Ist 2016 für Griechenland ein neues 2014?

12. Dezember 2016 / Aktualisiert: 09. Oktober 2017 / Aufrufe: 574

Ein Artikel des Wall Street Journals zeigt die Ähnlichkeiten, aber auch die Unterschiede bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen Gläubigern 2014 und 2016 auf.

Das amerikanische Wall Street Journal publizierte einen ausführlichen Artikel über die Situation der griechischen Wirtschaft und die Ähnlichkeiten mit jener Periode, in der auch 2014 eine Verhandlung zwischen der Regierung Griechenlands und den Gläubigern im Gang war.

Die US-amerikanische Zeitung betont, es gebe viele Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede, und die Redakteurin fragt sich in dem Titel: „Ist 2016 für Griechenland ein neues 2014?“ Wie es in dem Artikel lautet:

Die gemeinsamen Punkte

2014: Gegen Mitte November 2014 gab das statistische Amt Griechenlands die Rückkehr des Landes nach sechs Jahren der Rezession zum Wachstum bekannt, mit einem während des 3. Quartals 2015 etwa 1,7% erreichenden Aufschwung. Wenige Wochen später bezeichnete der damalige Premierminister Griechenlands, Antonis Samara, der sich bemühte, die Bewertung zum Abschluss zu bringen, die Forderungen der Gläubiger als „absurd und unschlüssig„.

Herr Samara erwartete gewisse Maßnahmen bezüglich der Verschuldung, wie auch die heutige SYRIZA-Regierung. „Niemand hat das Recht, uns auf die Weise zu begegnen, auf die sie uns behandelten … als alles zusammenbrach„, führte er an, und wenige Tage später brachte er die Präsidentschaftswahl auf den Weg, die zu allgemeinen vorgezogenen Neuwahlen und der Übernahme der Macht durch die SYRIZA führte.

2016: Die griechische Wirtschaft „brummte“ im 3. Quartal mit einem Rhythmus von 1,8%. Vor zwei Wochen vertrat der griechische Premierminister Alexis Tsipras, die Regierung „wird sich nicht die Mühe machen, absurde Forderungen zu diskutieren“ – vor allem, wenn diese mit den nach dem Auslaufen des Programms im Jahr 2018 zu ergreifenden Maßnahmen in Zusammenhang stehen.

Alexis Tsipras warnte, ein eventuelles Scheitern in den Verhandlungen des Landes bezüglich der zweiten Bewertung „vermag zu Neuwahlen zu führen„. In einem Interview an das Wall Street Journal rief Finanzminister Evklidis Tsakalotos die Gläubiger auf, der griechischen Regierung zu vertrauen.

Die Unterschiede

2014: Mit der Popularität der Nea Dimokratia (ND) im freien Fall befindlich schritt Herr Samaras zu einer Regierungsumbildung und ersetzte dabei „reformatorische“ Minister durch Populisten. Im November des selben Jahres erzürnte die Regierung Griechenlands die Gläubiger, indem sie ohne deren Genehmigung einen Haushaltsplan ins Parlament einbrachte.

Parallel wuchs die Unterstützung für die oppositionelle Partei der SYRIZA an, die versprach, die Austeritäts-Maßnahmen zu annullieren.

2016: Damit die Gespräche mit den Gläubigern beschleunigt werden, bildete Premierminister Alexis Tsipras Anfang November die Regierung um und ersetzte die „Feinde“ der Reformen durch Reformatoren. Die Regierung legte dem Parlament den Vorentwurf des Haushaltsplans für 2017 vor, nachdem sie sich zuvor mit den Gläubigern abstimmte und parallel alle fiskalischen Lücken „gestopft“ hatte.

Wie auch die Nea Dimokratia (ND) in der Vergangenheit ist die SYRIZA ebenfalls mit einem großen Absturz in den Demoskopien konfrontiert. Diesmal existiert jedoch kein „Held“ gegen die Memoranden, der darauf wartet, an die Reihe zu kommen.

(Quelle: Imerisia)

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