In Griechenland ist 1 von 5 Schachteln Zigaretten illegal

10. Juli 2017 / Aufrufe: 348

Einer Studie der KPMG zufolge war 2016 jedes fünfte in Griechenland konsumierte Päckchen Zigaretten illegal.

Laut der von KPMG für Rechnung des Royal United Services Institute (RUSI) durchgeführten paneuropäischen Jahresstudie war 2016 in Griechenland 1 von 5 konsumierten Päckchen Zigaretten illegaler Herkunft.

Konkret belegte Griechenland auch 2016 den zweiten Platz unter den EU-Ländern mit dem höchsten Konsum illegaler Zigaretten, trotz des Rückgangs um einen Prozentpunkt im Verhältnis zu 2015 (18,8% im Jahr 2016 gegenüber 19,8% im Jahr 2015).

Zigarettenschmuggel „kostet“ Griechenlands Fiskus über 600 Mio. Euro

Die unabhängige Studie wurde für Rechnung des Royal United Services Institute (RUSI) mit quantitativen Daten durchgeführt, die aus dem Jahresbericht „Project SUN“ der KPMG herrührten. Spezieller zeigte die Studie für Griechenland, auf das Jahr 2016 bezogen:

  • Das Volumen der illegalen Zigaretten ging wegen der von den Verfolgungsbehörden durchgeführten kontinuierlichen Kontrollen im Verhältnis zu 2015 um 12% zurück, bleibt jedoch immer noch sehr hoch, nämlich bei 3,62 Milliarden Zigaretten.
  • Wenn diese Zigaretten auf dem legalen Markt konsumiert worden wären, hätten sie dem griechischen Fiskus zusätzliche Einnahmen in Höhe von über 600 Millionen Euro eingebracht.
  • Die Ströme der sogenannten „Cheap Whites“ (sprich in diversen Regionen der Welt von unabhängigen Herstellern produzierte Zigarettenmarken) stellen mit einem Anteil von 44% an dem Gesamtvolumen des illegalen Zigarettenhandels weiterhin die grundlegende Quelle illegaler Zigaretten dar.
  • Die Schrumpfung des legalen Marktes setzte sich 2016 mit einem neuen Umsatzrückgang um 6% fort.

Laut der Studie waren 48,3 Milliarden Zigaretten, also 9,1% der in Europa 2016 insgesamt konsumierten Zigaretten illegal. Im Jahr 2015 erreichte der entsprechende Anteil 9,8%.

Illegale Zigaretten finanzieren das international organisierte Verbrechen

Die 2016 beim Konsum der illegalen Zigaretten in Europa verzeichnete prozentuale Änderung stellt den größten jährlichen Rückgang in einem Zeitraum von drei Jahren dar. Auf dem ersten Platz beim Konsum illegaler Zigaretten befindet sich für ein weiteres Jahr Lettland mit einem Anteil von 22,6%, gefolgt von Griechenland (18,8%), Irland (17,5%), Malta (17,2%) und Litauen (17%). Schätzungen zufolge entgingen den Mitgliedstaaten der EU im Jahr 2016 wegen des illegalen Zigarettenhandels ungefähr 10,2 Milliarden Euro aus direkten und indirekten Steuern.

Der illegale Zigarettenmarkt stellt weiterhin eine permanente Bedrohung für die Einnahmen der EU-Mitgliedstaaten und eine grundlegende Finanzierungsquelle für die organisierte Kriminalität auf internationaler Ebene dar. Es handelt sich um ein Phänomen, das unmittelbar mit der Erhöhung der Besteuerung der Zigaretten in Verbindung steht, die in Griechenland seit dem 01 Januar 2017 sogar 90% des durchschnittlichen Einzelhandelspreises rangiert. Es wird eingeschätzt, dass die steuerliche Stabilität in den zwei Jahren 2015 – 2016 eine maßgebliche Rolle bei dem – sei es auch geringen –  Rückgang des Schwarzhandels in Griechenland spielte.

Die Studie für das Jahr 2016 über den illegalen Zigarettenkonsum in der EU, Norwegen und der Schweiz ist auf der Internetpräsenz der KPMG verfügbar: KPMG – Project SUN

(Quelle: dikaiologitika.gr, ANA/MNA – AMNA)

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