Dijsselbloem schaufelt sich sein eigenes Grab

27. März 2017 / Aktualisiert: 10. Oktober 2017 / Aufrufe: 722

Mit seinen Äußerungen über europäische Gelder für Alkohol und Frauen verpassende Südländer könnte Dijsselbloem sich den Vorsitz der Eurogruppe selbst verbaut haben.

Reuters analysierte die Wahrscheinlichkeit, dass Jeroen Dijsselbloem den Vorsitz der Eurogruppe abgibt. Laut der internationalen Nachrichtenagentur zündeten die Erklärungen des Holländers gegenüber dem „Handelsblatt“ bezüglich der Länder des Südens, die Subventionen „für Alkohol und Frauen verschwendeten„, den Zorn dieser Länder – sprich Portugals, Italiens, Spaniens und Griechenlands.

Jeroen Dijsselbloems Entfernung aus dem Vorsitz der Eurogruppe ist somit sichtbarer denn je. (Ergänzend sei angemerkt, dass Dijsselbloem nach der vernichtenden Niederlage seiner Partei bei den jüngsten Parlamentswahlen in Holland streng gesehen nun auch rein formal nicht mehr qualifiziert ist, für das Amt des Vorsitzenden der Eurogruppe zu kandidieren.)

Dijsselbloem hat viele Feinde, die auf einen Anlass warteten

Mit seinen – die Europäer irritierenden – Statements über Alkohol und Frauen schränkte der Vorsitzende der Eurogruppe seine Hoffnungen ein, weiterhin in seinem Amt zu bleiben, und steigerte die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zyklus schwieriger Verhandlungen über die Besetzung signifikanter wirtschaftlicher Positionen in der Eurozone beginnen wird„, führt Reuters an. Einige Amtsträger der Eurozone schätzen ein, das Thema werde sich entspannen und die Entscheidung über die Rolle des Vorsitzenden der Eurogruppe nicht beeinflussen. Andere erachten jedoch, für gewisse Regierungen sei es ein guter Anlass, auf seine Substituierung zu drängen. „Er hat im Süden viele Feinde und all diese warteten auf eine solche Erklärung, um sie gegen ihn zu verwenden„, erklärte gegenüber der Agentur einer der Amtsträger der EU.

Zur selben Stunde schätzt der britische Artikel ein, eine eventuelle Entfernung Dijsselbloems aus seinem Amt werde signifikante Auswirkungen auf die im Gang befindlichen Verhandlungen bezüglich der griechischen „Bewertung“ haben, da die Eurogruppe sich „kopflos“ wiederfinden und in eine Periode der Introvertiertheit eintreten wird. Was Dijsselbloems mögliche Amtsnachfolger betrifft, werden etliche Namen „gehandelt“. Einer der möglichen Nachfolger könnte Reuters zufolge der spanische Finanzminister Luis de Guindos sein. Etliche Chancen vereinigt parallel auch der portugiesische Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Vítor Constâncio auf sich.

(Quelle: Imerisia)

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  1. GR-Block
    27. März 2017, 01:40 | #1

    Dijsselbloem, you just killed your career!
    Es ist ja wohl klar, wer der beste Kandidat für den Job ist.

  2. windjob
    27. März 2017, 09:35 | #2

    Ich hoffe inständig, dass dieser Kerl endlich von der Bildfläche verschwindet. Er ist schon seit langer Zeit untragbar.

  3. NotRuss
    27. März 2017, 15:13 | #3

    Wie Varoufakis bereits kommentiert hat, erfordern Ämter wie dieses des Eurogruppe-Vorsitzendes und der Troika niedriges Moral und Know-how. Solange Dijsselbloem die Befehle des W. Schäuble ausführt hat er genügend Deckung!

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