Millionenloch in Griechenlands Staatshaushalt

19. Mai 2017 / Aufrufe: 416
Einen Kommentar schreiben Kommentare

Die Einnahmen des Staatshaushalts in Griechenland lagen im ersten Quartal 2017 um 819 Millionen Euro unter der Zielvorgabe.

Die Netto-Einnahmen des staatlichen Haushaltplans in Griechenland zeigten im ersten Quartal 2017 ein „Loch“ von 819 Mio. Euro.

Dieser Rückstand liegt an den im Verhältnis zur Zielvorgabe um 411 Mio. Euro geringeren Einnahmen aus den Privatisierungen und an den um 666 Mio. Euro geringeren Einnahmen aus dem öffentlichen Investitionsprogramm.

Absurder Primärüberschuss dank internen Zahlungsstopps

Laut den Angaben der staatlichen Rechnungszentrale erreichten im ersten Quartal 2017 die Einnahmen des staatlichen Haushalts 15,309 Mrd. Euro, gegenüber einem Einnahmeziel von 16,127 Mrd. Euro. Die Einnahmen vor Steuerrückzahlungen gestalteten sich auf 14,873 Mrd. Euro und übersteigen damit die Zielvorgabe um 543 Mio. Euro, liegen jedoch im Vergleich zu dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2016 um 160 Mio. Euro niedriger.

Eine übermäßige „Zurückhaltung“ wird bei den Ausgaben verzeichnet, die sich in dem besagten Quartal auf 16,442 Mrd. Euro gestalteten und im Verhältnis zur Zielvorgabe um 1,728 Mio. Euro geringer. Dabei handelt es sich um die bekannte Taktik des formlosen Zahlungsstopps, den das Finanzministerium weiterhin umsetzt. Dies hatte zum Resultat, dass der Primärüberschuss des Haushaltsplans sich Ende April auf 1,735 Mrd. Euro gestaltete und damit mehr als doppelt so hoch wie die offizielle Zielvorgabe von 798 Mio. Euro, jedoch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal geringer war. Damals hatte der Überschuss sich auf 1,906 Mrd. Euro gestaltet.

Die geringeren Ausgaben sind Resultat der – im Vergleich zur Zielvorgabe – erfolgten Verkürzungen bei Zuschüssen an Krankenhäuser und Träger / Einrichtungen des staatlichen Gesundheitssystems (YPE-PEDY) um 85 Mio. Euro, Beihilfen wie Familienleistung für Kinderreiche und „Grundsicherung“ um 169 Mio. Euro, Subventionen in der Landwirtschaft um 150 Mio. Euro (hauptsächlich zwecks Deckung des Defizits des Besicherungs-Sonderfonds für Agrarprodukte ELEGEP), Bezügen und Renten um 134 Mio. Euro, Leistungen an die Europäische Union um 322 Mio. Euro. Aus den selben Angaben geht hervor, dass die Erstattungen von Einnahmen im April 249 Mio. Euro betrugen und damit einen Anstieg um 33 Mio. Euro gegenüber der Zielvorgabe (216 Mio. Euro) verzeichneten.

(Quelle: imerisia.gr)

  1. Kleoni
    19. Mai 2017, 11:05 | #1

    Wenn ich meine Rechnungen nicht bezahle bzw. den laufenden Verpflichtungen nicht nachkomme, habe ich auch plötzlich Geld auf dem Konto – so ein Irrsinn und Betrug am eigenen Volk, vor allem an der inzwischen durch die Spardiktate total verarmten und teilweise verelendeten griechischen Bevölkerung, die diesen Hoffnungsträger einmal gewählt haben.

  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.