Von Griechenland geforderte Primärüberschüsse sind verrückt

12. Februar 2017 / Aufrufe: 1
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Paul Krugman vertritt, es sei verrückt, von Griechenland einen Primärüberschuss in Höhe von 3,5 Prozent des BIP zu verlangen.

In einem Interview an die deutsche Zeitung „Handelsblatt“ führte der amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman in Zusammenhang mit der griechischen Krise und den sich sich sonst noch in der Eurozone langsam und still ausbreitenden weitläufigeren Gefahren an:

Die Wirtschaft hat bis heute nicht geschafft, aus der Rezession wieder Fuß zu fassen. Die Eurokrise könnte erneut schnell wiederauflodern.

Die Griechenland erstickende Schlinge muss gelockert werden

Es muss begriffen werden, dass die in diesem Moment Griechenland erstickende Schlinge zu lockern ist. Es ist verrückt, von den Griechen einen Primärüberschuss in der Größenordnung von 3,5% des BIP zu verlangen. Insgesamt könnte die Situation nur verbessert werden, wenn Deutschland einen Investitionsplan ankündigen würde und das Land von der Austeritäts-Politik wegkommen würde„, merkt Paul Krugman an.

In Zusammenhang mit der EZB und den von ihr ergriffenen Initiativen zur Bewältigung der Eurokrise schätzt er ein, „vor vier Jahren rettete ihr Leiter Mario Draghi Europa vor dem Abgrund„, glaubt jedoch nicht, dass sie noch mehr zu tun vermag, und meint: „Das wirklich letzte, was Europa jetzt brauchen könnte, ist die Einstellung des Anleihen-Kaufprogramms.

Bezüglich der Zukunft der Eurozone führt Paul Krugman an, dass die politischen Eliten, die trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten letztendlich den politischen Willen zeigten, die Währungsunion am Leben zu halten, sich in den kommenden Jahren möglicherweise nicht an der Macht befinden werden. „Fragen Sie mich nach den französischen Wahlen wieder„, meinte der berühmte Ökonom abschließend mit einer Portion Pessimismus.

(Quelle: dikaiologitika.gr, basierend auf einem Bericht der DW)

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