Griechenland: Viertes Memorandum oder Staatsbankrott

29. März 2017 / Aufrufe: 908

Der Koordinator der parlamentarischen Haushaltsstelle sieht den für 2018 geplanten Gang Griechenlands an die Finanzmärkte weiter in die Ferne rücken.

Zu dem griechischen Radiosender Real FM sprechend machte der Koordinator der parlamentarischen Haushaltsstelle, Panagiotis Liargkovas, neue pessimistische Einschätzungen und merkte an, wenn es keine „sehr gute Einigung“ (mit den sogenannten Institutionen, sprich Vertretern der Gläubiger des Landes) gebe, „sehe“ er ein viertes Memorandum oder anderenfalls den Staatbankrot innerhalb des Jahres 2018. In seinem Interview an Real FM gefragt, ob er das Ziel für realistisch halte, dass Griechenland nach dem Auslaufen des (derzeitigen bzw. dritten) Memorandums – also im Jahr 2018 – an die Finanzmärkte geht, betonte er:

Es scheint, dass der Zug unseres Marktgangs noch um einiges weiter fahren werden wird … . Auf Basis der heutigen Umstände scheinen die Kapitalverkehrskontrollen eher verstärkt zu werden, weil wir einen kontinuierlichen Abfluss von Bankguthaben beobachten„. (Siehe hierzu auch: Griechenlands Banken „verloren“ seit Anfang 2017 bereits 4 Mrd Euro)

Ein Wachstum von 2,7% scheint unerreichbar zu werden

Panagiotis Liargkovas fuhr fort: „Die Dinge sind sehr schwierig, auf Basis der derzeitigen Gegebenheiten scheinen wir 2018 nicht an die Märkte gehen zu werden, folglich wird entweder das laufende Memorandum verlängert werden oder es wird ein viertes Memorandum sein oder wir gehen bankrott. Damit all dies sich wendet, wird es eine sehr gute Vereinbarung geben müssen, damit sie ein sehr positives Klima schafft, was jedoch auf Basis all dessen, was wir sehen, nicht verwirklicht zu werden scheint. Folglich besteht eine reale Gefahr für die Wirtschaft und eventuell werden die Dinge noch schlimmer werden, wenn die Einigung sich weiter verzögert und nicht mit dem 07 April 2017 als finalen Meilenstein zum Abschluss kommt.

Sich auf das (Wirtschafts-) Wachstum beziehend merkte Herr Liargkovas an, „2,7% beginnen als ein schwieriges Ziel zu erscheinen, weil der Konsum und die Investitionen nicht dermaßen ansteigen werden, wie eingeschätzt worden ist. Folglich steuern wir auf etwas Geringeres bis 1% zu, außer wenn es zu einer sehr, sehr guten Vereinbarung kommen wird … . Wenn die Dinge so weitergehen, werden zusätzliche Maßnahmen nötig sein, damit die Differenz zu dem gedeckt wird, was im Haushaltsplan veranschlagt worden ist.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Kleoni
    29. März 2017, 11:21 | #1

    erst wenn Griechenland ausgehungert ist und sie endlich die Versklavung – die wirtschaftliche Unterjochung, wohlgemerkt durch das christliche Europa und nicht die Türkei – akzeptieren, obwohl diese genauso schlimm ist wie die Jahrhunderte dauernde Türkenherrschaft und voraussichtlich auch nicht kürzer werden wird, dann gibt sich die Quadriga unter Hr. Schäubles Regie zufrieden.

  2. Konstantin
    30. März 2017, 19:26 | #2

    Lieber nun einen Stattsbankrott in Kauf nehmen als auf ewig geknebelt zu werden mit der einzigen Aussicht das alles nur noch schlimmer wird.

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