Investoren sehen düsteres 2017 für Griechenland

30. Dezember 2016 / Aufrufe: 1.924

Weik und Friedrich prophezeien Griechenland ein düsteres 2017 und rechnen spätestens nach den deutschen Wahlen mit einer Erleichterung oder einem Schnitt der Verschuldung.

Mathias Weik und Marc Friedrich sehen für Griechenland ein düsteres Jahr 2017 voraus. Sie nehmen an, eine Erleichterung oder ein Schnitt der Verschuldung des Landes werde nach den deutschen Wahlen erfolgen. „Sein Bankrott wird kontinuierlich verschoben.

Die beiden Investoren und erfolgreichen Autoren von Wirtschaftsbüchern beschreiben Griechenland als bankrottes Land, dem seit geraumer Zeit mit einer Politik begegnet wird, die praktisch seinen Bankrott auf später verschob. Und sie beschreiben das Griechenland des Jahres 2017 in düsteren Farben.

Erleichterung oder Schuldenschnitt nach den deutschen Wahlen

Die für die Rettungspakte gegebenen Gelder der Steuerzahler werden wir nicht wiedersehen, das hat uns klar zu sein„, vertreten sie merken, sich auf die letzte Tranche von 2,8 Mrd. Euro beziehend, an, die einzige Voraussetzung sei die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gewesen, die der Fonds jedoch mit der Begründung zurückwies, Griechenland werde niemals in der Lage sein, seine Schulden zurückzuzahlen. „Kein Politiker war jemals in der Lage, uns zu sagen, wie das bankrotte Griechenland diese Gelder bezahlen können werde, wenn sogar auch Deutschland, Champion bei den Exporten mit einem Rekord bei den Einnahmen aus Steuern, nicht in der Lage ist, seine eigenen zu bezahlen. Es ist die Stunde gekommen, damit aufzuhören, mühsam erwirtschaftete Gelder an jemanden wegzuwerfen, der damit nicht umzugehen weiß.

Die wie von Mathias Weik und Marc Friedrich für Griechenland angekündigte Zukunft ruft keinen Optimismus hervor. Ganz im Gegenteil. Beide vertreten, das Land werde am Tropf der EU hängen bleiben, seine wirtschaftliche Situation werde sich verschlimmern, die Privatisierungen werden weitergehen und die Menschen werden mangels Perspektiven ihr Land verlassen. „Ein Ausscheiden Griechenlands aus der EU sehen wir für 2017 nicht„, betonen sie. „Wir nehmen jedoch an, dass die absolut notwendige Erleichterung der Verschuldung oder sogar auch ihr Schnitt spätestens nach den Bundestagswahlen in Deutschland angesichts der Tatsache kommen wird, dass das Land seine Schulden nicht zu bezahlen vermag.“ Beide empfehlen, nicht in Staatsanleihen – beispielsweise mittels Lebensversicherungen -, sondern nur in mobile und immobile Werte zu investieren.

Es ist an der Zeit, realistisch zu sein

Weik und Friedrich üben scharfe Kritik an der EU, dem Kapitalismus, der freien Wirtschaft und der Weltwirtschaft, die in der historisch ernstesten und dauerhaftesten Krise gefangen worden sind. „Schuldenorgien weltweit, eine Überschwemmung mit billigem Geld, Blasen auf dem Investitionssektor, Bankenzusammenbrüche und Inflationsgefahr stellen Risiken für Sparer und alle dar, die für ihr Alter vorsorgen.“ Und sie unterstreichen: „Es ist weder für Pessimismus noch für Optimismus an der Zeit, sondern für Realismus.“ In Bezug auf Italien bringen sie die Annahme zum Ausdruck, es werde der Moment der Durchführung eines Referendums über den Euro kommen, während sie für Frankreich einen Wahlsieg der Euro-Gegnerin Marine Le Pen vorhersehen.

Die beiden sich dem Strom entgegen stellenden Ökonomen verfassten Bücher, die zu Bestsellern geworden sind. Das erste erschein 2012 mit dem Titel „Der größte Raubzug der Geschichte – Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden„. Das zweite mit dem Titel „Der Crash ist die Lösung„, in dem sie unter anderem die Senkung der Basiszinssätze durch die EZB und den Ausgang der Wahlen für das Europäische Parlament voraussahen, wurde zum erfolgreichsten Wirtschaftsbuch des Jahres 2014 ernannt. Im Mai 2016 Jahres brachten sie ihr drittes Buch mit dem Titel „Kapitalfehler: Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ heraus. Für Anfang 2017 erwarten die Leser ungeduldig das vierte Buch mit Anliegen die Notwendigkeit einer radikalen Änderung auf den Bereichen der Wirtschaft und Politik.

(Quelle: Deutsche Welle, Autorin: Irini Anastasopoulou)

  1. GR-Block
    30. Dezember 2016, 12:58 | #1

    … sehen für Griechenland ein düsteres Jahr 2017 voraus. … eine Erleichterung … werde nach den deutschen Wahlen erfolgen.“ Sie stellen fest, dass Griechenland „mit einer Politik begegnet wird, die praktisch seinen Bankrott auf später verschob.“ – Einer ihrer berühmten Kollegen beschrieb den gleichen Sachverhalt jedoch anders: GR ist seit 2010 bankrott und der Zustand wird bis heute künstlich beibehalten.
    Die EU verheimlicht die insgeheim von vorne herein geplante Abschreibung der Zwangskredite. Klar, sonst hätten Papandreou, Samaras und Tsipras niemals der Veruntreuung europäischer Steuergelder zugestimmt. Die drei haben nur vergeblich auf den Zeitpunkt des Schuldenschnitts gewartet. Der war aber für die Main-Player der alten EU (Juncker, Dijselbloem, Schulz, Draghi …) noch nicht politisch reif. Das hätte nämlich deren Karrieren gekostet. Nur ein politischer Main-Player hatte damals Chuzpe genug, seine Karriere mit der Offenlegung zu verknüpfen. Nur Finanzminister Varoufakis forderte, den Bürgern das Vorgehen vorher zu erklären, damit sie darüber urteilen können.

    Im selben Dilemma stecken Merkel und Schäuble heute. Eigentlich ist jetzt die Zeit für die Sozialdemokratie reif, die Verantwortung zu übernehmen. Nur sie kann den Bürgern schonend beibringen, dass alles richtig so ist. Denn ohne die Aufforstung des Finanzmarktes aus Steuermitteln wäre ja sonst das System zusammengebrochen, das uns Exportstaaten auf Kosten der anderen den Wohlstand beschert (und nebenbei so viele System-Politiker bereichert).
    Kein Kapitalist, ob Konservativer ob Sozialdemokrat, wagte es den 500 Mio zu erklären: „Wir werden mit der juristischen Begründung, in Finanznot geratene Importstaaten zu ‚retten‘, (in Wirklichkeit) mit euren Steuergeldern dem EU-Finanzmarkt eine Liquidität zukommen lassen, mit der wir alle unsere Konkurrenten in die Enge treiben werden, die nicht gewillt sind, vergleichbares zu tun.“ Zu diesen Konkurrenten gehören natürlich nicht nur (vordergründig) China und Russland. Dazu gehören eben auch die USA und UK mit … London, dem größten Finanzhandelsplatz der Welt. Autsch!
    Da hat sich Merkel abgeplagt, den zappelnden Fisch GR im Netz zu halten, um einen Dominoeffekt zu verhindern. Und anstatt eines klitzekleinen Kreditnehmers rutscht ihr der weltgrößte Kredithai durch die Maschen. Kein Wunder, dass die Deutschen reflexartig PETRI HEIL rufen.

  2. GR-Block
    30. Dezember 2016, 18:11 | #2

    Investoren sehen düsteres 2017 für Griechenland“ – Nicht doch, es zeigt sich ein Lichtblick am Horizont. Seit heute (29.12.2016) zeigt uns Herr Draghi einen Weg aus der Krise und die EU beschließt des Weg zu gehen. Der ist bestimmt alternativlos.
    Für GR ist die eigentliche Aufgabe schließlich, europäische Steuergelder für die Aufforstung des Finanzsektors zu veruntreuen, ohne weiterhin das eigene Land in Verruf zu bringen. Endlich, nach 2 Jahren des hartnäckigen Taktierens des Tsiprioten lässt sich der Finanzdruck auf GR aufweichen. Draghi hat nämlich bezüglich der Probleme der Monte Paschi folgendes zum Besten gegeben: „Die EZB sieht bei dem Institut eine Kapitallücke von 8,8 Milliarden Euro.“ Nachzulesen in einem Artikel der DWN („EU erlaubt Steuergelder für Skandalbank Monte Paschi“).
    Das heißt, die Finanzwelt hat einen weiteren Kanal für die „Verwertung“ fauler EU-Kredite aufgetan. Mal sehen, wie hoch die neuen „Kreditpakete“ sein werden, zur „Rettung des EURO“, und wie die Italiener reagieren werden.

  3. Athanasios Papapostolou
    31. Dezember 2016, 11:19 | #3

    Diese beiden „Investoren“ sind nichts anderes als esoterische Endzeitpropheten, die auch allzu gern ihre Abneigung gegen die EU und gegen „Südländer im Euro“ auf deutschen neurechten Blogs zum besten geben. Wer diese „Voraussagen“ ernst nimmt, kann ebenso Handlesen betreiben und eine Glaskugel kaufen.

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