Neue Welle der Zwangsvollstreckungen in Griechenland

22. Dezember 2016 / Aufrufe: 1.007

Die Versicherungsträger IKA und OGA in Griechenland schießen sich auf rund eine halbe Million Kleinschuldner ein, denen ein wahrer Tsunami an Zwangsmaßnahmen droht.

Nachdem in Griechenland die beiden gesetzlichen Sozialversicherungsträger IKA und OGA den Beschluss fassten, auch für fällige Verbindlichkeiten (sprich Pflicht- / Zwangsbeiträge) in Höhe von unter 5000 Euro zu Pfändungen zu schreiten, endet ab dem 01 Januar 2017 praktisch der „Schutz“ für alle, deren fällige Verbindlichkeiten sich auf weniger als 5000 Euro belaufen.

Laut einem Bericht der griechischen Zeitung “ Eleftheros Typos“ wird dieser Beschluss mehr als 500000 Kleinschuldner der beiden Kassen treffen, die Beträge von 1000 – 3500 Euro schulden.

Zwangsmaßnahmen und Kontopfändungen auch gegen Kleinschuldner

Wie in dem Artikel betont wird, schritt der Versicherungsträger IKA sogar zu einem eine wahre Bombe darstellenden Runderlass, mit dem jegliche auf dem Immobilienmarkt erfolgende Transaktion „gesprengt“ werden kann, da er fortan die von den Verkäufern geschuldeten Beträge bei der Übereignung einer Immobilie selbst in Fällen zu „beschlagnahmen“ vermag, in denen seine Schuldner einer eventuell bestehenden Ratenzahlungsvereinbarung vollumfänglich entsprechen.

Auf Basis des von IKA und OGA getroffenen Beschlusses werden somit auch alle unter 5000 Euro betragenden Verbindlichkeiten natürlicher oder juristischer Personen an die sogenannte „Beitreibungszentrale für Versicherungsschulden“ (KEAO) überstellt. Die Summe der mit den Beschlüssen der beiden Kassen an die KEAO überstellten Verbindlichkeiten übersteigt 2,5 Milliarden Euro, wobei 2,2 Mrd. Euro von der IKA und 300 Mio. Euro von dem OGA herrühren.

Es ist anzumerken wert, dass die IKA diesen Beschluss bereits am 01 Dezember 2016 fasste und somit die Schuldner anfänglich eine Benachrichtigung erhalten und danach 15 Tage zur Verfügung haben werden, eine „Regulierung“ (sprich Ratenzahlungsvereinbarung) zu treffen. Tun sie dies nicht, werden die Beamten der KEAO das Verfahren der Pfändung und Sperrung von Bankkonten einleiten.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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