„Face control“ in Kindergärten in Griechenland

9. Juli 2017 / Aufrufe: 385

Beschwerden zufolge werden in Griechenland staatlich subventionierte Plätze in privaten Kindergärten selektiv an Eltern vergeben, die Zuzahlungen zu entrichten bereit sind.

Die GSEE moniert die unerhörte Taktik und Praxis im Besitz privater Betreiber befindlicher privater Kindergärten in Griechenland, die unter Anwendung einer eigentümlichen „Gesichtskontrolle“ Anträge von Eltern auf Aufnahme ihrer Kinder bei Kindergärten mittels des NSRP mit dem Argument ablehnen, die Plätze seien schon seit Wochen vergeben.

Es ist jedoch verwunderlich, wie es angehen kann, dass die privaten Kindergartenplätze bereits am 05 Juli 2017 vergeben waren, wo doch die Listen mit den Berechtigten erst am späten Abend des Vortags bekannt gegeben wurden. (Ergänzend sei angemerkt, dass insgesamt rund 150.000 Anträge auf aus dem NSRP finanzierte Plätze gestellt worden waren.)

„Schwarze“ Zuzahlungen für einen Kindergartenplatz in Griechenland

Es ist zumindest unerhört, dass derartige Phänomene beobachtet werden, die hunderten Eltern das Leben noch schwerer machen, die nicht die wirtschaftliche Möglichkeit haben, für ihre Kinder einen Kindergartenplatz zu bezahlen, womit für diese die Finanzierung mittels des NSRP den einzigen Rettungsring darstellt. Es ist unverständlich, dass im Griechenland der Krise, der Destabilisierung des Arbeitsmarkts und des Zusammenbruchs der Löhne und Tarifverträge die Eigentümer von Kindergärten Plätze für Eltern „reserviert“ halten, die bis vor wenigen Stunden noch keinerlei Nachweis in ihren Händen hielten, Berechtigte zu sein.

Die GSEE fordert die umgehende Untersuchung der Angelegenheit durch das zuständige Ministerium, aber auch die Griechische Gesellschaft für lokale Entwicklung und Selbstverwaltung (E.E.T.A.A.), die den NSRP (bzw. die einschlägigen Gelder) verwaltet. Es sind umgehend die Beschwerden und Informationen zu untersuchen, laut denen die Auswahl mit dem Kriterium eines zusätzlich zu dem NSRP (-Satz) gezahlten Betrags erfolgt, den manche Eltern „schwarz“ zu zahlen bereit sind.

Für den Gewerkschaftsverband stellt es ein großes Thema dar, wenn festgestellt wird, dass die Gelder des NSRP unkontrolliert vergeben werden, und zwecks Untersuchung des Themas wird der Verband sich auch an die zuständigen europäischen Behörden wenden.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Giorgos Antonopoulos)

In diesem Zusammenhang sei auf einen am 04 Juli 2017 unter dikaiologitika.gr veröffentlichten Artikel des selben Autors verwiesen, der zum wiederholten Mal vor dem nun auch von der GSEE aufgegriffenen Problem warnte.

Der Beitrag betätigt unter anderem die monierte Praxis dass Betreiber privater Kinderkrippen und Kindergärten die Anträge „zahlungskräftiger“ (und zahlungswilliger) Eltern unverhohlen bevorzugen bzw. ihre Klientel mittels diverser „obligatorischer“ Zuzahlungen aussieben. Es bleibt aber auch nicht unerwähnt, dass den Betreibern der privaten Einrichtungen kaum eine andere Wahl bleibt, falls sie ihren Betrieb auch im nächsten Jahr weiterführen und nicht mit fast mathematischer Genauigkeit in den wirtschaftlichen Ruin getrieben werden wollen.

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