Ehrfurchtgebietendes Memorandum für Griechenlands Verschuldung

5. Juni 2017 / Aufrufe: 875

Szenarien eines neuen Memorandums bezüglich der Verschuldung Griechenlands flößen Furcht und Ehrfurcht ein.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, würde gemäß einer Prognose des Finanzministeriums Deutschlands ein die Abzahlung der Zinsen bis 2048 verschiebendes Szenarium bezüglich der Erleichterung der griechischen Verschuldung bedeuten, dass die Gläubiger Griechenlands die Beitreibung von bis zu 123 Mrd. Euro aussetzen werden.

Laut Reuters werden mit in einem an ein Bundestagsmitglied verschicktes Schreiben enthaltenen Berechnungen des deutschen Finanzministeriums verschiedene Szenarien untersucht, welche die Eurozone und der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) in Zusammenhang mit dem griechischen Thema ausgearbeitet haben.

Umschuldung für Griechenland würde ein neues Memorandum erfordern

Eine Prolongierung von einer solchen Größe in der Abzahlung der Zinsen wird mit einem de facto neuen Kreditabkommen einhergehen müssen, dessen Volumen von der Entwicklung der Zinssätze abhängen wird„, führt der besagte Text an, während im weiteren Verlauf eingeschätzt wird, „das veranschlagte Volumen der bis 2048 ausgesetzten Zinsen wird ungefähr 118 – 123 Mrd. Euro betragen„. Weiter wird angemerkt, dass das Finanzministerium Deutschlands sich weigerte, zu irgendeiner Erklärung bezüglich des konkreten Themas zu schreiten.

Obwohl der ESM einen weniger pessimistischen Plan als jenen des IWF, aber auch weniger optimistischen als jenen der Europäischen Union vorschlägt, schätzt er ein, dass die Tragfähigkeit der griechischen Verschuldung mit einer Reihe mittelfristiger Maßnahmen wiederhergestellt werden kann, die im Jahr 2060 die Brutto-Finanzierungsbedürfnisse auf 20,9% des BIP beschränken.

Laut dem Artikel sieht der Plan die schrittweise Senkung des Primärüberschusses vor und veranschlagt dabei einen mittelfristigen Wachstumsrhythmus des BIP um 1,8% und einen durchschnittlichen Anstieg des realen BIP um 1,3%. Mit diesem Szenarium würden sich ohne (weitere) Maßnahmen im Jahr 2060 die Verschuldung auf 136% und ihre Brutto-Kreditbedürfnisse auf 31% des BIP belaufen.

Griechenlands Umschuldung könnte 34 – 123 Mrd. Euro kosten

Der ESM führt auf Basis dieses Szenariums weiter an, dass die Tragfähigkeit der griechischen Verschuldung mit einer Reihe mittelfristiger Maßnahmen sichergestellt werden kann. Diese Maßnahmen umfassen:

  • Streichung des erhöhten Spielraums bei den Zinssätzen.
  • Erstattung der Gewinne aus ANFA und SMP (welche die EZB und die nationalen Zentralbanken der Eurozone aus den Aufkäufen griechischer Anleihen haben).
  • Aus der Neugestaltung (reprofiling) der Kredite, die Griechenland von der Europäischen Finanzstabilitätsfazilitzät (EFSF) erhalten hat, auf folgende Weisen:
    • Prolongierung der gemittelten Höchstlaufzeit der Kredite der EFSF um 15 Jahre.
    • Plafond bei der Tilgung der Kredite der EFSF von 0,4% des BIP bis 2050.
    • Partielle Aussetzung von Zinszahlungen für Kredite der EFSF bis 2015. Griechenland würde bis maximal 1% zahlen und der darüber hinausgehende Betrag auf zukünftige Zahlungen vorgetragen werden.

Laut dem Schreiben des deutschen Finanzministeriums würde die Neugestaltung der Kredite der EFSF „de facto einen neuen Kredit darstellen“, dessen Zinssatz von den Zinsentwicklungen abhängen würde. Die Höhe der Verlagerung von Zinszahlungen bis 2048 würde mit 84 – 89 Mrd. Euro zu Buche schlagen, während parallel das nicht verwendete Kapital des EMS nicht ein- bzw. zurückgefordert werden würde.

Auf Basis des pessimistischen Szenariums würde die Neugestaltung der Kredite mit 123 Mrd. zu Buche schlagen, während sie sich auf Basis des optimistischen Szenariums auf 34 Mrd. Euro beschränken würde.

(Quelle: imerisia.gr)

Kommentare sind geschlossen