Finanzamt in Griechenland schießt sich auf Kleinschuldner ein

28. Mai 2017 / Aufrufe: 800
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Der Fiskus in Griechenland nimmt Schuldner mit fälligen Verbindlichkeiten von jeweils bis zu 500 Euro ins Visier.

Die Unabhängige Behörde für Öffentliche Einnahmen (AADE) betrachtet gerade einmal 11,4 von den insgesamt 92 Mrd. Euro fälliger Verbindlichkeiten an das Finanzamt in Griechenland als beitreibungsfähig. (Siehe auch Neue Explosion der Steuerschulden in Griechenland)

Laut der griechischen Zeitung „Kathimerini“ sind die Möglichkeiten einer Beitreibung bei den Kleinschuldnern sogar größer. Wie Funktionäre des griechischen Finanzministeriums meinen, sind die Chancen einer Beitreibung um so größer, je niedriger die Schuld ist – im Gegensatz zu den sehr großen Verbindlichkeiten, die als nicht beitreibungsfähig gelten, da sie aus alten Geldstrafen der Verordnung über Bücher, von Unternehmen des griechischen Staats, aber auch aus fällig gewordenen Bürgschaften herrühren.

Griechenlands Fiskus schreibt 72 Mrd. Euro … „in den Wind“

Konkret befinden sich außerhalb des Visiers der AADE unter anderem 0,1% der Schuldner, die Schulden von jeweils über 1,5 Mio. Euro haben. Dabei handelt es sich um 5.551 Schuldner, sprich natürliche und juristische Personen, die dem Finanzamt 76% der Summe der fälligen Verbindlichkeit beziehungsweise 72 Mrd. Euro schulden.

Es wird angemerkt, dass 69 Schuldner des griechischen Fiskus jeweils ab 100 Mio. Euro und mehr schulden, welche Verbindlichkeiten – wie die AADE eingesteht – niemals beigetrieben werden können. Dagegen geraten in das Visier des Finanzamts 2.388.899 natürliche Personen und Unternehmen, also mehr als die Hälfte der Schuldner des griechischen Fiskus, die dem Finanzamt Beträge von jeweils bis zu 500 Euro schulden … (siehe auch In Griechenland schuldet fast jeder Zweite dem Finanzamt).

(Quelle: imerisia.gr)

  1. Uli
    28. Mai 2017, 06:41 | #1

    Das alte Spiel: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Dafür wurde die Syriza sicher nicht gewählt.

  2. GR-Block
    28. Mai 2017, 23:22 | #2

    … geraten in das Visier des Finanzamts 2.388.899 natürliche Personen und Unternehmen…“ – Hey, das ist aber ein gewaltiges Visier! Und das bei einer Pixelauflösung von unter 500 €, wow! Das wären ja Einnahmen von größenordnungsmäßig einer halben Mrd. € … freilich nur, wenn man sie alle erwischt.
    Klar, dass man die Großschuldner nicht einmal mit Nachtsichtgerät findet. Die stecken ja in der Insolvenz, sind also fein raus. Da kann man nichts holen. Und wenn doch, dann nur nach einem jahrelangen juristischen Schlagabtausch.
    Bei den vielen Kleinen allerdings wäre prinzipiell was zu holen, wenn man nur genug Finanzbeamte hätte. Das kann sich der viel zu kleine Staat aber nicht leisten. Also versucht er die kleinen Leute durch Säbelrasseln einzuschüchtern: „Der Fiskus in Griechenland nimmt Schuldner mit fälligen Verbindlichkeiten von jeweils bis zu 500 Euro ins Visier.“ – Huhu, da fürchtet sich aber der Arbeitslose.
    GR hat gerade einmal 3,6 Mio Beschäftigte übrig gelassen – in Memoranden-Sprache nannte man das „Umstrukturierung“. Na hoffentlich sind unter ihnen die 2.388.899 zu finden. Sonst seh ich schwarz für die Finanzämter.

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