Bis 1 Million gepfändete Bankkonten in Griechenland

13. Juni 2017 / Aufrufe: 1.247

Die Anzahl der in Griechenland von den Steuerbehörden blockierten Bankkonten wird bis Ende des Jahres 2017 bis zu 1 Million erreichen.

In Griechenland werden sich bis Ende des Jahres 2017 bis eine Million Bürger mit den Zwangsmaßnahmen des Finanzamts, sprich Sperrungen von Bankkonten, Pfändungen in Händen Dritter und Blockierungen von Immobilien konfrontiert sehen.

Ebenfalls sieht das „Programm“ der sogenannten „Unabhängigen Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE) eine Intensivierung der „Mahnungen“ an die Schuldner mit fälligen Verbindlichkeiten an den griechischen Fiskus vor.

Griechenland muss bis Ende 2017 über 37 Mrd. Euro beitreiben

In diesem Rahmen sollen in Griechenland bis Ende 2017:

  1. Zusätzliche 2 Mrd. Euro aus dem Reservoir der sogenannten alten (sprich bis Ende 2016 aufgelaufenen) fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus beigetrieben werden, die derzeit bei ungefähr 90 Mrd. Euro stagnieren (Anmerkung: Bisher sind bereits um die 900 Mio. Euro beigetrieben worden).
    Der Umstand, dass wenigstens 80% – 85% der besagten Gelder schon jetzt als „abgeschrieben“ betrachtet werden, bedeutet, dass die Steuerbehörden zur Beitreibung des immerhin 1% des BIP übersteigenden „Mammut-Betrags“ all Jene ins Ziel nehmen werden, die wirtschaftlich noch „lebendig“ sind.
  2. Weitere 2,5 Mrd. Euro aus den „neuen“, also jenen Verbindlichkeiten beigetrieben werden, die sich 2017 ansammelten (und noch ansammeln werden werden).
    Mit der Tatsache als gegeben, dass in Griechenland jedes Jahr „frische“ Schulden an den Fiskus in Höhe von wenigstens 10 Mrd. Euro auflaufen, ergibt sich angesichts des Umstands, dass die memorandische Zielvorgabe bestimmt, wenigstens ungefähr ein Viertel des sich als „frische“ Schuld zeigenden Betrags beitreiben zu müssen, eine Summe von 2 – 2,5 Mrd. Euro.

Allein nur aus der Jagd bezüglich der fälligen Verbindlichkeiten sammelt sich ein von jetzt an bis Endes des Jahres 2017 beizutreibender Betrag der Größenordnung von 4 Mrd. Euro an. Dies(er) kommt zu den laufenden finanziellen Verpflichtungen hinzu, die für den Zeitraum bis Ende des Jahres 33 Mrd. Euro übersteigen.

Bemühungen zur Stimulierung der Steuereinnahmen

Mit der „Jagd“ auf fällige Verbindlichkeiten an den Fiskus übernimmt die „Unabhängige Behörde für Öffentliche Einnahmen“ (AADE) praktisch, das bei den Steuereinnahmen des laufenden Wirtschaftsjahrs beobachtete „Loch“ zu decken. Bereits aus den Ergebnissen des ersten Quartals 2017 hat sich gezeigt, dass die Einnahmen aus den laufenden Verpflichtungen (MwSt., Einkommensteuer usw.) der Zielvorgabe hinterher hinken und diese Lücke (bisher) aus Steuern vergangener Jahre gedeckt wird bzw. wurde.

Der Mix der Maßnahmen, welche die AADE auch in den kommenden Monaten anwenden wird um zur Stimulierung der Steuereinnahmen beizutragen, wird außer der Sperrung der Bankkonten und den übrigen Zwangsmaßnahmen umfassen:

  1. Kontinuierliche Mahnungen mit jedem Mittel (E-Mail, Telefonate usw.), damit die Steuerpflichtigen die „laufenden Verpflichtungen“ bezahlen. Die ersten Benachrichtigungen werden sogar auch schon innerhalb von nur fünf Tagen ab dem Moment erfolgen, in dem eine neue Schuld fällig werden wird.
  2. Jagd auf … Quittungen. Nach der (und zwar sogar rückwirkenden!) Streichung der Steuerermäßigung für medizinische Aufwendungen, aber auch der Feststellung, dass die Anforderung hinsichtlich der (obligatorischen) Durchführung „elektronischer“ Zahlungen im Verhältnis zu dem tatsächlichen Einkommen der Steuerpflichtigen sehr niedrig angesetzt ist, fällt das Gewicht auf die Umsetzung der (jüngst) verabschiedeten neuen Bestimmungen bezüglich der Verhängung temporärer (Betriebs-) „Schließungen“ für alle, die keine Quittungen ausstellen, oder der Feststellung von Geldstrafen, deren Höhe bis zu 5.000 Euro erreichen kann.

(Quelle: fpress.gr)

  1. Horstl
    13. Juni 2017, 12:11 | #1

    Die Bürger in GR werden getreten und behandelt wie Dreck. Nun ist der Weg frei für den Massenexodus qualifizierter Arbeitskraefte ins Eu Ausland … vermutlich nach DE.

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