Moody’s sieht Gefahr eines Zahlungsstopps Griechenlands

17. Januar 2017 / Aktualisiert: 21. August 2019 / Aufrufe: 927

Laut Moody’s steigert die neue Spannung zwischen Griechenland und den Gläubigern das Risiko eines Zahlungsstopps im Juli 2017.

Die Rating-Agentur Moody’s charakterisiert die neue Spannung zwischen Griechenland und den Gläubigern des Landes als „finanzierungstechnisch negativ“ und schätzt ein, sie werde die Verzögerung der Vollendung der 2. Bewertung und der Auszahlung von ungefähr 6,1 Mrd. Euro seitens des ESM zum Resultat haben.

Wie die Agentur sogar warnt, erhöht eine solche Verzögerung die Risiken bezüglich der Auslösung von Anleihen im Juli 2017.

Politische Dynamik in Europa wird Verhandlungen verkomplizieren

Moody’s merkt an, es werde damit gerechnet, dass der vollständige Bericht der Institutionen über die Folgen des Zugs (der griechischen Regierung), eine außerordentliche Beihilfe (an die Rentner) zu verteilen und die Erhöhung der MwSt. auf den durch das Flüchtlingsproblem unter Druck stehenden Inseln einzufrieren, im Januar 2017 fertig sein wird und wahrscheinlich zur Neubewertung der Maßnahme der MwSt.-„Einfrierung“ führen wird. Die Agentur schätzt ein, dass der Zug von Seite der Gläubiger auf die Verhärtung ihrer Haltung gegenüber Griechenland hindeutet, von der Moody’s erwartet, dass sie die Verhandlungen über die 2. Bewertung in die Länge ziehen wird.

Wie die Rating-Agentur einschätzt, wird die politische Dynamik in Europa mit einem Wahlkalender, der Wahlen in Schlüsselländern einschließlich Frankreichs und Deutschlands umfasst, die Verhandlungen höchstwahrscheinlich kompliziert machen und eine schnelle Vollendung verhindern. Zusätzlich betont sie, die Spannungen in den Verhandlungen zwischen Eurogruppe, Kommission und IWF seien ebenfalls „aufgelodert“.

Moody’s merkt an, der Internationale Währungsfonds (IWF) sei hinsichtlich der (von den europäischen Institutionen verlangten) Primärüberschüsse Griechenlands weniger optimistisch und bevorzuge eine vorab erfolgende Schuldenerleichterung, womit der IWF sich jedoch schneller bewegt als der Zeitplan, den die Eurogruppe setzte.

Für Griechenland schweben über der 2. Bewertung Hindernisse in der Umsetzung politisch schwieriger Reformen, die mit Arbeitswesen, Produktmarkt und zusätzlichen Schritten bei den Privatisierungen in Zusammenhang stehen.

(Quelle: sofokleous10.gr)

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