Griechenlands Prognosen sind realistischer als die des IWF!

21. April 2017 / Aufrufe: 752

Einen sonderbaren Kurswechsel vollziehend vertritt Schäuble nun, die Prognosen der Regierung Griechenlands seien realistischer als die Internationalen Währungsfonds!

Kaum zu glauben, aber wahr: Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble attackierte den Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen dessen falscher Prognosen über Griechenland!

Obwohl Schäuble sich hinsichtlich der Erzielung einer Einigung mit dem IWF bezüglich Griechenlands optimistisch erklärte, kommentierte er, in den letzten Jahren seien die Prognosen der griechischen Regierung realistischer als die des IWF.

ESM kann ein europäischer Währungsfonds werden

Für den IWF zum Pech sind in den beiden letzten Jahren die Prognosen der griechischen Regierung realistischer. Manchmal müssen die Ökonomen der Realität begegnen„, meinte Herr Schäuble in der Johns-Hopkins-Universität sprechend und führte weiter an: „Ich glaube, das Programm ist in Ordnung, und denke, dass Griechenland nach Vollendung des dritten Programms Zugang zu den (internationalen Finanz-) Märkten haben kann.“ Bei der Diskussion war auch der ehemalige IWF-Funktionär John Lipsky anwesend

Parallel sprach Herr Schäuble auch die Möglichkeit der kurzfristigen Umwandlung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in einen europäischen Währungsfonds an. Auf die Frage, ob dies kurzfristig erfolgen könne, antwortete Schäuble, „ja, das glaube ich„.

Am Rand der Frühjahrskonferenz des Internationalen Währungsfonds in Washington sprechend äußerte Schäuble ebenfalls, dass die wie auch immer gearteten neuen Programme zur Stützung von Mitgliedstaaten der Eurozone ohne die Beteiligung der internationalen Finanzwirtschaftsorganisation, also nur unter europäischer Schirmherrschaft vereinbart werden müssen.

Deutschlands Finanzminister fügte an, nach dem Ergebnis der Volksabstimmung in Großbritannien über dessen Austritt (aus der EU) halte er in diesem Moment weitere Schritte zur Vollendung (der Integration) der Mitgliedstaaten der Europäischen Union für unrealistisch und unterstrich dabei, die verbliebenen Mitgliedstaaten müssen bereit sein, „Allianzen der Bereitwilligen“ zu bilden.

Wie er weiter meinte und anfügte: „Mit der derzeitigen Situation als gegeben ist es nicht realistisch, anzunehmen, derzeit weitere Schritte zur Vertiefung der europäischen Integration unternehmen zu können. Wir haben auf eine offenkundig europäische Weise Antworten auf dringliche Fragen zu geben und europäische Lösungen in akuten Problemen zu finden. Wir brauchen flexible Geschwindigkeiten, viele Gruppen von Staaten, Allianzen der Bereitwilligen, wie auch immer Sie es in der konkreten Situation nennen mögen.

Friede, Freude Eierkuchen und … „Reformen“

Deutsche Regierungsquellen haben angekündigt, Schäuble und seine Delegation werden in den während der Woche in Washington erfolgenden Gesprächen der Gruppe der Zwanzig (G20) darauf beharren, von wie großer Bedeutung die Globalisierung und der freie Handel seien, aber auch auf der Signifikanz, die Berlin der Umsetzung von Reformen zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit gegen zukünftige Schocks zumisst.

Delegationen der Staaten der Gruppe der am höchsten entwickelten Staaten und Wirtschaften des Planeten werden sich ab Donnerstag bis Sonntag am Rand der zweijährlichen Konferenz des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank treffen.

Laut Schäuble haben die Zentralbanken viel getan um die Wirtschaften international zu unterstützen. Wie er anmerkte, „hapert es auf der Welt weder bei Verschuldung noch an (Anmerkung: durch Interventionen geschaffener) Liquidität. In bestimmten Ländern gibt es jedoch einen Mangel an Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, weil die erforderlichen Reformen nicht umgesetzt wurden.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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  1. Zambo
    21. April 2017, 07:37 | #1

    Damit es nicht zu einem Schuldenschnitt vor der Bundestagswahl kommt wie vom IWF gefordert, erzählt Schäuble viel, wenn der Tag lang ist …

  2. GR-Block
    21. April 2017, 09:36 | #2

    „ESM kann ein europäischer Währungsfonds werden“ – Ah, da ist er wieder der alte deutsche Traum, sich von den USA zu emanzipieren. Nach 70 Jahren wollen deutsche Investoren die amerikanischen Konkurrenten zurückdrängen.
    Um nach dem verlorenen Krieg nicht enteignet zu werden, hatten sie versprochen, amerikanische Investoren auf deutschen Märkten zu beteiligen. Jetzt wo sich die deutschen Märkte über die ganze EU ausbreiten, jetzt soll die USA hinaus gedrängt werden, gegen die alten Vereinbarungen.

    Die ganze Finanzkrise hindurch wird immer wieder lanciert, der (USA-domonierte) IWF würde unerfüllbare Forderungen stellen an GR. In Wirklichkeit kämpft er darum amerikanische Rechte zu sichern und die Deutschen zurückzuhalten bei ihrer Expansion. Er verlangt, dass die künstliche Verschuldung durch die Zwangskredite der Troika, vereinbarungsgemäß wieder gekürzt werden. Die EU hatte durch diese 330 Mrd € Steuergelder in ihren Finanzmarkt gepumpt. Eine unerhörte Marktverzerrung. Obama und Trump halten ebenfalls durch zusätzliche Staatsschulden dagegen, müssen es aber alleine verantworten vor den Wählern. Sie haben kein GR, das sie ans Kreuz nageln können, damit es alle Finanzsünden des Systems auf sich nimmt.

    Da ist kein Kurswechsel bei Schäuble. Es stehen Wahlen an und Merkels (wie jedes anderen Kanzlers) politische Förderer sitzen in Washington. Schäuble braucht keine politische Förderung mehr. Für die Rente braucht er Beraterverträge und die sprudeln aus D.

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