Griechenlands Banken „verloren“ seit Anfang 2017 bereits 4 Mrd Euro

21. März 2017 / Aufrufe: 2
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Nach dem neuen Stocken der Verhandlungen Griechenlands mit seinen Gläubigern flossen seit Anfang 2017 bereits 4 Milliarden Euro aus dem griechischen Banksystem ab.

Wegen der anhaltenden Ungewissheit, welche die Nichtvollendung der sogenannten Bewertung (des Fortschritts des griechischen Programms durch die Gläubiger) verursacht, sind laut der griechischen Zeitung „Kathimerini“ seit Anfang des Jahres 2017 bereits Guthaben in Höhe von 4 Milliarden Euro aus dem Banksystem Griechenlands abgezogen worden.

Wie in dem Artikel berichtet wird, ist innerhalb eines Zeitraum von nicht einmal drei Monaten praktisch ein großer Teil der Bankeinlagen verloren gegangen, die ab Mai 2016 in das System zurückflossen, nachdem die erste Bewertung abgeschlossen wurde.

Stocken der Verhandlungen macht erneut Vertrauen zunichte

Der Anstieg der Guthaben bei den Banken Griechenlands begann im Mai 2016 nach der Vollendung der Bewertung (nachdem wegen der Ungewissheit bezüglich der ersten Bewertung ein sehr hässliches erstes Quartal vorausgegangen war) und wurde Ende des Jahres weiter gestärkt, als sich die Einschätzung festigte, die zweite Bewertung würde im vergangenen Dezember oder spätestens gegen Mitte Januar 2017 vollendet werden. Hierzu sei angemerkt, dass 2016 die Bankeinlagen der Unternehmen und privaten Haushalte um 4,2 Mrd. Euro und die Einlagen der Zentralregierung um 1,4 Mrd. Euro angestiegen waren.

Nach Vollendung der ersten Bewertung war das Vertrauen gestärkt worden: Die Haushalte nutzten nicht mehr das Limit für Barabhebungen (840 Euro alle 15 Tage) aus, die Unternehmen steigerten ihre Einlagen und vor allem flossen diverse Gelder – entweder aus Matratzen-Tresoren oder aus dem Verkauf von Anteilen an ausländischen Investmentfonds in das griechische Banksystem zurück. Das neue Stocken in den Verhandlungen Griechenlands mit den sogenannten Institutionen (sprich den Vertretern seiner Gläubiger) änderte jedoch die Gegebenheiten: Die Barabhebungen an den Bankautomaten haben signifikant zugenommen, der Rückfluss von Geldern ist „eingefroren“, während die Unternehmen sich Bargelds „entledigen“ und zur Tilgung von Kreditlinien schreiten.

Ungewissheit in Griechenland geht weiter: QE oder Staatsbankrott?

Bankenquellen beschreiben zwei Versionen bezüglich der Entwicklung der Verhandlungen. Das „gute“ Szenarium ist, dass es im April 2017 eine gewisse Basisvereinbarung gibt und die Maßnahmen bezüglich der öffentlichen Verschuldung Griechenlands spezifiziert werden und sich damit der Weg für die Aufnahme des Landes in das EZB-Programm der quantitativen Lockerung (QE) eröffnet. Dies setzt jedoch voraus, dass die griechische Regierung die von den Institutionen bzw. seinen Gläubigern geforderten Maßnahmen akzeptieren wird.

Das „schlechte“ Szenarium geht dagegen von einer Verlängerung der Beratungen auch bis in den Juni 2017 aus, wobei die griechische Regierung die Opposition bezichtigt, die Annahme der von den Gläubigern geforderten Maßnahmen – auf dass die Bewertung zum Abschluss kommt – zu verweigern und damit Griechenland absichtlich in den Bankrott zu führen.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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