Griechenland heckt neue Steuer-Abzocke aus

19. Januar 2017 / Aktualisiert: 09. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.746

Mit der Etablierung eines sogenannten Vermögensregisters wird in Griechenland der Weg zur Erhebung einer neuen Vermögensteuer vorbereitet.

In Griechenland kommen wieder die Szenarien bezüglich einer „Vermögensteuer“, also einer neuen Belastung aufs Tapet, die auf die Summe des Vermögens der Steuerpflichtigen erhoben werden wird.

Die Erstellung des elektronischen Vermögensregisters, sprich eines „Vermögensnachweises“ für alle Griechen, legt die Grundlagen für einerseits die Abschaffung der sogenannten Einheitlichen Immobilien-Besitzsteuer“ (ENFIA), andererseits aber auch für die breit angelegte Planung zur Realisierung einer einheitlichen Vermögensteuer.

Bürger der Unter- und Mittelschicht haben nichts zu befürchten …

Was die ENFIA betrifft, haben wir verbindlich zugesagt, sie irgendwann abzuschaffen„, betonte jüngst die stellvertretende Finanzministerin Katerina Papanatsiou und unterstrich: „Niemand, der nur sehr wenig Geld hat, braucht sich zu fürchten. Keiner der Bürger, die sich in der Unter- oder Mittelschicht befinden, hat von dem Vermögensregister etwas zu befürchten.“ Weiter merkte sie an: „Das Vermögensregister schreitet voran, wir sind dazu verpflichtet, bereits im Lauf des Jahres 2018 muss es unter Dach und Fach sein.

Alles, was im Vermögensregister deklariert wird, wird also auch einheitlich besteuert werden können. Immobilienvermögen, Aktien, Obligationen, Gold, aber auch Wertgegenstände und die Guthaben bei den Banken werden besteuerbare Materie darstellen können. So könnte auf den Gesamtwert des mobilen und immobilen Vermögens, das jemand deklariert, mit diversen gestaffelten Sätzen und Ausnahmen (wie beispielsweise Freibeträgen) ) eine (neue) Steuer erhoben werden. Selbst auf (gegebenenfalls bereits mehrfach besteuerte) Bankguthaben oder auch „Matratzengeld“ (das im elektronischen Vermögensregister deklariert werden muss).

Trotz der Beteuerungen seitens des Finanzministeriums, das Vermögensregister erfolge zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung, wird davon ausgegangen, dass Überlegungen bezüglich der Verhängung einer solchen (neuen) Steuer erfolgen – was jedoch ein Klima der Unsicherheit bei den Investoren schaffen und das Phänomen der Verheimlichung von Kapital verschlimmern könnte. (Einer anderen Quelle zufolge werden tatsächlich bereits Pläne zur Erhebung einer neuen allgemeinen Vermögensteuer ausgearbeitet, die jedoch nur „aktiviert“ werden soll, falls anders die fiskalischen Zielvorgaben nicht erreicht werden können … .)

Orwell lässt grüßen – Ein weiterer Schritt zum „gläsernen“ Bürger

Es sei in Erinnerung gerufen, dass das Vermögensregister in einer ersten Phase unter anderem Bankguthaben, Immobilien und auch sogenannte „Luxusausgaben“ umfassen wird, die beispielsweise für Käufe von Fahrzeugen oder Schul- / Studiengebühren bei Privatschulen erfolgen, und in einer zweiten Phase sollen Kunstwerke und Schmuck und sogar auch … Pferde erfasst werden, über die jemand gegebenenfalls verfügt. Sofern diese (Werte) versichert sind, werden die Angaben von den Gesellschaften und Häusern übermittelt werden, bei denen die Versicherung oder Schätzung erfolgt ist.

Auf diese Weise wird das Finanzministerium ein vollständiges Bild von der Vermögenslage eines jeden Steuerpflichtigen haben – mit dem Resultat, dass die Steuerhinterziehung signifikant eingeschränkt werden wird. Bezüglich der Vermögenswerte, die nach Ende des Verfahrens nicht deklariert worden sind, wird das Finanzministerium abgesehen von ihrer Besteuerung sowohl Geldstrafen und Zuschläge verhängen als auch die einschlägigen Strafverfahren veranlassen.

(Quelle: Imerisia)

  1. White Tower
    19. Januar 2017, 15:31 | #1

    Ich habe Mitleid mit all jenen Bürgern, die sich gegen diese Massnahme nicht wehren können und einem System unterwerfen müssten, das auf wirtschaftlicher und sozialer Gewalt aufgebaut ist bzw wird. Das ist kein System, sondern ein Abdrängen des Volkes in die Illegalität. Anstatt ein transparentes Steuersystem auszuarbeiten, mit Erziehung zur Ehrlichkeit, macht und bewirkt man das Gegenteil. Die griechische Bank ist bereits ein verlängerter Arm der Finanzämts … und Versicherungen werden zum Spitzel des Staates.

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