Neue Explosion der Steuerschulden in Griechenland

26. April 2017 / Aktualisiert: 10. Oktober 2017 / Aufrufe: 947

Die fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus in Griechenland näherten sich mittlerweile bis auf einen Hauch dem astronomischen Betrag von 94 Milliarden Euro.

In Griechenland verzeichneten im Februar 2017 die fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus einen Anstieg um 989 Millionen Euro. Der Anstieg der fälligen Steuerschulden belief sich im selben Monat auf 912 Millionen Euro.

Dies geht aus den an die Öffentlichkeit gegebenen Angaben der „Unabhängigen Behörde für öffentliche Einnahmen“ (AADE) hervor. Diesen zufolge beliefen sich im Februar 2017 die neuen (sprich seit Anfang des Jahres 2017 entstandenen) fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus auf 2,619 Mrd. Euro, gegenüber 1,630 Mrd. Euro im Januar 2017.

In Griechenland drohen über 1,6 Mio. Steuerpflichtigen Zwangsmaßnahmen

Die Summe der alten (sprich vor dem 31.12.2016 entstandenen) und neuen fälligen Verbindlichkeiten an den griechischen Fiskus erreichte somit 93,974 Mrd. Euro, also nur einen Hauch von den 94 Mrd. Euro und dem … Alarm beim Finanzstab der Regierung entfernt. (Anmerkung: Realistischen Einschätzungen sind von dem besagten Gesamtbetrag bestenfalls 10% – 15% beitreibungsfähig, da es sich zu einem großen Teil um bereits seit Jahren oder sogar Jahrzehnten in den Haushaltsplänen immer wieder „vorgetragene“ Verbindlichkeiten definitiv zahlungsunfähiger oder inzwischen gar nicht mehr existenter Schuldner handelt.)

Im Februar 2017 belief sich die Anzahl der Schuldner des griechischen Fiskus auf 4.052.270, gegenüber 4.173.206 im Januar 2017, und ging somit zwar leicht zurück, nichtsdestotrotz hat fast jeder zweite Steuerpflichtige in Griechenland Schulden an den Fiskus. Den Angaben der AADE zufolge betrug im Februar 2017 die Anzahl der Schuldner, gegen die Zwangsmaßnahmen ergriffen werden können, 1.655.636, gegenüber 1.672.500 im Januar 2017. Die unter Zwangsbeitreibungsmaßnahmen stehenden Schuldner zählten im Februar 873.049, gegenüber 851.818 im Vormonat.

Griechenlands Fiskus erwirkt mittlerweile täglich über 1.000 Pfändungen

Aus den detaillierten Angaben über die Ausführung des Haushaltsplans im ersten Quartal des Jahres 2017 geht ein Rückstand bei den Netto-Einnahmen des regulären Haushalts um 863 Mio. Euro (-7,4% im Verhältnis zur Zielvorgabe) und eine Verzögerung um 1,207 Mrd. Euro im März 2017 hervor, mit hauptsächlichem belastenden Faktor die Verzögerung bei der Einnahme von 1,234 Mrd. Euro aus der Abtretung 13 peripherer Flughäfen an die Fraport hervor.

Der Beitreibungsmechanismus der AADE hat 873.029 Steuerpflichtige in das Visier der Zwangsmaßnahmen „eingeklinkt“ (Anstieg um ungefähr 20.000 im Verhältnis zu den im Januar 2017 unter Zwangsbeitreibungsmaßnahmen 851.818 Steuerpflichtigen).

(Quelle: Imerisia)

Ergänzend sei angemerkt, dass der Fiskus in Griechenland im Jahr 2016 über 1,6 Millionen Zwangsmaßnahmen gegen Schuldner veranlasste und aktuellen Berichten zufolge mit mittlerweile täglich über 1.000 Zwangspfändungen einen neuen „Rekord“ aufgestellt hat!

  1. Max Bartsch
    26. April 2017, 22:00 | #1

    Immer wieder wird ausgerechnet, was die Bürger dem Staat Schulden. Mann sollte auch mal erwähnen, wie viel Geld der Staat den Bürgern Schuldet! Die Summe liegt bei ca. 28 Milliarden. Darunter fallen:

    – Nicht bezahlte Dienstleistungen der Gemeinden an Private Dienstleister und Firmen.
    – Stromschulden der Gemeinden und staatlicher Firmen.
    – Nicht bezahlte Mehrwertsteuer- und Steuerrückzahlungen.
    – Nicht bezahlte Subventionsgelder. Verzögerungen bis zu 10 Jahren und
    – gesetzeswidrige nachträgliche wilkürliche Kürzungen.
    – Nicht bearbeitete Rentenanträge mit bewusster Verzögerung von bis zu
    4 Jahren.
    – Nicht bezahlte Zahlungsverpflichtungen des Staates, welche trotz Gerichtsbescheid
    an den Staat ergangen sind.
    – Zu unrecht erhobene Pauschalsteuern.
    – Nicht bezahlte Grundstücke nach Zwangsenteignung für staatliche Bauprojekte.
    – Nicht augezahltes Kidergeld und Ausbidungsbeihifen welche nach EU-Gesetz
    zu zahlen sind.
    – Nicht beantragte EFRE (EU) Gelder für Innovation und Forschung von insgesammt 18 Milliarden Euro (35 Milliarden Euro bis 2020!).
    usw.

    Traurig aber wahr.

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