Riesenbetrug mit Handys in Griechenland

30. April 2017 / Aufrufe: 787

In Griechenland wurde ein krimineller Ring ausgehoben, der importierte Mobiltelefone zu niedrigen Preisen vertrieb und den griechischen Fiskus um Millionen Euro betrog.

Nach monatelangen Ermittlungen hob in Griechenland die Wirtschaftspolizei einen der größten kriminellen Ringe aus, der billige Mobiltelefone und anderer elektronische Geräte hauptsächlich per Internet vertrieb und in den letzten vier Jahren den griechischen Fiskus um viele Millionen Euro betrog.

Es handelt sich um eine viele Mitglieder zählende Gruppe von Ausländern hauptsächlich pakistanischer und bangladesher Staatsangehörigkeit, in die jedoch auch Griechen verstrickt sind, von denen 10 Personen (sieben Ausländer und drei Griechen) sowie auch eine wegen einer anderen Sache zur Fahndung ausgeschriebene andere Person verhaftet wurde, während die Verfahrensakte weitere 12 Personen umfasst (drei, die gesucht, aber nicht gefunden wurden, und weitere acht Griechen und eine Ausländerin).

Vertrieb von Handys über Scheinfirmen in Griechenland

Unter den während der Dauer einer koordinierten Aktion der Wirtschaftspolizei am 26 April 2017 in verschiedenen Gebieten Attikas ausfindig gemachten 10 Festgenommenen befinden sich auch die drei führenden Köpfe der Bande, die Ausländer sind. Aus der monatelangen polizeilichen Ermittlung wurde festgestellt, dass die drei leitenden Mitglieder die Gruppe seit März 2013 gegründet hatten. Seitdem „rekrutierten“ sie hauptsächlich Landsleute, und im weiteren Verlauf betrogen sie mit gefälschten oder gestohlenen pakistanischen Reisepässen und anderen Unterlagen Angestellte öffentlicher Behörden und diverser Banken und schufen fiktive Personenunternehmen mit Gegenstand den Handel mit Mobiltelefonen.

Hinsichtlich ihrer Vorgehensweise ergibt sich, dass die leitenden Mitglieder andere Mitglieder der Organisation (hauptsächlich jene, deren Passfotos in die gefälschten Unterlagen eingeklebt worden) und auch andere Personen, die sie mit unwahren Vollmachten ausstatteten, damit beauftragten, diese bei den zuständigen Behörden des griechischen Staats wie Finanzämtern und Versicherungsträgern (DOY, OAEE, EFKA), Industrie- und Handelskammern usw. und bei Banken einzureichen, womit sie die zuständigen Angestellten irreführten und betrogen, die fallweise zur Ausstellung von Verwaltungsbeschlüssen und anderen Urkunden schritten.

Mittels der Firmen, die sie kontinuierlich wechselten, erwirkten sie die Genehmigung für innergemeinschaftliche Käufe von Mobiltelefonen aus EU-Ländern, die sie dann per Internet zu niedrigen Preisen verkauften, ohne praktisch selbst etwas gezahlt zu haben. Gleichzeitig erreichten sie auch illegale Legalisierungen von Ausländern.

Griechenlands Fiskus wurde um über 7 Mio. Euro gerbacht

Gemäß den bisherigen Berechnungen und den sich aus der polizeilichen Ermittlung ergebenen Fakten übersteigen die entgangenen Steuern 7 Mio. Euro, während aus der Überprüfung festgestellt wurde, dass Einkommen von 5,9 Mio. Euro verheimlicht und inkorrekte Zugangserklärungen (fiktive Warenkäufe) über ungefähr 11,3 Mio. Euro abgegeben wurden. Ebenfalls ist anzumerken wert, dass der Gesamtwert der innergemeinschaftlich erworbenen Waren annäherungsweise auf den Wert von ungefähr 58 Mio. Euro veranschlagt wird.

Bezeichnend ist, dass eins der führenden Mitglieder eine unternehmerische Kooperation mit vielen Firmen entwickelt hatte, die im Großhandel mit Mobilfunkartikeln und anderen elektronischen Produkten tätig waren, ihre Sitze in Ländern der Europäischen Union und die Genehmigung zur Durchführung innergemeinschaftlicher Lieferungen in Griechenland hatten.

Zu Lasten der Festgenommenen und ihrer Komplizen wurde ein Strafverfahren schwerverbrecherischen Charakters wegen – je nach Fall – Straftaten der Bildung, des Beitritts zu und der Leitung der kriminellen Organisation, der / des gewerbsmäßig und gewohnheitsmäßig verübten Urkundenfälschung und Betrugs, der Erschleichung unwahrer Bescheinigungen, der Missachtung der Gesetzgebung über Warenzeichen, steuerliche Verfahren, Prävention und Verfolgung der Legalisierung von Einkommen aus kriminellen Aktivitäten und Finanzierung des Terrorismus sowie ebenfalls der Gesetzgebung bezüglich der Verordnung über Migration und soziale Integration eingeleitet.

Die Verhafteten wurden am 27 April 2017 dem Staatsanwalt des Strafgerichts Athen vorgeführt und die Sache wurde an einen Sonder-Ermittlungsrichter überstellt.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Giorgos Antonopoulos)

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