Griechenlands Premier spielte keine Spielchen

19. Juli 2017 / Aufrufe: 705

Laut Christine Lagarde spielte Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras keine strategischen Spiele, sondern respektierte die Gründe, aus denen er gewählt wurde.

Christine Lagarde, Leiterin des Internationalen Währungsfonds (IWF), bezog sich in einem an ein französisches TV-Netz gegebenen Interview auf die Kontakte, die sie zu dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras in der Periode der kritischen Verhandlungen hatte, welche die Zukunft Griechenlands in der Eurozone bestimmten.

Die Generaldirektorin des Fonds charakterisiert Alexis Tsipras als einen „ernsthaften“ Menschen, der – wie sie anmerkte – „keine strategischen Spiele spielte“, sondern getreu seiner „ideologischen Position, dem komplexen politischen Rahmen“ folgte.

Tsipras hatte eine schwierige Gleichung zu lösen …

Im weiteren Verlauf des Interviews führte Christine Lagarde an, „Alexis Tsipras hatte eine schwierige Gleichung zu lösen„, und kam daher „mit Respekt für seine Eigenschaft und den Gründen, aus denen er gewählt worden war“ zu den Gesprächen.

Die Leiterin des IWF bezog sich auch auf den Ehrgeiz des griechischen Premierministers Alexis Tsipras, aber auch des (ehemaligen griechischen Finanzministers) Yanis Varoufakis, die Regeln zu ändern, und meinte: „Sie hatten den Ehrgeiz, vom ersten Tag an die Regeln zu ändern, ich denke jedoch, dass sie schnell wahrnahmen, dass so etwas sich nicht von allein ändert.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. White Tower
    19. Juli 2017, 08:14 | #1

    Alexis Tsipras ist zumindest nicht weggelaufen, so wie die gewählten Vorgänger, und ob ein anderer an seiner Stelle mehr für Griechenland erreicht hätte, ist zu bezweifeln …

  2. karnapas
    19. Juli 2017, 13:23 | #2

    Auch Christine Lagarde spielt keine strategischen Spielchen, warum auch? Die Leiterin des IWF und die sonstigen Gläubiger sind in der formidablen Position zu sagen: FRISS ODER STIRB.

  3. GR-Block
    19. Juli 2017, 21:55 | #3

    Sie hatten den Ehrgeiz, vom ersten Tag an die REGELN zu ändern, ich denke jedoch, dass sie schnell wahrnahmen, dass so etwas sich nicht von allein ändert“ – Das ist Kauderwelsch. Natürlich ändert sich nichts von allein, deshalb haben es die beiden ja in die Hand genommen. Und alle Hoffnung des IWF, dass sich nichts geändert hätte, ist nur Schall und Rauch. Denn …

    1. Die Rolle des bad guy hat der IWF endgültig an die EURO-Gruppe abgeben müssen. Staatschefs, die jetzt um politische Unterstützung ersuchen, um ihr Volk übers Ohr zu hauen (wie Papandreou), werden nun von der EU alleine auf Linie gebracht. Die anderen westlichen Staaten dürfen nicht mehr reinreden. Damit sind jetzt kleine EU-Staaten Brüssel ausgeliefert.
    2. Das griechische Volk sah sich veranlasst, sich eindeutig gegen die EU zu äußern, weil diese auf Konfrontationskurs mit ihm ging. Bis jetzt hatte die EU solche Kapitalfehler nie gemacht.
    3. Dank Varoufakis durften wir erfahren, dass die künstlichen, virtuellen Kreditschulden (die drei Hilfspakete) eine unerlaubte Subventionierung für die westeuropäische Privatwirtschaft aus Steuergeldern war, die nach Abschluss der Memoranden den REGELN entsprechend „umstrukturiert“ (gestrichen) werden sollten. Die Eurogruppe aber wagte nicht, den Zeitplan dafür ihren Wählern zu offenbaren. Merkel hoffte, dass die CDU-Regierung mit Schäuble in Rente geht und die SPD die Umstrukturierung übernehmen muss. DAS übrigens nennt man Taktieren. Leider hat aber Martin Schulz durch Unfähigkeit (oder Unwillen) alles vereitelt und es bleibt zum ersten mal die Sch… an Frau Merkels Händen kleben. Aber wahrscheinlich taktiert sie wieder so geschickt, bis irgend ein politisch in Not geratener Staatschef ihr nichtsahnend die Hand reicht, wie Papandreou, wie Samaras. Nur Tsipras wusste, wem er da die Hand reicht, und nahm sich deshalb den Professor zur Seite, quasi als Plastiktüte. Als der aber die Sch.. sah, zog er die Hand zurück und ging.
    4. Das anti-griechische Verhalten der Eurogruppe hat die Atmosphäre in der EU grundlegend geändert, weil REGELN der Demokratie nachhaltig verletzt wurden. EURO-Anwärter lassen sich nun Zeit, die Türkei lehnt Eintrittsbedingungen ab und stellt selbst welche, Polen und Ungarn scheren aus dem monotonen Gleichklang aus, Frankreich wählt einen Präsidenten nach dem anderen ab, das Vereinigte Königreich zeigt dem Kontinent den „Βαρουφάκιος Δάκτυλος“ und nimmt sogar den Hut.
    5. Und das Allerpeinlichste: China kauft gleich zu Beginn der Krise südeuropäische Anleihen auf, um sich dann von Merkel sagen zu lassen, das sei eine innereuropäische Angelegenheit. Später bittet sie den Ministerpräsidenten, den EURO zu stützen, und der erteilt ihr eine Absage – noch ein „Βαρουφάκιος Δάκτυλος“. Alle guten Dinge sind schließlich drei.

    Dann lieber die politische Bühne aufrecht auf einem Motorrad verlassen als derartige ideologische „Flexibilität“ offenbaren zu müssen. Die EU wurde von den Alteingesessenen politisch und ideologisch heruntergewirtschaftet und wird nur noch vom Geld der Eliten zusammengehalten, genau wie bei ihrer Gründung nach dem Krieg.

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