Abzocke auf Airbnb-Vermietungen in Griechenland

28. Juli 2017 / Aufrufe: 1.539

Eigentümer von Immobilien in Griechenland müssen rückwirkend ab Anfang 2017 bis zu 45% ihrer aus Kurzzeitvermietungen erzielten Einkommen an den Fiskus abführen.

Alle Eigentümer, die in Griechenland ihre Immobilie mittels der Internet-Plattform Airbnb vermieten, erwartet ab Anfang des kommenden Jahres eine unangenehme Überraschung.(Anmerkung: Sinngemäß trifft dies auch auf alle sonstigen Formen sogenannter Kurzzeit-Vermietungen und Sharing-Modelle zu.)

Formal kommen die neuen gesetzlichen Bestimmungen über Kurzzeitvermietungen ab Neujahr 2018 zur Anwendung, beziehen sich jedoch in der Praxis auf seit dem 01 Januar 2017 erzielte Einkommen, die mit den Einkommensteuererklärungen 2018 zu deklarieren sind.

Griechenlands Fiskus etabliert sich fortan auch bei privaten Kurzzeitvermietungen als „stiller Teilhaber“

Die Würfel sind gefallen und mit dem (auf expliziten Druck der Gläubiger Griechenlands) das neue aktualisierte Memorandum begleitenden Gesetz 4472/2017 kommen ab dem 01 Januar 2018 die neuen steuerlichen Bestimmungen speziell für Alle zur Anwendung, die ihre Wohnungen oder Häuser über Plattformen wie (insbesondere) „Airnbn“ vermieten. Die Höhe der in Rede stehenden Steuer beläuft sich auf 15% für Einkommen von bis zu 12.000 Euro im Jahr und schießt auf 45% empor, wenn die Einkommen über 35.001 Euro im Jahr betragen. Anders gesagt werden in manchen Fällen die Eigentümer die Einnahmen aus den Vermietungen ihrer Immobilien mit dem Fiskus teilen müssen.

Detaillierter ist – wie bereits unter anderem von der griechischen Zeitung „Eleftheros Typos“ detailliert berichtet wurde – vorgesehen, dass auf das ab diesem Jahr (2017) von jeder natürlichen Person aus der Kurzzeit-Vermietung von Immobilien im Rahmen der sogenannten „Sharing Economy“ erworbene Jahreseinkommen im Jahr 2018 eine Einkommensteuer auf Basis der Besteuerungsstaffel für Mieteinnahmen erhoben werden wird, also ab dem ersten Euro (sprich ohne jeglichen Freibetrag!) mit Sätzen von 15% auf bis zu 12.000 Euro des jährlichen Einkommens, 35% auf den Teil des Jahreseinkommens ab 12.001 Euro bis 35.000 Euro und 45% auf den Teil des Jahreseinkommens von über 35.000 Euro –  sofern allerdings die Immobilien (mehr oder weniger) möbliert und ohne Erbringung jedweder sonstiger Services außer der Bereitstellung von Bettwäsche vermietet werden.

Werden jedoch irgendwelche weiteren Dienstleistungen erbracht, wird dieses Einkommen (Anmerkung: auch hier ohne jeglichen Freibetrag!) als Einkommen aus einer unternehmerischen Tätigkeit betrachtet und bis zu den ersten 20.000 Euro mit 22%, auf den Teil ab 20.001 bis 30.000 Euro mit 29%, auf den Teil ab 30.001 bis 40.000 Euro mit 37% und auf den Teil von über 40.000 Euro mit 45% besteuert.

Das in diesem Jahr (sprich 2017) von juristischen Personen oder Körperschaften aus der wie im vorherigen Absatz definierten Kurzzeit-Vermietung von Immobilien in der Sharing Economy erworbene Einkommen wird als Einkommen aus einer unternehmerischen Tätigkeit betrachtet und mit einem Satz von 29% besteuert werden.

(Quelle: protagon.gr)

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass sich mit den speziell auf sogenannte Kurzzeitvermietungen bezogenen neuen Bestimmungen zumindest hinsichtlich der Besteuerung solcher Mieteinnahmen grundsätzlich nichts ändert, sofern sie regulär bzw. überhaupt deklariert wurden … .

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