Änderung der Haltung gegenüber Griechenland

6. April 2017 / Aufrufe: 977

Für Schulz ist eine Änderung der Haltung gegenüber Griechenland eine Einbahnstraße.

Als Repräsentant der größten europäischen Wirtschaft kann die nächste deutsche Regierung sich nicht der Entscheidung zwischen dem politischen Wiederaufbau der Eurozone, also einer pro-europäischen Linie Schulz, wobei Griechenland ein Umstrukturierungsprogramm unter Finanzierung und Kontrolle durch die Europäer erhalten würde, oder einer neugegründeten Währungsunion ohne Griechenland gemäß den Plänen Schäubles entziehen.

Die Entscheidung liegt nun endlich in den Händen der (deutschen) Wähler„, unterstrich die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) in einem jüngst in der Zeitung publizierten Artikel.

„Rettungsprogramme“ verhinderten Griechenlands Ruin nicht

Ein kurzer Rückblick auf die Entscheidungen namhafter Christdemokraten wie Angela Merkel und Wolfgang Schäuble zeigt, dass die deutsche Politik im griechischen Thema von einem tiefen Misstrauen gegenüber Athen und den europäischen Institutionen geprägt war„, merkt die deutsche Zeitung an und ruft in Erinnerung, „dies war auch der Grund, aus dem Berlin verlangte, dass der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) außerhalb europäischer Verträge gegründet wird, und auf der Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an den Rettungsprogrammen für Griechenland beharrte.

All das verhinderte jedoch nicht den Ruin Griechenlands. Mit diesem als gegeben hat der Kandidat der SPD keine Alternative dazu, den politischen Kurs Berlins im griechischen Thema zu ändern„, merkt die deutsche Kommentatorin an.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Tasos Sklavos)

Hinweis: Der vollständige Artikel / Kommentar von Cerstin Gammelin wurde am 04 April 2017 in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Höchste Zeit“ publiziert.

  1. Kleoni
    6. April 2017, 11:58 | #1

    Griechenland ist bereits ruiniert bzw. in den Ruin getrieben worden. Ein versklavtes Volk braucht Generationen um sich zu erholen. Erst die Jahrhunderte dauernde Türkenherrschaft, danach verheerende Kriege, endend mit dem Bürgerkrieg nach dem 2. Weltkrieg, als auch da – vor allem die Briten – es zu verhindern wussten, dass linke Kräfte das Land MIT DEM VOLK und nicht mit den Oligarchen aufbauen wollten, danach die Militärjunta, die vor allem von den USA, aber auch konservativen Kräften, u. a. auch Deutschland unterstützt wurden. Damals wurde der Intellekt Griechenlands – wie jetzt in der Türkei – ermordert, eingesperrt oder ins Exil gezwungen, übrigens wieder vorwiegend linke Kräfte. Nach Ende der Diktatur wäre ein letztes Mal die Gelegenheit zu einem Neuanfang möglich gewesen. Aber danach war Korruption, „Fakelaki“-Unwesen ganz normal, und diejenigen, die in der Regierung saßen, betrieben nicht nur Vetternwirtschaft, sondern füllten auf Kosten eines Großteils des griechischen Volkes die eigenen Taschen. Und aktuell nun sind es wieder die die gleichen Mächte, nur unter anderen „Vorzeichen“, nämlich die Banken und Märkte, federführend dabei ist Goldman Sachs, die das griechische Volk nun wirtschaftlich besetzt halten und ein Grossteil des griechischen Volkes wird noch unmenschlicher, weil schleichend in die bitterste Armut getrieben, ohne medizinische Grundversorgung zu Hunger und Obdachlosigkeit verdammt. Die Häuser werden nicht durch Bomben zerstört, sie bleiben stehen, viele griechische Besitzer werden von den Banken und Immobilienhaien auf die Straße getrieben, damit ihre Häuser und inzwischen auch wirklich kleine Häuschen, ohne Komfort, verramscht werden können.

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