils im Alter von > 65 und noch mehr der Anstieg des Anteils im Alter von > 85 Jahren), welche Tendenz in den beiden nächsten Jahrzehnten ebenfalls nicht zum Stoppen kommen wird.

Vorstehendes – erläutert Herr Kotzamanis gegenüber der ANA-MNA – wird auch zu dem Rückgang der Gesamtbevölkerung, der Schrumpfung der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter und offensichtlich auch der Schrumpfung der aktiven Bevölkerung führen. Dabei unterlässt er nicht zu betonen, dass diese Entwicklungen unvermeidlich Auswirkungen auf einer Menge von Ebenen haben und haben werden. Allein aufzeigend benennt er das Versicherungs- / Rentensystem, den Anstieg der Kosten für Gesundheitsleistungen, die Defizite bei der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung und die Schwierigkeiten ihrer Anpassung an die neuen wirtschaftlichen Umgebungen, die Konservativierung des Wahlkörpers … .

Demographische Entwicklungen in Griechenland

Von besonderem Interesse hinsichtlich der Zahlen und Prozentsätze sind jedoch die Angaben des Professors und Leiters des Labors für demoskopische und soziale Analysen der Thessalischen Universität über die demographischen Entwicklungen in Griechenland. Wie er betont, hat die Bevölkerung Griechenlands während der Nachkriegsperiode signifikant zugenommen (von 7,6 Mio. im Jahr 1951 auf 10,6 Mio. im Jahr 2017) und altert parallel progressiv (Durchschnittsalter von 30 Jahren 1951 und fast 44 Jahren 2017

Während der selben Periode hatte Griechenlands Bevölkerung ihre Fertilität eingeschränkt und ihre durchschnittliche Lebenserwartung um ungefähr 13 Jahre gesteigert (daher auch die progressive Alterung). Ebenfalls war sie urbanisiert worden (laut der Volkszählung des Jahres 2011 leben mittlerweile 80% der Gesamtbevölkerung in städtischen Gebieten) und hat sich mit der Entstehung zweier großer Metropolregionen – Athen und Thessaloniki – in einem außerordentlich kleinen Teil des Gesamtgebiets konzentriert.

Es wird damit gerechnet, dass der Rückgang der ständigen Bevölkerung Griechenlands in den kommenden 30 Jahren – unabhängig von Szenarien – kontinuierlich sein wird, wenn auch mit je nach Szenarium / Periode differenzierten Rhythmen, erklärt Herr Kotzamanis. Signifikante Änderungen – betont er – werden auch bei der Altersstruktur der Bevölkerung erwartet.

Spezieller wird erwartet, dass das Durchschnittsalter von 43,45 Jahren im Jahr 2015 im Jahr 2050 analog zu den Szenarien um ab 3,7 bis zu 5,5 Jahren, der Median wiederum von 43,95 Jahren im Jahr 2015 um 3,7 bis zu 5,7 Jahren steigen wird (entsprechend wird zwischen 2015 und 2035 das Durchschnittsalter um 4,5 bis 3,6 Jahre und der Median um 5,5 bis zu 7,1 Jahre steigen).

Für 2035 wird erwartet, dass die Anteile der Personen im Alter von > 65 und > 85 Jahren sich für erstere zwischen 27% – 28% und für letztere zwischen 4,0% – 4,5% bewegen werden (2015: entsprechend 21% und 2,8%), während das spezielle Gewicht der jungen Leute im Alter von unter 20 Jahren abnehmen wird.

Für 2050 wird erwartet, dass der Anteil der Personen im Alter von > 65 und > 85 Jahren noch mehr steigen wird (analog zu den Szenarien auf 31% – 33% für erstere und 6,5% – 4,9% für letztere), während in diesem Rahmen die mit schnelleren Rhythmen erfolgende Zunahme der Personen im Alter von 85+ Jahren besondere Aufmerksamkeit hervorruft.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. mitfühlender
    14. Juli 2017, 15:26 | #1

    Griechenland ist der Vorreiter. Sozusagen ein Testobjekt wie weit man gehen kann. Am Ende wirds auch uns treffen

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