Immobiliensteuer in Griechenland bleibt unverändert

23. April 2017 / Aufrufe: 1.429

Wie es scheint, wird sich hinsichtlich der umstrittenen Immobilienbesitzsteuer ENFIA in Griechenland wenigstens bis 2019 praktisch nichts ändern.

Niemand glaubte, dass wir diesen Primärüberschuss (3,9% im Jahr 2016) erzielen werden, wir erreichten ihn mit den Opfern des griechischen Volks„, erklärte gegenüber dem griechischen Sender SKAI Katerina Papanatsiou, Staatssekretärin im Finanzministerium Griechenlands.

Frau Papanatsiou erklärte sogar, der Primärüberschuss wäre noch höher gewesen, jedoch habe die Regierung die (Anmerkung: bewusst irreführend so bezeichnete) „13. Rente“ und die Unterstützung für die Inseln gewährt.

Griechenlands monströse fiktive Primärüberschüsse rühren nicht aus der absurden Überbesteuerung, sondern … der absurden Überbesteuerung her

Auf die Kritiken bezüglich einer Überbesteuerung ohne Kürzung der Ausgaben des öffentlichen Sektors antwortend, beharrte sie: „Ein Teil des Überschusses rührt aus der Senkung der Ausgaben her.“ (Anmerkung: Damit bestätigte sie im Umkehrschluss, dass der – fiktive, da real gar nicht existierende – Primärüberschuss doch Resultat der absurden Überbesteuerung ist.)

Unser Ziel ist, das Land aus der Vormundschaft herauszubringen„, fügte sie an und prognostizierte in diesem Rahmen einen Aufschwung der griechischen Wirtschaft gegen Ende 2017, zeigte sich jedoch bezüglich eines Gangs Griechenlands an die internationalen Finanzmärkte im Jahr 2018 … zurückhaltend. Weiter beharrte die Staatssekretärin im Finanzministerium, in diesem Jahr werden 80% der Landwirte sehen, keine Einkommensteuer zahlen zu müssen.  (Anmerkung: Das stimmt definitiv nicht!)

In Bezug auf die Privatisierung des ehemaligen Athener Flughafenareals „Elliniko“ versicherte Katerina Papanatsiou: „Wir sind mit dem Elliniko-Areal nicht im Rückstand, es gibt keinerlei Themsa mit der Investition … . Das Büro in unserem Ministerium für das Elliniko-Areal macht die ganze Vorarbeit … . Sobald die einschlägigen Studien vollendet werden, sind wir ganz und gar bereit, sie zu realisieren.“ (Anmerkung: In Wirklichkeit ist die sogenannte Privatisierung des besagten Areals – das als ein absolutes „Sahneschnittchen“ gilt, mittlerweile auf Druck der Gläubiger nichtsdestotrotz zu einem Spottpreis an ausländische „Investoren“ verscherbelt werden soll – bzw. die Realisierung der vorgeschlagenen privaten Investition nicht zuletzt infolge gerichtlicher Urteile auf Jahre blockiert worden.)

Pfändungsschutz, ENFIA und die himmelschreienden Lügen der SYRIZA

Es sei angemerkt, dass die Staatssekretärin bestritt, einen fertigen Gesetzentwurf ihres Amtsvorgängers Tryfonas Alexiadis bezüglich des Pfändungsschutzes für Hauptwohnungen vorgefunden zu haben. „Ich habe keinerlei Gesetz (Gesetzvorlage) von Herrn Alexiadis bezüglich der Unpfändbarkeit der Erstwohnung vorgefunden … ich weiß nicht, was er gemacht hat … . Er übergab mir einen Vorschlag, als fertiges Gesetz gab es ihn nicht„, führte sie charakteristisch an und beharrte: „Das Finanzamt hat nicht eine einzige Hauptwohnung genommen (sprich gepfändet).“ (Anmerkung: Auch das stimmt definitiv nicht!)

Weiter stellte sie klar, die sogenannte Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA) werde auch 2018 die selbe sein, und versprach eine Senkung, die mit den sogenannten Gegen- / Ausgleichsmaßnahmen realisiert werden wird, die 2019 ergriffen werden sollen. (Anmerkung: Schon jetzt steht fest, dass es die derzeit vielbeschworenen „Ausgleichsmaßnahmen“ überhaupt nur geben kann, wenn der schon an sich völlig absurde Primärüberschuss auch noch übertroffen wird … und natürlich die „Institutionen“ – sprich Griechenlands Gläubiger – zustimmen werden!)

(Quelle: Imerisia)

  1. Kleoni
    23. April 2017, 10:44 | #1

    ich habe auch Geld in der Tasche, wenn ich keine Rechnungen mehr bezahle. Die Regierung bezahlt keine Rechnungen z.B. der Lieferanten öffentlicher Krankenhäuser, so dass das Gesundheitssystem über die Hintertüre privatisiert wurde. D.h. wer Geld hat, wird behandelt, darf länger leben. Die Wirtschaft bekommt die Mehrwertssteuer erst nach Jahren zurück, Steuerrückerstattungen fallen auch weg. So trägt auch die Regierung – nebst der Diktatur durch Hr. Schäuble – auch ihren Teil zur Verarmung der griechischen Bevölkerung bei.
    Ein Schelm, der dabei Böses denkt. Auch die Wirtschaftsbesatzer können rechnen, aber sie verschliessen die Augen vor der Realität, solange ihre Helfer willig sind.

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