Griechische Reisepässe für 5 Euro?

10. Juni 2017 / Aufrufe: 658

Einer Recherche der griechischen Zeitung Eleftheros Typos zufolge werden im Dark Web gefälschte griechische Reisepässe für nur 5 Euro ausgelobt.

Zu den Reisedokumenten verschiedener Länder, die im sogenannten „Dark / Deep Web“ verkauft werden, wo Gruppen „schwarzer“ Hacker eine weltweite Industrie organisierter Kriminalität aufgebaut haben, zählen anscheinend auch griechische Reisepässe.

Bei einer Recherche der griechischen Zeitung „Elefteros Typos tis Kyriakis“ auf den dunklen Pfaden des Internets wurde eine verschlüsselte Seite gefunden, die griechische Reisepässe für 0,0024 Bitcoin anbietet, welcher Betrag etwa fünf Euro entspricht. Besagte Seite führt an, die griechischen Reisepässe seien vorrätig, und zwar zu einem sehr interessanten Preis.

Reales Angebot oder … Abzocke?

Die Wahrheit ist, dass das „Dark Web“ (in dem die IP des Nutzers verborgen bleibt und folglich von den Behörden nicht ausfindig gemacht werden kann) der Kriminalität neue Wege eröffnet. Seitdem seine Nutzung sich verbreitete, stellte der Verkauf gefälschter Pässe einen Gegenstand wirtschaftlicher Aktivität für Bösewichter dar, die behaupten, Reisedokumente zu unendlich niedrigeren Preisen im Verhältnis zu denen der „traditionellen“ Kreise für den Vertrieb gefälschter Pässe anzubieten.

Informationen zufolge ist von den griechischen Behörden bisher noch nie ein Verkauf griechischer Pässe ausfindig gemacht worden, was jedoch nicht obligatorisch bedeutet, dass er auch nicht erfolgte. Die konkrete Seite, die solche Pässe nunmehr anbietet, verursacht somit Nachdenklichkeit. Und dies, weil es abgesehen von allem anderen in einer Periode geschieht, in der Griechenland sich in Alarmbereitschaft befindet, damit die Ströme von Ausländern aus Gründen überwacht werden, die nicht nur mit dem Flüchtlingsthema, aber auch mit Themen nationaler Sicherheit in Zusammenhang stehen.

Die Möglichkeit, dass jemand „elektronisch“ einen gefälschten Pass kaufen und dabei – zumindest in einem hohen Grad – seine Anonymität wahren kann, gebiert einen weiteren Kopfschmerz. Die Frage ist, inwieweit der Verkäufer wirklich in der Lage ist, gefälschte griechische Reisepässe zu besorgen, wie es auf der ganzen Welt mit Reisedokumenten verschiedener Länder geschieht, oder ob es sich um einen der Händler handelt, die im „Dark Web“ agieren und die User betrügen, indem sie sich Gelder in digitaler Währung einsacken, ohne die ausgelobte Ware zu liefern – wobei es sich (unter anderem) um Drogen, gefälschte Führerscheine bis hin zu Waffen handeln kann.

[Quelle: eleftherostypos.gr (Auszug), Autor: Alexandros Kalafatis]

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