Warum in Griechenland die Preise hoch bleiben

20. Juni 2017 / Aufrufe: 927

Die Verbraucherpreise in Griechenland steigen leicht und schnell, sinken jedoch nur schwerlich und langsam.

Was die Verbraucher in Griechenland auf alltäglicher Basis in der Praxis erleben, bestätigt nun auch eine Untersuchung des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) bezüglich der Gestaltung der Preise.

Gemäß den von der Zeitung „Kathimerini tis Kyriakis“ präsentierten Eurostat-Angaben ist in Griechenland, wenn sich die Preise der Industrie ändern, der Prozentsatz der Weitergabe – oder Abwälzung – auf die Verbraucherpreise im Fall einer Erhöhung der Preise ein anderer als im Fall einer Senkung.

Preiserhöhungen werden von Griechenlands Einzelhandel viel stärker als Preissenkungen weitergegeben

Konkret beträgt in Griechenland diese Quote im Fall der Erhöhung 29,4%, wogegen sie im Fall der Senkung mit 8,1% viel niedriger ist. Die Preiserhöhungen werden also im Einzelhandel – immer im Fall der Lebensmittel – im Vergleich zu der Weitergabe der Senkungen in einem sehr viel höheren Grad weitergegeben.

Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das auch in anderen Ländern Europas existiert, jedoch gibt es auch Länder wie beispielsweise Deutschland, in denen ein fast gleicher Grad der Weitergabe der Erhöhungen und Senkungen auf die Einzelhandelspreise beobachtet wird, und sogar auch Länder wie Tschechien, die Schweiz und Spanien, in denen der Grad der Weitergabe der Preissenkungen höher ist als bei den Preiserhöhungen

Wie die „Kathimerini“ berichtet, ist im Fall Griechenlands der Grad der Weitergabe der Erhöhungen in jedem Lebensmittelzweig ein anderer. Was Brot und Getreide betrifft, beträgt der Satz der Weitergabe der Erhöhung 19,7% und der Senkung gerade einmal 4,9%. Auf der anderen Seite wird in der Kategorie des Fleisches eine Symmetrie beobachtet (Transferquote der Erhöhung 19,8% und der Senkung 19,3%).

Auf die Gesamtheit der Lebensmittel bezogen werden in Griechenland die Preiserhöhungen der grundlegenden Agrarprodukte mit einem Satz von 7,5% und die Senkungen mit 4,1% an die Verbraucherpreise weitergegeben. Speziell bei Gemüse schlägt die Erhöhung mit einem Satz von 60% auf die Verbraucherpreise durch, die Senkung dagegen mit ungefähr 35%.

(Quelle: iefimerida.gr)

  1. GR-Block
    20. Juni 2017, 15:37 | #1

    Naja, es ist kaum verwunderlich, dass Preiserhöhungen sich sofort durchschlagen auf den Endverbraucher, während Preisnachlässe zuerst vom Händler genutzt werden, bevor beim Endverbraucher etwas ankommt. Und natürlich gilt das v. a. bei billigen Waren. „Was Brot und Getreide betrifft, beträgt der Satz der Weitergabe der Erhöhung 19,7% und der Senkung gerade einmal 4,9%.
    Bei teurem Fleisch spart der Grieche seit eh und je, so dass hier die Nachlässe notwendig sind, um den geringen Fleischverzehr nicht weiter zum Absturz zu bringen. „Auf der anderen Seite wird in der Kategorie des Fleisches eine Symmetrie beobachtet (Transferquote der Erhöhung 19,8% und der Senkung 19,3%).

  2. Josephinah
    29. Juni 2017, 13:26 | #2

    Sehr interessant Perspektive. Vielen Dank für die detaillierten Informationen.

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