Millionenstrafe für Grillstube in Griechenland

7. Juli 2017 / Aufrufe: 1.724

Wie in Griechenland die Geldstrafe zu Lasten einer Grillstube in Chania den Betrag von 6,3 Millionen Euro erreichte.

In Griechenland wurde gegen eine sogenannte „Souvlaki-Bude“ in Chania auf der Insel Kreta  eine Geldstrafe in Höhe von 6,3 Mio. Euro wegen Nichtausstellung von Quittungen verhängt.

Quellen der „Unabhängigen Behörde für öffentliche Einnahmen“ (AADE) zufolge wurde der Eigentümer 2015 kontrolliert und festgestellt, dass er sich einer illegalen Software bediente um Quittungen (bzw. in der Registrierkasse verzeichnete Umsätze) zu löschen.

Auch 70.000 Euro waren offensichtlich immer noch zu … „viel“

Der besagte Unternehmer soll in den drei Jahren 2011 – 2013 insgesamt 115.000 Quittungen (die meisten – nämlich 95.000 – im Jahr 2012) über einen Gesamtbetrag von 700.000 Euro verheimlicht haben. Da er 2011 obendrein „rückfällig“ war, sah das (damalige) Gesetz eine Geldstrafe von 1.200 Euro pro Quittung vor, was eine „Mammut-Geldstrafe“ in Höhe von insgesamt 6,3 Mio. Euro zum Resultat hatte.

Weil von den Behörden anerkannt wurde, dass es sich um eine übertriebene Sanktion handelt (Anmerkung: die so wie so niemals hätte beigetrieben werden können), wurde der Eigentümer der Grillstube aufgerufen, die „Rechtswohltat“ der Bestimmungen über eine freiwilligen Offenlegung verschwiegener Einkommen in Anspruch zu nehmen. So reichte er tatsächlich die einschlägigen Unterlagen ein und es wurde eine Geldstrafe in Höhe von ungefähr 70.000 Euro gegen ihn festgesetzt (anstatt der anfänglichen 6,3 Mio. Euro). Jedoch zahlte der Unternehmer diesen Betrag niemals, und wie das einschlägige Gesetz vorsieht, verlor er damit den Anspruch auf die „Rechtswohltat“.

(Quelle: eleftherostypos.gr)

  1. Hehorakles
    7. Juli 2017, 12:17 | #1

    Dieser Kommentar zeigt einmal wieder die Kleinen werden geschröpft und die großen Steuer Betrüger bekommen auf Grund der Rechtswohltat große Steuerschulden erlassen

    • Götterbote
      7. Juli 2017, 20:25 | #2

      Auch der besagte Betrüger hatte alle Möglichkeiten. Bei über 100.000 nicht ausgestellten Quittungen nur 70.000 Euro zahlen zu müssen, ist ein großes Entgegenkommen, zumal man davon ausgehen kann, dass die Beträge sicher nicht nur bei einem Euro pro Quittung lagen.

  2. Die Deutsch-Griechin
    7. Juli 2017, 22:15 | #3

    Die Kleinen sind aber die Masse und bekanntlich „macht Kleinvieh auch Mist“. Wer hat in Griechenland Urlaub gemacht und immer eine Quittung bekommen? In Deutschland kriegst du die Steuern direkt von deinem Lohn abgezogen und ärgerst dich über die Höhe, um die griechische Souvlaki-Bude oder sonst eine Restauration bei der Schwarzarbeit zu unterstützen. Ist das logisch?

    • Götterbote
      9. Juli 2017, 03:01 | #4

      Auch in Griechenland bekommen die Arbeitnehmer die Steuer direkt vom Lohn abgezogen, so weit ich weiß.
      Im übrigen kann ich behaupten, bei 99 Prozent aller getätigten Käufe in Griechenland eine Quittung erhalten zu haben. In Deutschland liegt die Quote weit darunter. Allerdings ist es nicht zwingend ein Indiz dafür, ob auch Steuern bezahlt werden.

  3. GR-Block
    7. Juli 2017, 23:52 | #5

    Man wundert sich wirklich wie viel Sch… immer wieder gequirlt wird, nur weil sie in den letzten 7 Jahren in D wahltaktisch breit getreten wurde.

    Der betreffende Souvlazist hat mit einiger krimineller Energie eine Software zur Steuerhinterziehung installiert. Dass das Gesetz ihm doch noch eine Chance geben wollte, ist weit mehr als großzügig. Also, Lizenz entziehen und einem Anderen die Chance geben. Griechenland ist immer noch DAS Land der Unternehmer. Es gibt kein europäisches Land, dass wie GR 35% Selbständigkeit hat. Selbst nachdem die EU in GR drei Ministerpräsidenten verschlissen hatte, hatte sich an dieser Zahl trotz Vereinbarung in den Memoranden nichts geändert. Und trotz der Masse des unternehmerischen Mistviehs im Lande der Hellenen ist die pro Kopf Steuerhinterziehung deutlich geringer als in D. Nur stört es den Staat dort nicht. (Bin gerade in GR). Und würde man nur die Selbständigen als Referenz nehmen, dann ist der griechische ein wahrer Engel, in Gegensatz zum deutschen Kollegen, was die Steuertreue angeht.

    Schickt doch den Souvlazist einfach nach D. Dort braucht er keine Quittungen für ein Souvlaki zu geben. Das Finanzamt vertraut seiner Eigenschätzung, solange er nicht auffällig wird. Nur deshalb übrigens die 350 Mrd € Schattenwirtschaft pro Jahr in D. Diese indirekte Subventionierung ist in der internationalen Konkurrenz gut für die deutschen Unternehmen und wird nur noch von den Skandinaviern geschlagen. Allerdings sind die Märkte in D dicht. Die lassen keinen rein, geschweige denn einen Ausländer. Der Grieche wird es kaum schaffen, dort eine Bude zu eröffnen. Nur ganzen 10% der Beschäftigten erlaubt man, dort selbständig zu sein.

    Und noch was: in GR bezahlt jeder Angestellte (genauso unfreiwillig) seine Steuern, wie in D.

    Ach ja, und wenn ich schon quirlig dabei bin: GR hat nicht nur die größte Zahl an Selbständigen pro Kopf der Bevölkerung, sondern auch die kleinste Zahl an „Beamten“ in der Verwaltung unter allen europäischen Ländern. Diese Sch… quirlt übrigens die OECD seit Jahrzehnten. Aber was weiß die schon? Wenn Wolfgang-ein-jeder-kehr-vor-seiner-Tür-Schäuble vom deutschen Südländer-Rassismus gewählt werden will, dann stört gesunder Menschenverstand, dann wird er halt „postfaktisch“, der Jurist.

Kommentare sind geschlossen