Schäuble will einfach nur Griechenlands Regierung stürzen

24. März 2017 / Aktualisiert: 10. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.220

Laut Gesine Schwan hat Wolfgang Schäuble keine Perspektive für Griechenland, sondern wollte und will weiterhin einfach nur die SYRIZA stürzen.

Gesine Schwan, historische Funktionärin der SPD, Professorin für Politwissenschaft an der Freien Universität Berlin und eine bedeutende Persönlichkeit der deutschen linken Intellektuellen gab an die „Tageszeitung“ ein Interview mit Bezugnahmen auf Griechenland.

Ich glaube, dass das griechische Volk nicht aufgeben wird. Die Politik der deutschen Regierung schädigte Griechenland heftig„, meinte sie charakteristisch und richtete im weiteren Verlauf ihre Pfeile gegen Finanzminister Wolfgang Schäuble. „Schäuble hat keine logische, wirtschaftliche Perspektive für Griechenland. Was ihn interessiert, ist, die SYRIZA zu stürzen. Das wollte er immer und will es auch weiterhin. Seine Handlungen sind zutiefst ideologisch. Aus diesem Grund müssen wir in Deutschland im Herbst einen Regierungswechsel erreichen.

Deutschlands Griechenland-Politik bringt Steuergelder in Gefahr

In Bezug darauf, ob sie demnächst eine Wiederholung (der Situation) des Sommers 2015 kommen sieht, sagt Gesine Schwan: „Theoretisch, ja. Jedoch sind – besonders, nachdem Großbritanniens sich für den Brexit entschied – die Ängste bezüglich des Auseinanderbrechens der selbigen Eurozone mittlerweile größer.“ Unter diesem Prisma betrachtet schätz Gesine Schwan ein, Schäubles Beharren auf einer Grexit-Rhetorik habe zu der ganzen Diskussion nichts Positives beizutragen hat. Sie charakterisiert diese Haltung sogar als aus wirtschaftlicher Sicht „absurd“ und aus rechtlicher Sicht „autoritär„.

Schäuble vertritt, „wir müssen sie (die Griechen) unter Druck setzen„, Schwan schätzt jedoch ein, dass Deutschland auf diese Weise die Gelder, die es Griechenland lieh, nicht zurück erhalten wird. „Außerdem haben wir“ – merkt sie an – „bisher nichts an Griechenland gezahlt, wir haben einfach nur gebürgt,“ und schätzt aus diesem Grund ein, dass SPD-Führer Martin Schulz den deutschen Bürgern unverblümt zu sagen haben wird, dass letztendlich die deutsche Regierung jene ist, die mit der von ihr im griechischen Thema befolgten Politik „das Geld der Steuerzahler in Gefahr bringt„.

(Quelle: Imerisia, Deutsche Welle)

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  1. Kleoni
    24. März 2017, 11:14 | #1

    Danke Gesine Schwan, Du hast deutlich gesagt, was Hr. Schäuble seit 2015 als sein erstrebenswertestes Ziel ansieht. Alle Mittelmeerstaaten, die links gewählt haben bekämpft er. Es ist Zeit für einen Regierungswechsel in Deutschland, Zeit für mehr Gerechtigkeit und Zeit für Hr. Schäuble in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen.

  2. karnapas
    24. März 2017, 13:28 | #2

    Nein, es ist Zeit, Herrn Schäuble den wohlverdienten Prozess zu machen. Und wenn es nur noch einmal um die 100.000 DM „Spende“ im schwarzen Koffer vom Waffenhändler Schreiber geht (1994).

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