Griechenlands Wirtschaft droht wieder Rezession

4. Mai 2017 / Aufrufe: 645

Vernichtender Bericht der parlamentarischen Haushaltsstelle über die Lage der Wirtschaft in Griechenland im ersten Quartal 2017.

Die Haushaltsstelle des griechischen Parlaments schlägt laute Alarmglöckchen bezüglich der griechischen Wirtschaft und teilt klare Seitenhiebe wegen der „teuren“ Verzögerungen bei der sogenannten Bewertung aus.

In dem Bericht wird betont, die Lage der Wirtschaft Griechenlands im ersten Quartal 2017 bsei enttäuschend, und unter anderem unterstrichen, der Aderlass der privaten Haushalte, der Rückgang der Bankguthaben, der Anstieg der „roten“ Kredite und der fälligen Verbindlichkeiten (speziell an den Fiskus) „treten in einen Gegensatz zu den in das laufende Memorandum investierten Erwartungen und können zu einem völligen Umsturz seiner Gegebenheiten mit unvorhersehbaren Folgen führen„.

Griechenlands Wirtschaft verbleibt in einer labilen Balance

Die Autoren des Quartalsberichts Januar – März 2017 halten es für „unwahrscheinlich“, dass die Zielvorgabe bezüglich eines Wachstums 2,7% im Jahr 2017 erreicht wird, prognostizieren eine weitere Verlangsamung der Konjunktur, einen Rückgang des BIP und eine Entgleisung bei allen Zielvorgaben des Haushaltsplans und den Steuereinnahmen – mit allem, was dies für die Aktivierung des berüchtigten automatischen „fiskalischen Korrekturmechanismus“ und die Notwendigkeit zur Ergreifung neuer schmerzhafter fiskalischen Maßnahmen bedeutet.

Als einzigen positiven „ersten Schritt zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Wirtschaft“ erkennen sie die Erzielung einer Vorvereinbarung mit den sogenannten Institutionen (sprich Gläubigern Griechenlands) an, die den Weg für die endgültige technische Vereinbarung (Staff Level Agreement) freigibt.

In dem Kapitel mit den Schlussfolgerungen bringen die Autoren vorbehalte in Bezug darauf zum Ausdruck, ob das Land eine Seite weiterzublättern vermag, und unterstreichen dabei: „Die wirtschaftliche Lage im ersten Quartal 2017 ist im Verhältnis zu den Erwartungen enttäuschend. Im ersten Quartal 2017 kehrte die Wirtschaft des Lands trotz der offiziell zum Ausdruck gebrachten Erwartungen nicht zu einem stabilen Aufschwung zurück. Sie verbleibt in einer instabilen Lage, die zu einer neuen Rezession zu werden droht.“ Ebenfalls wird eine Beunruhigung ausgedrückt, da „seit dem Beginn der Umsetzung des wirtschaftlichen Konvergenzprogramms die griechische Wirtschaft niedrigere Wachstumsrhythmen im Verhältnis zu den gesetzten Zielen zeigt„.

Flaue Konjunktur stellt Einnahmen und Überschüsse in Frage

An anderer Stelle wird betont, der Verlauf und die Ergebnisse der griechischen Wirtschaft machen „das von dem Haushaltsplan für 2017 vorgesehene Wachstum von 2,7% unwahrscheinlich, weil die Voraussetzungen für einen hohen Anstiegsrhythmus nicht erfüllt wurden„, wobei angemerkt wird, dass für 2017 mit einem weiteren Rückgang des BIP um 1 Mrd. Euro gerechnet wird!

Mit der Entwicklung im vierten Quartal 2016 und ihrer Übertragung in das neue Jahr als gegeben wird die griechische Wirtschaft in den folgenden Quartalen wahre Sprünge machenmüssen, was natürlich von den politischen Entscheidungen der Regierung (und speziell dem Tempo und der Qualität der Reformen) und den Partnern (hinsichtlich der Erleichterung der Verschuldung und Reduzierung der Primärüberschüsse) abhängt„, wird notiert und weiter angefügt: „Wenn die Verlangsamung der Konjunktur sich bestätigt, werden auch die übrigen Prognosen des Haushaltsplans in Bezug auf Steuereinnahmen und Primärüberschüsse in Zweifel gestellt werden. Wir haben Anzeichen dafür, dass das Land, sofern das Produktionsmodell nicht geändert wird, in Gefahr läuft, in einer Stagnation gefangen zu bleiben, da es sich rund um ein Nullwachstum herum bewegt. Die Wirtschaft befindet sich folglich in einer labilen Balance.

Resultat der bisherigen Entwicklungen war, dass der Gang Griechenlands an die internationalen Finanzmärkte unerschwinglich bleibt, da die durchschnittliche Monatsrendite der Zehnjahres-Anleihe des griechischen Fiskus auf Basis der Angaben der Griechischen Bank sich während der ersten drei Monate des Jahres 2017 erneut auf über 7% gestaltete – nach dem (seit 2014 erstmaligen) Absinken unter 7% (6,94%) im Dezember 2016, als sie bereits seit September 2016 einem stabilen Kurs der Deeskalation folgte„, wird an anderer Stelle angeführt.

Die parlamentarische Haushaltsstelle vertritt, die negative Wendung der Dinge liege an der Verzögerung der „2. Bewertung“, in Kombination mit den 2016 verhängten neuen Steuern und dem nach wie vor ungelösten Thema der „roten“ (sprich leistungsgestörten) Kredite.

(Quelle: Imerisia)

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