Ausnahmezustand nach Erdbeben auf Lesbos in Griechenland

14. Juni 2017 / Aufrufe: 769

Nach dem starken Erdbeben des 12 Juni 2017 wurde in Griechenland über die Insel Lesbos für sechs Monate der Ausnahmezustand verhängt.

Auf Beschluss des Generalsekretariats für Zivilschutz wurde in Griechenland nach dem am 12 Juni 2017 verzeichneten Erdbeben mit einer Stärke von 6,1 Richter bzw. einer anderen Quelle zufolge 6,3 Richter die gesamte Ägäis-Insel Lesbos zum Notstandsgebiet erklärt.

Der ausgerufene Ausnahmezustand gilt ab dem Tag, an dem besagtes Erdbeben stattfand, für einen Zeitraum von sechs Monaten, also bis zum 12 Dezember 2017. Diese Maßnahme wurde für erforderlich gehalten, um den außerordentlichen Bedürfnissen zu begegnen und die Folgen zu handhaben, die sich wegen der starken seismischen Erschütterung in der Region ergaben.

Lesbos zählt nach dem Erdbeben seine Wunden

Nach dem katastrophalen Erbeben mit einer Stärke von 6,1 bzw. 6,3 Richter, das am Mittag des 12 Juni 2017 um 15:28 bzw. 15:33 Uhr Uhr mit einem Epizentrum 36,4 Kilometer südlich von Mytilene im Seegebiet vor Plomari in einer Tiefe von etwa 10 km verzeichnet wurde, zählt man auf der Insel Lesbos die Wunden. Eine tote 43-jährige Frau und Mutter zweier Kinder, die in ihrem Haus unter Trümmern begraben wurde und nur noch tot geborgen werden konnte, zwei Verletzte, die sich im Gesundheitszentrum von Mytilene in stationärer Behandlung befinden, ungefähr 15 Verletzte, die im Gesundheitszentrum Polichnitos ambulant behandelt wurden, aber auch ein zerstörtes Dorf (Vrisa), Erdrutsche und Steinschläge, die auf den Verkehrswegen im Süden der Insel viele Probleme verursachten, Schäden an Häusern in – dem nach Vrisa am zweitstärksten betroffenen Ort – Plomari und den umliegenden Dörfern, Schäden sogar auch in der Stadt Mytilene, an Kirchen und Monumenten der Stadt und auf dem Land sind die tragische Bilanz.

Das Dorf Vrisa wurde praktisch völlig zerstört. Ungefähr 80% der Häuser – charakteristische Beispiele volkstümlicher Architektur des Endes des 19. Jahrhunderts bis einschließlich 1930 – sind nur noch Trümmerruinen, und die übrigen Häuser, die noch stehen, werden kaum wieder bewohnbar sein. Aus den Trümmern eines dieser Häuser wurde am Tag des Erdbebens um 20:20 Uhr die 43-jährige Frau tot geborgen, während ihr schwer verletzter Ehemann, der Zeugenaussagen zufolge zusammen mit seinem Bett aus dem einstürzenden Haus hinausgeschleudert wurde, in kritischem Zustand behandelt wird. Das Dorf wurde am Nachmittag vollständig evakuiert, da die entstandene Situation als besonders gefährlich beurteilt wurde. Die ungefähr 850 Einwohner des Dorfes begaben sich teils in Häuser Verwandter, andere – besonders ältere Leute – wurden in Hotels des benachbarten touristischen Gebietes Vatera beherbergt. Ebenfalls wurde von dem Militär auf dem Sportplatz in Polichnitos ein Lager mit Zelten aufgebaut, die auf Anweisung des Zivilschutzministers Giannis Mouzalas von dem Flüchtlingsaufnahmezentrum Miria geschickt wurden. Das Zentrum stellte für die Erdbebengeschädigten auch 2.000 Flaschen Trinkwasser bereit.

In der Kleinstadt Plomari und der gleichnamigen Provinz sind große Schäden an Häusern und Kirchen sowie anderen Gebäuden entstanden, darunter auch an dem alten Rathaus im historischen Zentrum von Mytilene.

Tourismus-Strukturen auf Lesbos blieben unversehrt

Panagiotis Chatzikyriakos, Vorsitzender der Reiseveranstalter der Insel Lesbos, betonte gegenüber der griechischen Nachrichtenagentur ANA-MNA, bei den touristischen Strukturen der Insel gebe es keinerlei Probleme, und unterstrich, die Infrastrukturen der Insel haben dem Erdbeben standgehalten und das Problem lokalisiere sich auf zwei Dörfer.

Im übrigen merkte Herr Chatzikyriakos an, dass die Besucher der Insel ihren Urlaub normal fortsetzen und keinerlei Problem begegnen. Wie unterstrichen wurde, befinden die Faktoren der Branche sich in Bereitschaft und verfolgen die Entwicklungen aus der Nähe.

Abschließend sei angemerkt, dass in den ersten 24 Stunden nach dem ersten Beben weit über 100 Nachbeben verzeichnet wurden und die seismische Aktivität sich weiterhin fortsetzt. Die Seismologen stimmt allerdings nachdenklich, dass selbst die heftigsten Nachbeben bisher nur etwa 4 Richter reichten, obwohl nach einem dermaßen heftigen Hauptbeben – sofern es schließlich wirklich das Hauptbeben war – mit wenigstens ein oder zwei Nachbeben in einer Größenordnung bei 5 Richter zu rechnen gewesen wäre.

(Quellen: dikaiologitika.gr, dikaiologitika.gr, dikaiologitika.gr, Medienberichte)

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