Merkel warnt wegen Griechenlands Öffnung nach China

5. Juli 2017 / Aufrufe: 1.276

Angela Merkel warnt wegen Griechenlands Öffnung nach China und betont, Ziel der Gespräche der EU mit Peking müsse eine Harmonie sein, die alle Beteiligten begünstigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schickte eine indirekte Botschaft an Griechenland und andere europäische Länder, die eine bilaterale Stimulierung ihrer Investitions- und Handelsbeziehungen zu China verfolgen, und betonte dabei, die Europäische Union schulde, als ein einheitlicher Block Gespräche mit China zu führen.

In diesem Zusammenhang ist anzumerken wert, dass Athen Mitte Juni 2017 die EU-Resolution bei dem Rat für Menschrechte der Vereinigten Nationen in Zusammenhang mit den in China existierenden einschlägigen Programmen „eingefroren“ hatte (siehe auch Athen blockiert EU-Resolution zu Menschenrechten in China).

Auch Deutschlands Wirtschaft profitiert vom Handel mit China

In einem an die deutsche Zeitschrift „Wirtschaftswoche“ gegebenen Interview hinsichtlich des „politischen Drucks“ gefragt, den China mittels seiner Investitionen auf „wirtschaftlich schwächere Länder wie Griechenland“ ausübe, erklärte Frau Merkel sich ganz klar skeptisch: „Was Sie da beschrieben, gibt mir zu denken. Die gegenseitigen Abhängigkeiten nehmen zu und das Gleichgewicht verlagert sich kontinuierlich„, führt die Kanzlerin an und ergänzte: „Europa muss hart arbeiten, damit es seinen Einfluss schützt, und allem voran muss es mit einer Stimme mit China sprechen„.

Im Weiteren gestand Frau Merkel allerdings ein, auch Teile der deutschen Wirtschaft basieren auf dem Handel mit China, betonte jedoch, Ziel der Gespräche mit Peking müsse eine „Harmonie“ sein, die alle Beteiligten begünstige. In diesem Rahmen unterstrich sie, China müsse seinen Markt mehr für europäische Unternehmen öffnen, während sie andererseits nicht die Möglichkeit ausschloss, dass für die Sicherheit des alten Kontinents die ausländischen Investitionen in bestimmten Branchen, denen strategische Bedeutung zugemessen wird, verboten oder eingeschränkt werden.

Griechenland strebt aktiv an, Kapital aus China anzuziehen

Jedenfalls ist es eine Tatsache, dass Griechenland aktiv chinesisches Kapital anzuziehen anstrebt und von dem chinesischen Investitionsprogramm „Eine Zone, Ein Weg“ zu profitieren versucht, das die Erstellung von Handels-Infrastrukturen vorsieht, die Ostasien per Land und Wasser mit dem Nahen Osten und dem Westen verbinden werden.

(Quelle: eleftherostypos.gr)

Was die seitens der EU monierte Situation bezüglich der (Miss-) Achtung der Menschenrechte in China betrifft, wurde aus Peking gekontert, „für China besteht die wichtigste und dringendste Menschenrechtsfrage in der Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung, was nach einer stabilen Gesellschaftsordnung verlangt, die mit einigen Beschränkungen einhergeht„: Experten begrüßen Griechenlands Blockade der EU-Erklärung zu Chinas Menschenrechtslage

  1. windjob
    5. Juli 2017, 13:30 | #1

    Diese Frau soll sich mal erst um die Probleme in ihrem eigenen Land kümmern. Sie führt sich auf als ob sie die Chefin der EU ist. Was geht sie die Politik Griechenlands an, immerhin hat sie eine grosse Mitschuld zusammen mit dem Vasallen Schäuble. Ich halte es bald nicht mehr aus.

  2. Zambo
    5. Juli 2017, 19:25 | #2

    Wenn die Chinesen in Deutschland investieren ist es aber ok …

  3. Marcus
    5. Juli 2017, 20:22 | #3

    Gerade heute wurden doch Milliardenschwere Aufträge von China an deutsche und europäische Firmen verkündet.

  4. Ronald
    5. Juli 2017, 20:57 | #4

    Es geht ja einfach darum, dass Griechenland als einziges EU-Land eine Erklärung zu der Menschrechtssituation in China nicht unterschrieben hat. Einerseits sind diese lächerlich, Frau Merkel, weil entweder man macht Geschäfte oder man hat moralische Bedenken. Andererseits kann man auch die Erklärung mitunterschreiben, Herr Tsipras, denn diie Chiesen stört ’s eh nicht. Deutschland hat ja – wie alle anderen EU Mitgliedsstaaten – unterschrieben und wir hören gerade heute, dass China 140 europäische Airbusse bestellt hat. Ist also Zickenkrieg und viel Wind wegen nix …

  5. name
    6. Juli 2017, 02:50 | #5

    Wenn die Chinesen in Deutschland investieren ist es aber ok“ – so ist es, das sagt tatsächlich alles über deutschland …

  6. Bub
    6. Juli 2017, 12:51 | #6

    Ich sehe das aehnlich, es darf bloss keiner vor ihr lohnende Verträge oder Gespräche fuehren. Nicht mal Brotkrummel goennen sie den Ärmsten, widerlich!

  7. Barbara F.
    6. Juli 2017, 16:15 | #7

    Na ja, so ist es ja nun nicht. Ohne die EU sind wir alle in Europa nur ein Haufen Kleinstaaten, ein Spielball der Großmächte China, USA, Russland. Nur wenn wir mit gemeinsamer Stimme sprechen, EU-weite Abkommen aushandeln, nur dann haben wir Gehör in der Welt und werden bei Verhandlungen nicht über den Tisch gezogen.

  8. GR-Block
    7. Juli 2017, 00:02 | #8

    Die drei europäischen Großmächte F, UK, G haben schon immer in bilateralen Gesprächen mit China für ihre Wirtschaft günstige individuelle Vereinbarungen getroffen. So auch 2011 Sarkozy, Cameron und Merkel mit Wen Jiabao. Vereinbarungen im gemeinsamen Namen der EU wurden damals nie akzeptiert, sehr zur Verbitterung des scheidenden Ministerpräsidenten Chinas. Stattdessen musste er bei diversen Staatsbesuchen kleine Länder einzeln besuchen.
    Als er 2012 auf dem Wirtschaftsforum gemeinsam mit mittel- und osteuropäischen Staaten auftrat, beschwerten die Großmächte sich über den „Alleingang“ der Osteuropäer. Sarkozy, Cameron und Merkel selbst hatten allerdings nur ein paar Monate zuvor milliardenschwere Alleingänge mit China abgeschlossen. Auf den europäischen Märkten darf nunmal nicht jeder X-Beliebige mit CN handeln, ohne dass die FUKG-Staaten daran mitverdienen. „Quod licet Iovi, non licet bovi“ (äh … Konfuzius?)

    Gegen Ende seiner Amtszeit 2013 war Jiabao schließlich mit seinem „Latein“ am Ende und verschaffte sich deshalb bei der Abschiedsrede im Volkskongress genau darüber Luft. Er verstand die Europäer nicht mehr, dabei hatten sie doch seit Beginn seiner Amtszeit eine gemeinsame Sprache gefunden. Was die jetzt aber von sich gaben, war für ihn nur noch „Chinesisch“.

  9. stelios
    10. Juli 2017, 06:20 | #9

    nein sie meint ja das wenn nun die chinesen investieren dann ist das ja konkurenz zu fraport/gmbh und co.

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